Österreichische Meisterschaften und NÖ-Landesmeisterschaften bei Bike the Bugles in Krumbach

Projekt Lanterne Rouge 3: Jetzt aber wirklich!

Am 25.8.2024 fand zum 30. Mal der Bike the Bugles MTB Marathon statt und diesem Mal wurde bei der Gelegenheit gleich auch die Österreichische Staatsmeisterschaft im MTB Marathon ausgetragen. Da ich mir den Marathon schon früh in den Kalender eingetragen hatte, kam irgendwann der Gedanke auf, ich könnte das Projekt Lanterne Rouge doch zu einer Trilogie machen und doch gleich bei der Staatsmeisterschaft, .d.h. auf der langen Distanz starten. Immerhin habe ich die letzten beiden Jahre die Small-Distanz ganz solide im Mittelfeld beendet und was können mir dann schon noch 35 km und 1000 Höhenmeter mehr noch anhaben…

Der RC Mödling war in Summe stark vertreten mit Thomas, Walter L., Daniel und Robert auf der Small-Distanz und Walter M. und Kurt mit mir auf der Classic Distanz (aber da ohne Lizenz halt nur in der allgemeinen Wertung). Als der Tag dann gekommen ist stell ich schon bei der Anreise fest, dass das eine echte Hitzeschlacht wird. Da ich aber seit dem letzten Jahr mein MTB ersetzt habe und jetzt auch off-road auf „Carbon-statt-Kondition“ setzen kann, rechne ich mir insgeheim schon aus, dass die 70 km mit 2300 Höhenmeter unter 5 Stunden zu schaffen sein sollten.

Beim Start ist immerhin kein Gerangel um einen guten Startplatz nötig, da die lizenzierten Fahrer 10 Minuten vor dem allgemeinen Rennen starten. Ich fange im Kopf schon mal an zu rechnen bis wann mich Walter und Kurt einholen werden. Dazu wird mir auch noch bewusst, dass es so gleich deutlich sein wird, ob ich wirklich wieder ein weiteres Kapitel für das Projekt Lanterne Rouge schreiben kann, d.h. ob ich wieder letzter werde. Keine zwei, drei Minuten später ist mir sehr bewusst, dass es ziemlich sicher so sein wird: Der zweiletzte entschwindet langsam vor mir und ich bin bereits im ersten Anstieg schon so weit hinten, dass ich noch vor dem Ende des ersten Anstiegs den zweitletzten nicht einmal mehr im Blick habe. Um das ganze noch ärger zu machen, holen mich die ersten lizenzierten Damen, welche 5 Minuten hinter mir gestartet sind, auch schon am Ende des ersten Anstiegs ein. Ich hoffe ein wenig, dass ich bei Abfahrt vielleicht zumindest so viel gut machen kann, dass ich mit ein paar der Damen mitfahren kann, aber irgendwie fühlt sich das Rad nicht so richtig an…. und ich merke dass ich deutlich zu wenig Luft in meinem Hinterreifen habe.

(c) Martin Brandstetter – NÖN

Okay, ich bin eh schon abgeschlagen letzter, also rolle ich mal vorsichtiger weiter um zu sehen, ob die Luft zumindest noch bis zur ersten Verpflegungstation hält…. Tut sie irgendwie doch, aber leider ist halt davor noch die Tiefenbach-Arena mit den technisch anspruchsvollsten Stellen. Wie auf rohen Eiern rolle ich über die Wurzeln und schaffe es bis in die Verpflegungsstation… Walter hat mich da schon zwei Mal überholt (warum fährt der auch so extra-Schleifen, dass er mich zweimal überholen muss???) Und Kurt sehe ich auch schon in die Verpflegungsstation fahren bis ich meinen Hinterreifen wieder ordentlich aufgepumpt und meine Trinkflaschen gefüllt habe…

Immerhin ist der Plan jetzt eindeutig, irgendwie schauen, dass ich ins Ziel komme. Zweitletzter zu werden ist jetzt wohl schon vollkommen illusorisch. Das frische Wasser und endlich wieder genug Luft im Hinterreifen bringen immerhin insofern was, dass ich die nächsten paar Kilometer halbwegs gut vorwärts komme. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr so alleine auf der Strecke, da mich viele von den 10, bzw. 20 Minuten hinter mir gestarteten Radfahrern überholen. Doch dann kommt die Streckenteilung und ich bin wieder sehr alleine… Scheinbar hat mich das gesamte Starterfeld das 10 Minuten hinter mir gestartet ist schon überholt… ich fange im Kopf schon mal an zu rechnen ob ich denn die Karenzzeit von 6,5 Stunden schaffe. Dann sehe ich bei einer weiteren Verpflegungsstation endlich wieder mal einen anderen Radfahrer vor mir. Und tatsächlich schaffe ich es ihn wieder einzuholen und vor ihm zu bleiben. Mein Ziel von 5 Stunden schaffe ich bei weiterm nicht, aber mit ca. 5:30 h bin ich doch noch mit etwas Sicherheitsabstand zur Karenzzeit im Ziel.

Gut gekocht mach ich mich auf die Suche nach den anderen RC Mödlinger. Walter (2x), Thomas und Daniel sitzen natürlich beim wohlverdienten Bier und schließe mich gleich an. Während ich langsam wieder auskühle und beginne meine Leistung einzuordnen geschehen seltsame Dinge. i) in völliger geistiger Umnachtung update ich versehentlich meinen Radcomputer und lösche damit meine Aufzeichnung bevor ich sie irgendwo hochladen konnte, ii) Kurt kommt erst fast 10 Minuten nach mir ins Ziel… ich war also kaum langsamer als er und iii) Herbert Ribarich kommt zu uns an den Tisch und fragt ob ich gerade ins Ziel gekommen sei, denn damit bin ich zweiter der Niederösterreichischen Landesmeisterschaft…

Zum Glück sind beim RC Mödling lauter sensationell nette Menschen und so bleiben alle bis zur Siegerehrung und stoßen mit mir auf den unerwarteten Podestplatz an. (Als Mitfahrer hatte ich ja schon 2 Stunden lang ein schlechtes Gewissen, weil die anderen solange im Ziel auf mich warten mussten…)

5:30 h schwitzen, da braucht es eine Medaille um davon abzulenken, wie fertig ich ausschaue

Damit ist das Projekt „Lanterne Rouge“ im ein Kapitel reicher. Dieses Mal bin ich wirklich mit Abstand Letzter aller Lizenzfahrer geworden…. aber ich habe zum dritten Mal in diesem Jahr eine österreichische Staatsmeisterschaft beendet. Und dieses Mal ohne Überrundung und deutlich innerhalb der Karenzzeit.

Mal sehen zu welchen Rennteilnahmen mich meine Lizenz noch inspiriert. Vielleicht findet sich ja noch irgendwo ein Staatsmeisterschaftsteilnehmer der hinter mir ins Ziel kommt… you never know…

RCM @ 12h Jihlava MTB Rennen (Simon)

Erfolgreicher Ausflug nach Tschechien

Ich hatte also doch nicht ganz so unrecht, absurd lange mit dem Mountainbike im Kreis zu radeln liegt mir scheinbar doch ein wenig. Zwei Jahre nach einem sehr unglücklichen Verlauf des 24h MTB Rennens in Jihlava lief dieses Jahr so ziemlich alles wie am Schnürchen für uns.

Da ich in meinem derzeitigen Trainingszustand (oder Alter?) irgendwie keine 24h solo zustande bringe habe ich über längere Zeit bei diversen Bachstub’n Aufenthalten nach Verstärkung für ein 24h Rennen gesucht, und diese – wenig überraschend – mit Walter gefunden. Als es dann an die konkrete Planung ging, waren die Eckpunkte eigentlich schnell klar. 2 Mann fahren je 12h MTB in Tschechien und dann trinken wir ein wohlverdientes tschechisches Bier. Bei nochmaligem Überlegen, erschien mir die Idee, die 12h gleichzeitig zu fahren, und dann um ca. Mitternacht ein Bier zu trinken, irgendwie schlauer als 24h im Team zu fahren und dann zu Mittag beim Bier einzuschlafen… Strategisch ideal habe ich Walter über diesen Plan einen Tag vor dem Ende des Frühbucherzeitraums unterrichtet und 10 Min später waren wir beide angemeldet…

Am Tag vor dem Rennen reisen wir zunächst ganz entspannt an, und wollen im Hotel einchecken. Dabei gibt es etwas Verwirrung, da scheinbar unsere zwei Zimmer zu einem zusammengelegt wurden… kein Problem ich werde umgehendst auf ein Appartment umgebucht.

Standesgemäß untergebracht – Teil 1

Nachdem wir hier schon so sehr nett in Jihlava empfangen wurden, haben wir uns auf den Weg zum Fahrerlager gemacht wo die standesgemäßes (?!) Begrüßung gleich weiterging. Dem Obstler (siehe dazu auch Walters Bericht) konnten wir noch widerstehen, schließlich war da ja noch die wichtige Aufgabe, das neue RCM-Rennzelt einzuweihen. Nachdem wir uns auch noch die Startnummer geholt und montiert hatten, gab es dann das wohlverdiente Bier zum Abendessen…

Standesgemäß untergebracht – Teil 2 – Vor dem Start

Nach einem hervorragendem Frühstück ging es am nächsten Morgen bei besten Wetterverhältnissen an den Start (wir bekamen eine Sonder-Fahrerbesprechung in 5 Minuten – alte Rennpferde brauchen scheinbar keine 40 Minuten Ansprache – oder Tschechisch ist einfach eine viel kompliziertere Sprache als Englisch).

Ich bin an sich schon vor dem Start zufrieden mit unserem Road-Trip nach Jihlava, weil das Hotel, das Bier zum Abendessen, die Stimmung beim Rennen einfach nett sind… Da wird es doch höchste Zeit wieder mal eine steile Zielvorgabe rauszuschießen. 200 km gehen sich locker aus … Platzierungstechnisch tun wir uns etwas schwer mit der Zielvorgabe, da aber scheinbar nur 12 Teilnehmer im 12h Rennen gemeldet sind, sollte sich doch wohl ein Top 10 Resultat ausgehen.

Überschaubares Starterfeld

Um 11 Uhr dann der zeremonielle Start auf dem Startplatz und es geht – durchaus rasant – neutralisiert bis ins Fahrerlager. Ich komme da schon ins Schwitzen um bei Walter dranzubleiben und versuche erst gar nicht mit ihm in der ersten Steigung nachzufahren.

Offizieller Rennstart … Ich sehe Walter am Horizont entschwinden

Ich versuche wirklich nicht zu schnell loszufahren, aber die Steigungen jagen meinen Puls doch gleich wieder Richtung 180. Dennoch lichten sich die Reihen rund um sich sehr schnell und nach ca. einer Runde bin ich schon ziemlich alleine unterwegs. Ich versuche in einen Rhythmus zu kommen und bleibe ca. jede 2 oder 3 Runde stehen um die Trinkflasche aufzufüllen, und was kleines zu essen. Nach ein paar Runden frage ich mich, wann Walter mich denn überrunden wird. Aber irgendwie geht es sich zunächst mal aus, dass ich die langsameren 24h Solo-Fahrer überrunde. Nach ca. 10 Runden ist es dann so weit und Walter überrundet mich das erste Mal.

Zwei Dinge werden zunehmend klar, die 200 km-Ansage war dann doch wohl etwas steil, da sich nach ein paar Runden die kurzen steilen Anstiege doch in meinen Beinen bemerkbar machen. Andererseits, halten sich die Überrundunen von den anderen 12h Teilnehmern doch angenehm in Grenzen, so ganz weit hinten liege ich vielleicht gar nicht. Und irgendwie glaube ich, Walter könnte doch irgendwie ums Podium mitmischen. „Glauben“ heisst allerdings auch „nicht wissen“ und ganz ehrlich, ich habe keine Plan wie wir im Rennen liegen.

Irgendwann machen sich die Anstiege durchaus in den Beinen bemerkbar

Plötzlich ziehen dicke Wolken auf und das perfekte Radfahrwetter wird von einem Regenschauer unterbrochen. Ich bin zunächst noch nicht zu unglücklich über die Abkühlung, nach einer Runde im Regen denke ich mir dann allerdings doch, dass es sinnvoll wäre die Regenjacke anzuziehen um nicht auszukühlen. Kaum habe ich die Regenjacke an, hört es auf zu regnen und überhitze gleich beim nächsten Anstieg… also, nächste Runde, Regenjacke wieder aus und mir ist gleich sofort kalt…. aber nur bis zum nächsten Anstieg. Mittlerweile hat mich Walter zum zweiten Mal überrundet und ich sehe mein 200 km Ziel in weite Ferne rücken.

Dafür sind diese Streifen auf der Stiege doch da…

Gleichzeitig ist es auch so, dass die Zeit doch schon etwas vorangeschritten ist, und ich mich mit dem Bier nach dem Rennen schon motivieren kann. Der Regen hat die Strecke etwas rutschig gemacht, aber es trocknet langsam wieder auf. Kurz vor 9 treffe ich Walter beim Zelt und wir montieren beide unsere Lichter. Irgendwie beruhigend, dass auch Walter schon mal zugibt, dass er ganz schön „gepeckt“ ist. Trotzdem zieht er unaufhaltsam von mir davon und ich fange an zu rechnen, wieviele Runden sich für mich noch ausgehen. Ich stelle fest, dass es sich knapp für 23 Runden ausgehen könnte, aber meine Beine und meine Psyche teilen mir recht deutlich mit, dass ich die 22 Runde so anlegen soll, dass sich keine 23te mehr ausgeht. Gesagt getan, ich bummle 5 Minuten in der Wechselzone herum und rolle gleichmässig um den Kurs und komme um kurz nach 23:00 Uhr über die Ziellinie.

Meiner Kopfrechung nach habe ich ca. eine halbe Runde „Vorsprung“ auf Walter, als plane ich gleich voraus und gehe zu unserem Zelt um mir was anzuziehen und Geld für ein Bier zu holen. Auf dem Weg zurück zum Start und Ziel checke ich das erste Mal den Stand unseres Rennens. … und bin ganz ehrlich erstaunt. Walter ist uneinholbar in Führung und ich bin Dritter. Das kann ich dann gleich auch Walter so mitteilen, denn er kommt gerade in dem Moment ins Ziel.

Das Bier danach stellt sich als wohlverdient aber deutlich zu kalt heraus. Mir ist selbst mit Jeans und Winterwäsche schon kalt, Walter ist noch verschwitzt und nicht umgezogen… das ist selbst für den härtesten unter uns zu viel.

Ein KALTES Bier nach dem Rennen …

Wir beschließen sehr schnell ins Hotel zurückzugehen. Die 50 Höhenmeter bis zum Hotel wärmen uns wieder so weit auf, dass wir noch den Plan schmieden nach einer schnellen Dusche etwas zu Essen und ein Bier zu suchen. Dies ist nur von teilweisem Erfolg gekrönt, doch die mitternächtliche Nahrungszufuhr ist auch irgendwie gut zum herunterkommen.

Am nächsten Tag, optimieren wir die Frühstückzeit und sind rechtzeitig bei der Siegerehrung. Immer noch eher surreal für mich, überhaupt bei einer Siegerehrung zu sein, kommen die Veranstalter auch noch auf die Idee die Bundeshymne für Walter zu spielen.

Walter war ein viel gefragter Interviewpartner

Spätestens jetzt ist es eindeutig. Dieser Road-Trip nach Jihlava zum 12h Rennen hat sich mehr ausgezahlt. Wir kommen mit einem Doppelpodium und jeder Menge an guten Stories zurück. Das hat jedenfalls Wiederholungspotential … hoffentlich mit noch mehr RCM Beteiligung. Auch wenn das meine Podiumschancen wieder minimiert… (ist nicht weiter tragisch, ich hatte ohnehin nie damit gerechnet, dass ich bevor ich fast alleine in den Ü80 Klassen starte am Podium stehe )

Vereinsmeisterschaft 2024

Heute, 23.06.2024 fand wieder die Vereinsmeisterschaft des RC Mödling auf dem traditionellen Rundkurs in Dornbach statt. Trotz einzelnen kurzfristigen krankheitsbedinten Ausfällen gingen wieder 19 Radfahrerinnen und Radfahrer bei leicht windigen aber sonst besten äußeren Bedingungen an den Start.

Mit einem kompakten Fahrerfeld ging es zum ersten Mal in Richtung Wöglerin, wo sich zunächst eine 7-köpfige Spitzengruppe absetzte. Daniel Ohr kämpfte sich mit einem Kraftakt in der Abfahrt bis nach Sittendorf ebenfalls wieder zurück in die Spitzengruppe. Somit ging es zu acht in die zweiter Runde. Kurz vor dem zweiten Anstieg zur Wöglerin setzten sich Michi Skoric und Alex Stegbauer etwas von der restlichen Spitzengruppe ab, welche durch die Tempoverschärfung auch noch etwas ausgedünnt wurde. Dennoch kämpfte sie sich noch einmal an das Führungsduo heran. Beim erneuten Angriff setzen sich Michi Skoric und Alex Stegbauer jedoch endgültig ab und fuhren zu zweit in den Schlußanstieg zu Dornbacher Höhe. Michi Skoric hatte beim Zielsprint den längeren Atem und konnte somit seinen Titel verteidigen. Hinter Alexander Stegbauer setzte sich Obmann Walter Langer aus der Verfolgergruppe heraus durch und eroberte den dritten Platz.

Die Herren über 60 und Damen mussten nur zwei Runden über den Rundkurs. Bei den Damen verteidigte Eva Hipfinger ihren Titel trotz starker Konkurrenz durch Anja Statt. Irmgard Frauenberger Hander komplementierte das Podium. Bei den Herren über 60 setzte sich Thomas Binder bei seinem ersten Antreten in dieser Alterklasse gegen den bisherigen Seriensieger Engelbert Thalmeier durch.

Gratulation an alle TeilnehmerInnen und vielen Dank an Leo Huber, Christian Greicha und Walter Marchl für die Unterstützung an der Strecke.

Vollständiges Ergebnis:

Herren allgemeine Klasse
(48 km, 680 hm)

PlatzierungNameZeit
1.Michael Skoric1:25:50
2.Alexander Stegbauer1:26:00
3.Walter Langer1:26:29
4.Kurt Machaczek1:26:37
5.Knut Okresek1:26:45
6.Daniel Ohr1:27:05
7.Wolfgang Jani1:27:49
8.Herbert Buchgraber1:33:16
9.Simon Loretz1:33:30
10.Christian Malik1:41:20
11.Mevlüt Kücükyasar1:41:25
12.Thomas Fabian1:44:45
13.Alfred Hoch1:46:30

Damen
(32 km, 450 hm)

PlatzNameZeit
1.Eva Hipfinger1:02:00
2.Anja Statt 1:02:45
3.Irmgard Handler-Frauenberger1:23:13

Herren über 60
(32 km, 450 hm)

PlatzNameZeit
1.Thomas Binder1:00:50
2.Engelbert Thalmaier1:03:13
Gerold FrauenbergerDNF

Thomas Binder doppelt am Podium bei NÖ-Landesmeisterschaften

Jeweils der 3. Platz beim EZF und beim Kriterium

Nachdem Thomas Binder dieses Jahr in der Masters 4 startberechtigt ist, war die Mission Titelverteidigung dieses Jahr auf Grund eines deutlich größeren Starterfeldes sehr schwer.

Bei den NÖ-Landesmeisterschaften beim Kriterium in Trumau fuhr Thomas ein aktives Rennen, musste sich aber im Schlußsprint mit Rang 3 begnügen. Ein paar Wochen später gelang ihm die Revanche waren die Hundertstelsekunden allerdings dann auf seiner Seite und er konnte sich auch beim Einzelzeifahren in Haag Rang 3 sichern.
Gratulation an der doppelten Medaillengewinner!

RC Mödling zeigt sich wetterfest beim Glocknerkönig

Trotz Streckenverkürzung starke Teamleistung am Glockner

Am 2. Juni 2024 fand wieder der Glocknerkönig statt. Die Vorzeichen für einen Wintereinbruch waren eindeutig, so wurde die Strecke gekürzt und das Ziel zum Piffkar herunter verlegt. Trotz dem angesagt schlechten Wetter und der verkürzten Strecke stand der RC Mödling mit 7 Teilnehmern am Start.
Vereinsintern war Michi Skoric nicht nur der schnellste, sondern er ließ es sich trotz der eher frischen Temperaturen nicht nehmen doch noch weiter Richtung Glockner zu radeln….

Hier ein paar Impressionen von einem sprichwörtlichen coolen Glocknererlebnis

Österreichische Staatmeisterschaft und NÖ-Landesmeisterschaft beim Kriterium Trumau

Projekt Lanterne Rouge Vol. 2

Am vergangenen Sonntag fand im Rahmen des Kriteriums Trumau die Österreichische Meisterschaft für die Amateuere und Masters statt. Der RC Mödling war ebenfalls erfolgreich am Start und ich habe bei meiner zweiten Teilnahme an einer österreichischen Meisterschaft wieder erfolgreich den letzten Platz belegt. Wieder einmal bedarf es mehr Hintergründe, um die Geschichte des letzten Platz verstehen zu können.

Die Vorgeschichte:

Thomas und alle drei Walter waren letztes Jahr am Start beim Kriterium in Trumau, und Thomas und Walter Kovarik erreichten dabei Podestplatzierungen bei den niederösterreichischen Landesmeisterschaften. Das war zum Teil auch der überschaubar großen Zahl an Starter von niederösterreichischen Vereinen geschuldet. Daher leistet Thomas schon seit Wochen Überzeugungsarbeit und sagt, wir können den wenigen anderen Startern doch nicht das Podium überlassen. Nach dem ich das zum wiederholten Mal gehört habe, schau ich mir das letztjährige Ergebnis an, und stelle fest, dass in der Master I Klasse letztes Jahr tatsächlich das Podium der Niederösterreichischen Landesmeisterschaft nicht voll besetzt war. Nachdem ich so lange hin und her überlegt habe, ist allerdings die Nenn-Frist schon abgelaufen. Während ein Walter sich über persönliche Kontakte anmeldet, fährt der andere Walter frühmorgends zur Nachnennung und meldet mich – abgesprochen mit mir – auch an. Damit erspare ich mir ein paar Stunden auf das Rennen warten, gleichzeitig gibt es aber auch kein Zurück mehr.

Die erfolgreichen RC Mödling Starter

Ich fahr dann rechtzeitig zum Rennen der unlizenzierten Radfahrer:innen und schau Walter und Walter zu wie sie in einem leider sehr überschaubaren Starterfelder sehr erfolgreich sind. Walter Marchl zieht mit drei anderen Radfahrern nach dem ersten Sprint von den anderen davon und spult wie ein Uhrwerk seine Runden herunter. Bei den weiteren Sprints wird er zwar regelmäßig „nur“ Zweiter, da der jeweilige Sprintsieger jedoch deutlich jünger ist, gewinnt Walter das Jedermann Rennen in seiner Alterswertung souverän. Der zweite Walter schafft es nach einer Überrundung sich wieder in der Gruppe anzuhängen und kommt damit ebenfalls als dritter auf das Podium in seiner Alterswertung.

Dann kommt das Rennen Masters 4 bis 6 in dem Thomas am Start ist. Nach seinem zweiten Platz in der Niederösterreichischen Landesmeisterschaft letztes Jahr und nach dem Aufrücken in die nächste Altersklasse rechnet sich Thomas dieses Jahr durchaus berechtigt Chancen aus, auch um Punkte mitsprinten zu können. Das Rennen nimmt zwar einen für Thomas nicht idealen Verlauf, nachdem sich der spätere Sieger sehr früh alleine absetzt und niemand nachführen will. So fährt Thomas ziemlich viel an der Spitze der Gruppe, und geht dann bei den Sprints aber öfters leer aus. Zum Schluß schafft er es aber erfolgreich doch noch ein paar Punkte zu ersprinten und kommt damit auf den 3. Platz der Niederösterreichischen Landesmeisterschaften.

Mein Rennen

Vor dem Rennen erfahre ich schon, dass es wohl zumindest 4 Starter für die Niederösterreichischen Landesmeisterschaften in der Master I gibt. Damit wird es wohl nichts werden mit dem Podiumsplatz für mich. Allerdings ist es vielleicht auch besser so, denke ich mir. Dann kann ich mich auf die wirklichen Ziele für mein erstes Kriterium konzentrieren: Gesund ins Ziel zu kommen, niemanden über den Haufen fahren und nicht zu oft überrundet werden.

Vor dem Start

Beim Start stelle ich mich sinnvollerweise natürlich ganz hinten auf und hoffe, dass meiner Kalt-Start-Fähigkeiten es mir erlauben zumindest ein paar Runden am Feld dranzubleiben. Und tatsächlich kann ich die ersten zwei Runden noch ganz gut mithalten. Nur ist beim Kriterium halt in jeder dritten Runde ein Sprint und das Tempo zieht ordentlich an. Ich kämpfe schon ordentlich um noch Anschluß zu halten, als in der zweitletzten Kurve vor dem ersten Sprint ein Radfahrer mit ordentlichem Geschwindkeitsüberschuß an mir vorbeizieht…. und gerade über den Gehsteig donnert und ins Gebüsch kracht.

In der zweiten Runde…. noch ’nach Plan‘ unterwegs

Ich bremse reflexartig ab, bleibe stehen und frage gleich dreimal hintereinander, ob es ihm eh gut geht…. knappe 10 Sekunden später merke ich, dass er bereits wieder sitzt und nicht schlimmer verletzt scheint, und dass der Sturz sich 5 Meter neben dem Rettungswagen abgespielt hat und der Sanitäter bereits da ist. Da leuchtet es mir ein, dass ich hier eigentlich nicht gebraucht werde und ich das Rennen weiterfahren kann….

Jetzt ist eine ca. 20 Sekunden Pause in einem Kriterium irgendwie keine sonderlich gute Idee, weil dann ist das Feld sicherlich weit weg. Als ich wieder Fahrt aufnehme stelle ich etwas überrascht fest, dass tatsächlich noch einer hinter mir unterwegs war und ich kann in den nächsten Runden mit ihm gemeinsam fahren. Wir wechseln uns sogar halbwegs gut ab, da ich nach ein paar Runden zunehmend besser um die Kurven komme (dem Technik-Training mit Roland Königshofer sei Dank) und auch noch etwas Energie habe um auch mal in den Wind zu gehen. Wir holen noch einen Radfahrer ein, der aus dem Hauptfeld zurückgefallen ist, und der hängt sich bei uns beiden in den Windschatten.

Doch noch nicht ganz alleine…

Ein paar Runden geht das so weiter, bis der spätere Sieger solo an uns vorbeifliegt. Kurz darauf kommt das Hauptfeld in vollem Temp angerauscht und der dritte Radfahrer der sich bei uns im Windschatten ausgeruht hatte schafft es im Feld mitzufahren. Ich versuche es kurz und merke, dass mir das viel zu schnell ist. Diese Anstregung hat meinen Puls entgültig so weit in die Höhe gejagt, dass ich kurz darauf auch dem letzten anderen Radfahrer nicht mehr folgen kann. Ich finde mich mit meinem letzten Platz ab und fahre mit den verbliebenen Kräften weiter, bis mich der Solo-Führende zum zweiten Mal überrundet. Dann spüre ich schon das Hauptfeld hinter mir, schaffe es aber noch vor dem Hauptfeld über die Ziellinie.

Nach dem Rennen

Nach dem Rennen dauert es zunächst ein wenig bis ich das ganze einordnen kann. Irgendwann kommt auch mein Puls wieder herunter und einen Kaffee und Kuchen später gibt es dann endlich auch einen Ergebnis. Nur leider musste ich feststellen, dass ich in den offiziellen Ergebnislisten als „DNF – did not finish“ geführt werde. Ich bin zunächst etwas verwirrt, weil ich mich als Neuling beim Kriterium ja nicht so gut mit dem Reglement auskenne. Doch wie ich es auch drehe und wende, eigentlich müsste ich entweder mit einer oder mit zwei Runden Rückstand, aber jedenfalls gewertet sein.

DNF? Wie kann denn das sein?

Also wende ich mich an den Rennkommissar und der erinnert sich sogar an meinen Zieleinlauf. Der sagt mir – total freundlich – gleich zu, dass er das Ergebnis korrigieren wird, und dass ich mit nur einer Runde Rückstand gewertet werde, da ich noch vor dem Hauptfeld ins Ziel gekommen bin.

Als ich am Abend die Ergebnisliste im Internet anschaue, sehe ich, dass ich tatsächlich mit -2 Punkten gewertet wurde. Und, dass ich damit auf den dritten Platz der Niederösterreichischen Landesmeisterschaften vorgerückt bin. Jetzt ist es aber so, dass ich lange genug mit dem eigentlich dritten der Landesmeisterschaften gefahren bin, und er mich auf den letzten Runden ganz eindeutig abgehängt hat. So einen dritten Platz will ist natürlich nicht haben, und ich schreibe zunächst den Radfahrer und dann den Veranstalter per E-Mail an. Letzter leitet die Information an den Rennkommissar weiter und dieser verspricht mir das Ergebnis entsprechen zu korrigieren.

Und damit ist auch die Fortsetzung des Projekt Lanterne Rouge zu einem erfolgreichen Ende gekommen. Die zweite österreichische Staatsmeisterschaftsteilnahme ehrenhaft auf dem letzten Platz beendet.

Projekt „Lanterne Rouge“ – Die Geschichte zum letzten Platz

Vor zwei Wochen habe ich bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft im Cyclocross den 11. und damit letzten Platz in der Masters I Kategorie erreicht. Dies ist der erfolgreiche Abschluss des Projekt „Lanterne Rouge“ für mich.

Jetzt ist es natürlich nicht so, dass ich absichtlich letzter geworden bin, sondern es ist viel mehr so, dass ich zum ersten Mal in meinem Radfahrer-Leben bei der Staatsmeisterschaft mitgefahren bin, und ich als reiner Hobby-Sportler ohne Zeit für ernsthaftes Training nicht wirklich mit einem anderen Ergebnis rechnen konnte. Hier geht’s übrigens zur Vorgeschichte wie ich auf die Idee kam, hier überhaupt am Start zu stehen.

Doch zurück zur Staatsmeisterschaft 2024 im Cyclocross. Meine Vorbereitung für das Rennen bestand zunächst einmal darin gemeinsam mit den beiden Walters beim Streckenaufbau zu helfen. Ganz schön beeindruckend was Felix mit seinen Helfern hier alles auf die Beine gestellt hat. Und ganz schön anstrengend hunderte Holzpflöcke in den gefroreren Boden zu kriegen. Aber bei herrlichem Sonnenschein steigt meine Vorfreude auf die Staatsmeisterschaften am nächsten Tag. Kein Schnee und kein Matsch in Sicht.

Staatsmeisterschafts-Strecke im Entstehen – voller Einsatz von beiden Waltern


Der Streckenbau als Abschlusstraining erscheint mir ein sehr löblicher Zugang zu meinem ersten lizenzierten Rennen und die Anfahrt von Mödling nach Maria Enzersdorf dient daüber hinaus als Radl-Check. Mit dem doch etwas ernüchternden Ergebnis, dass sich mein Tretlager nicht so sehr über die Schlammbehandlung in St. Pölten gefreut hat. WD40 als kurzfristige Lösung für das Rennen morgen muss genügen.

Vor dem Start

Gut ausgeschlafen und nach einem entspannten Frühstück (der Heimvorteil hat aufgrund der kurzen unkomplizierten Anreise schon was) geht es nach Maria Enzernsdorf. Nachdem ich meine Startnummer geholt habe, drehe ich eine Proberunde. Wirklich aufwärmen würde anders aussehen, aber mit meinem Trainingszustand habe ich ja auch nicht unendlich viele Pfeile im Köcher und behalte mir noch etwas Energie fürs Rennen. Ich freue mich dass meine zwei Herzdamen es rechtzeitig zum Start zum Zuschauen nach Maria Enzersdorf geschafft haben (unabhängig von meinem Rennergebnis habe ich jetzt schon die bestens zwei Anfeurerinnen, die man sich nur wünschen kann). Entsprechend meiner bisherigen Cyclocross-Ergebnissen werde ich in der letzten Reihe des Starterfeldes aufgestellt – das macht schon Sinn. Dann starten die Amateure zwei Minuten vor uns ins Rennen, was bei der Größe des Amateuere/Masters Starterfeld auch Sinn macht, aber später noch eine gewisse Relvanz für meinen Rennverlauf hat.

Vor dem Start

Das Rennen

Der Start ist wie immer Vollgas von allen, ich versuche einen Kompromiß zwischen nicht hoffnungslos zu übertreiben und ganz hinten festzustecken und komme eigentlich gar nicht so schlecht um die erste Kurve. Wie erwartet gibt es dann im ersten technischen Abschnitt das vollendete Chaos nachdem sich einer überschlägt und ich bin dann doch wieder fast ganz hinten. Macht nix, ich habe ja noch ein paar Prozent in Reserve und überhole ein paar der Fahrer aus den höheren Masters Kategorien. So weit so gut, doch schon ein paar Kurven später ist mein Rhythmus schon wieder dahin, nachdem einer direkt vor mir stürzt und ich beim Ausweichen auch gleich am Boden liege. Macht nix, nur ein zwei Plätze verloren und ich sehe die bekannten Gesichter, d.h. die langsamere Hälfte der Master III und IV Starter, um mich herum. Und ich liege ein, zwei Plätze vor Thomas, somit in meinem geheimen Plan.

Wiederkehrendes Thema – Thomas hart an meinem Hinterrad

Voll motiviert von diesem Zwischenerfolg mache ich etwas mehr Druck und versuche noch an die vor mir fahrenden Master III und IV Starter ranzukommen. In Runde zwei sehe ich ein Trikot vom RC Mödling am Streckenrand, wundere mich kurz, wer den da zum Zuschauen gekommen ist, und liege eine Sekunde später am Boden: Vorderrad auf einer auftauenden Stelle weggerutscht. Beim Aufstehen stelle ich verwundert fest, dass ich in einer Linkskurve weggerutscht bin, mit dem linken Knie in den Boden gedonnert bin und mein rechter (!) Bremshebel nicht UCI-konform nach innen gebogen ist… Ich versuch kurz vergeblich den Bremshebel zurückzubiegen, geb das aber gleich wieder auf nachdem mich fast alle – natürlich auch Thomas – in der Zwischenzeit überholen.

Geht auch noch mit verdrehtem Bremshebel

Es dauert eine gute Runde bis ich wieder ganz in den Rhythmus gefunden habe, aber ich schaffe es Thomas wieder einzuholen und drehe meine Runden weiter. Nicht so ideal ist natürlich, dass es durch den unötigen Sturz für mich bereits in der dritten Runde mit dem Überrundet-Werden losgeht. Beim ständigen Platz machen für die schnelleren die mich überrunden, verliere ich irgendwie den Überblick wie weit hinten ich mich befinde. Das einzige was eindeutig ist, die Diesellok Thomas hat Fahrt aufgenommen und sitzt mir ganz schön im Nacken. Ich bin langsam froh, dass ich nur 40 Minuten Renndauer habe und beginne die Runden herunterzuzählen, nur noch zwei Runden. Doch dann eine Runde später ist mein Rennen dann überraschend schnell aus, da ich vom schnellsten Amateur kurz vor der Ziellinie zum zweiten Mal überrundet werde. Somit bleibe ich nicht nur vor Thomas, sondern ich bin in 40:27 min der zweite der das Rennen beendet. Nur halt eben auch der erste (und einzige in der Master I Kategorie) mit zwei Runden Rückstand. So haben die zwei Minuten Startabstand zwischen Amateuern und Master mir eine weitere Überrundung eingebrockt, oder eine weitere Runde erspart. Wie man das eben sehen will.

Fazit

Ich bin als 11. und letzter in der Master I Kategorie gewertet geworden. Aber ich bin bei den Staatsmeisterschaften mitgefahren und habe das Rennen offiziell beendet. Somit Projekt „Lanterne Rouge“ fürs erste erfolgreich abgeschlossen. Und es ist schon ein sehr cool ein Teil der Cyclocross-Familie in Österreich zu sein. Auch wenn ich mich jetzt schon wieder sehr auf wärmere Temperaturen und längere Radfahrten freue, so hat die nächste Cyclocross-Saison schon jetzt das Potential, dass ich mich auch radfahr-spezifisch ein bißchen auf den kommenden Spätherbst und Winter freuen kann. Projekt „Lanterne Rouge“ könnte in die Verlängerung gehen, vielleicht wird’s nächstes Jahr ja ein bißchen knapper um den letzten Platz in meiner Alterskategorie.

Epilog

Nach dem Rennen bin ich zunächst mal nach Hause, habe mir von meiner Tochter ein Heldenpflaster auf meine Wunden kleben lassen und bin nach dem Mittagessen wieder nach Maria Enzersdorf um das Elite-Rennen anzuschauen. Danach haben einige vom RC Mödling noch beim Streckenabbau geholfen. Für mich als neuer Nachzügler in der Cyclocross-Familie fast schon irgendwie Ehrensache. Der heroische Einsatz von Felix von der Bikeschneiderei für die Staatsmeisterschaft muss ja unterstützt werden. Und finde es TipTop dass ich mit dieser Meinung nicht alleine beim RC Mödling bin. Cyclocross-Familie du könntest noch mehr Zuwachs von unserer Seite kriegen. (Walter schafft den Lizenzantrag für die kommende Saison sicher… und wenn Christian nächstes Jahr wieder mitfährt statt anzufeuern, dann bin ich vielleicht die eine halbe Sekunde nicht abgelenkt und reiß‘ auch keine Brezn mehr?)

Projekt „Lanterne Rouge“ – Die Vorgeschichte

Wie aus mir ein lizenzierter Radfahrer wurde

Alles hat begonnen, als sich der harte Kern des RC Mödling Vorstands (2 Walter und Simon) im Jänner 2023 bei feucht-kalten Temperaturen die Staatsmeisterschaften im Cyclocross in der Seeschlacht anschauten und dabei Robert und Thomas anfeuerten. Leicht fröstelnd wurde einhellig festgestellt, dass es cooler (und auch weniger kalt) wäre mitzufahren, statt nur zuzuschauen.

Cross ist Boss – Die Geburt der Idee ‚Projekt Lanterne Rouge‘

Mit dem Beginn der neuen Cyclocross Saison standen Walter und ich beim Jedermann Rennen des Bikeschneiderei Cross am Start. Bei herrlichem Alweibersommerwetter – also gar nicht Cyclocross-typischen Bedingungen – fuhr Walter sein erstes und ich mein drittes Cyclocrossrennen. Eine solide Platzierung im hinteren MIttelfeld und das Fazit, dass das durchaus Spass macht waren das Resultat. Thomas und Robert hatten also leichtes Spiel uns zu mehr Cyclocross-Rennstarts zu motivieren und dann gab es da ja auch noch die Neuigkeit, dass Felix von der Bikeschneiderei nicht nur Cyclocross-Referent im ÖRV wurde sondern auch gleich die Staatmeisterschaften in Maria Enzersdorf austragen wird. Während Thomas gleich begeistert über das Heimspiel war, war für mich als reiner Hobbyfahrer das noch komplett abstrakt und irrelevant.

Dennoch, das Cyclocross-Fieber hatte mich und Walter auch gepackt – welcher Radfahrer findet es denn nicht cool ein bißchen wie MvdP oder WvA zu sein – und weitere Rennteilnahmen standen auf dem Programm. Zwei Jedermannrennnen in der Seeschlacht und in der Donaustadt später – beide bei nicht sehr Cyclocross-typischen sehr angenehmen Wetterbedingungen – kam das Thema der Staatsmeisterschaft erneut zur Sprache. Walter ist voll motivert Thomas und Robert bei der Staatsmeisterschaft Gesellschaft zu leisten. Was dies allerdings auch bedeutet ist sich beim ÖRV eine Lizenz zu nehmen und sich mit wirklich guten Radfahrern zu messen. Meinem Einwand, dass ich nicht schnell genug für eine Lizenz und eine Staatmeisterschaftsteilnahme bin, kontert Walter – der dieses Jahr wirklich gut in Form ist – mit dem Satz, dass es ihm durchaus bewußt ist, dass er nur um den letzten Platz kämpft. Und in meinem Kopf bekommt das ganze Ding einen Namen – Projekt „lanterne rouge“ – das Rennen um den letzten Platz.

Parkcross in Böheimkirchen – im Schnee sind andere auch langsam

Ich beschließe insgeheim, dem ganzen eine Chance zu geben und lasse mich von Walter und Thomas zu weiteren Rennteilnahmen motiveren. Next stop – Parkcross in Böheimkirchen. Mein ungefäherer Plan lautet: „Wenn ich beim Rennen nicht ganz abgeschlagen Letzter werde, dann kann ich es auch bei der Staatsmeisterschaft probieren“. Vor dem Rennen schaffe ich es meinen Schleimbeutel im Ellbogen zu beleidigen, und um das ganze etwas spannender zu machen gibt es einen echten Wintereinbruch vor dem Rennen in Böheimkirchen. Bei herrlichem Winterwetter und schönem Neuschnee starten Thomas, Walter und ich in Böheimkirchen. Bei der Streckenbesichtigung komme ich nicht wirklich mit den Bedingungen zurecht und so ist meine Erwartungshaltung eher mässig. Nach dem üblichen Startgemetzel matche ich mich mit Thomas während Walter sich immer deutlicher von uns absetzt. Ein sinnloser Sturz bringt mich vollends aus dem Rhythmus und so schaffe ich es auch nicht mehr mit Thomas mitzuhalten. Ergebnis ist, dass ich mehrmals überrundet aber nicht als letzter ins Ziel komme.

CX-Cross in Gerasdorf – Erkältet und 2.-letzter

In den zwei Wochen bis zum CX-Mas Cross in Gerasdorf schaffe ich den Lizenzantrag mal prinzipiell auszufüllen und beim Hausarzt vorstellig zu werden. Den notwendigen Stempel habe ich zwar noch nicht, aber dafür eine hartnäckige Erkältung, einen weiterhin entzündeten Schleimbeutel im Ellbogen und einen Termin zur Blutabnahme in der Woche vor Weihnachten. Beim CX-Max Cross in Gerasdorf herrschen wieder perfekte Bedingungen und keine Spur mehr vom Winter. So weit alles gut, wäre da nicht immer noch meine Erkältung. Aber Ausreden nützen nix, Rennkilometer wollen gesammelt werden und so stehen Thomas, Walter und ich wieder an der Startlinie. Während Thomas als bereits lizenzierter Starter bei den Masters nur 40 Minuten vor sich hat, starten Walter und ich mit der Bikecard bei der Elite mit einer Renndauer von einer Stunde. Witziges Detail am Rande, meinen ersten paar Punkte im Cyclocross Cup von Böhmeimkirchen führen dazu dass ich beim Vorstart bereits namentlich aufgerufen werde. Nach dem üblichen Start-Chaos finde ich mich hinter Walter an der zweitletzten Stelle. In der zweiten Runde überhole ich Walter und versuche langsam die Lücke nach vorne zu schließen. Kurzzeitig kann ich mich von Walter absetzen aber komme den Fahrern vor mir nicht so wirklich näher. Gegen Halbzeit des Rennens überholt mich Walter zurück und am Ende bleibt mir der zweitletzte Platz mit drei Runden Rückstand auf den Sieger und ebenso vielen Runden Vorsprung auf den letzten Finisher.

3könixCross in St. Pölten – eine echte Cyclocross Schlammschlacht

Nach einer Blutabnahme und der Punktierung meines Ellbogens geht es mal in die Weihnachtsferien und ich bin mir nicht mehr so sicher, dass sich die sportärztliche Bestätigung noch rechtzeitig für die Staatsmeisterschaft ausgeht. Dennoch melde ich mich für das letzte Rennen der regulären Cyclocross-Saison in St. Pölten in der Seedose an. Zwei Tage davor – zehn Tage vor der Staatsmeisterschaft klappt es dann überraschend schnell mit dem Arztstempel. Ebenso überraschend schnell und nachhaltig ändert sich das Wetter von frühlingshaft zu 4°C und Dauerregen. Aber auf Walter und Thomas ist Verlaß und wieder stehen 3 Starter vom Radclub Mödling am Start. Die Besichtigungsrunde ist schon eher ernüchternd und als wir noch schnell die Regenjacken zum Auto bringen kommen Walter und ich schon fast zu spät zum Start. Bei tiefem Schlamm und einer Stunde Renndauer gehen wir das ganze eher vorsichtig an und ordnen uns mit zwei anderen Radfahrern recht weit hinten ein. Nach ein paar sehr schlammigen Runden komme ich fast in so etwas wie eine Rhythmus und setze mich ein paar Meter von Walter ab. Eine kleine Unachtsamkeit später stecke ich im Schlamm fest und beide Räder sich von dicken lehmigen Patzen Erde blockiert. Walter schließt zu mir auf und wir wechseln uns auf dem dritt- und viertletzten Platz ab. Während Walter aufgrund einer ungeplanten Pause noch zurückfiel schaffte ich es als vierletzter ins Ziel. Mit zwei Runden Rückstand und einer ernüchternden Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 10 km/h.

Nach dieser Schlammtaufe ist noch eine Woche bis zur Staatsmeisterschaft. Und tatsächlich ist mein Lizenzantrag am Montag vor dem Rennen bearbeitet und ich bin jetzt ein lizenzierte Radfahrer. Projekt „Lanterne Rouge“ kann in die finale Phase gehen.

Nicht schon wieder…

[Der Sommer ist die wärmste der vier Jahreszeiten in den subtropischen, gemäßigten, kalten und arktischen Klimazonen. Je nachdem, ob er gerade auf der Nord- oder Südhalbkugel herrscht, spricht man vom Nord- oder Südsommer. Der Nordsommer findet gleichzeitig mit dem Südwinter statt. Er folgt auf den Frühling und liegt zeitlich vor dem Herbst.]

Jedes Jahr kommt das äußerst überraschende und nicht vorhersehbare Sommerende (=Ende Südwinter)! Übrigens: genauso überraschend kommt jedes Jahr auch der 15. November bzgl. der Winterreifenpflicht!

Nicht mehr lange, dann folgt auch noch die Zeitumstellung (wenn nicht sogar eine Zeitenwende), denn dann ist nicht nur sehr früh kein Licht mehr, dann ist’s zudem auch noch finster! Spätestens dann boomt Zwift, Rouvy,… die Rollen sind aufgebaut, die Ventilatoren angeschlossen und… ich treff‘ fast niemanden mehr auf der Straße! Keine bunten, über den Rennlenker gebeugten, in hautenge Lycras gehüllte SportlerInnen- wir haben „saure Gurken Zeit“!

Es kann aber auch sein, dass ich niemanden mehr erkenne, man sieht ja nur mehr ein grelles, meist illegales Licht mit über 2.000lm, welches dann mit diesem lässigen Carbonfelgenrauschen in die Nacht entschwindet! Mit meinem Chinesenlicht könnt‘ ich bei voller Leistung ein Röntgen machen!

Die Lebensgefahr bleibt aber gleich groß als/ wie 😉 im Sommer: man wird zwar besser gesehen (Stichwort Christbaumbeleuchtung), das periphere Sehen ist dann jedoch etwas eingeschränkt, vielleicht kommt aber eh kein Reh, kein Hase, kein was auch immer!

So pass‘ ich dann auf gewissen Teilstücken ein wenig mehr auf; nach Klausen runter ist mir letztes Jahr ein Viech drüber gelaufen, gesehen habe ich es erst spät (ähäm, zu spät) aber wir haben uns eh nicht erwischt. Trotzdem, vielleicht läufts heuer auch wieder drüber, also Obacht! (hier das Symbolbild dazu 😉)

Die Zeiten werden wie gesagt rauer und kälter, der Regen fühlt sich auch nicht mehr so angenehm an wie noch vor ein paar Wochen! Und: als letztes untrügliches Zeichen, dass es knapp wird mit dem Sommer, die charmante Gattin lädt schon die beheizten Sohlen!

Da sind wir dann doch verschieden, ab Oktober ist bei ihr Winter, bei mir sicher nicht… (solange die Sonne scheint, die Temperatur hat da nix zu sagen 😊). Winter ist’s eben nur, wenn es gerade nicht schneit!

Aber dem RC Mödling sei Dank, die Winterwäsche ist schon da (danke an Felix, Verge und der Bikeschneiderei), den Style ist g…! Wir gehen als fesche Kampl stylish in die kalte Jahreszeit!

Also rein in die Sommermode (noch), es ist noch immer warm, es hat genug Feiertage um die Nacht zu vermeiden und die Form ist ja auch noch gut genug! Die RCM Dark Series läuft solange es nicht regnet, die Monatsteiler auch, einfach auf www.radclub-mödling.at nachschauen!

-tewalt