WATT, hääh?

Jede*r spricht von Watt bzw. wattbasierendem Training. Überhaupt jetzt, wo alle, zumindest „gefühlt“ jeder, daheim auf einem Indoor via Internet mit der Community verbundenen, fixen Trainingsgerät a la Wahu, Dachs oder Ähnlichem, trainiert. Da wird gegen Supermarios oder sonstige Comic Helden gefahren, zumindest aber gegen einen eigenen Av-at-ar?! Und ich meine definitiv: gegen!

Was man da noch wissen sollte:

Ein Watt ist ein Kilogramm pro Quadratmeter dividiert durch Sekunden hoch 3!

Dann noch:

L1 und L2 und L3 und L4 und L5 und L6 und L7 (= Laktatschwellenwert eins bis sime)

Und dann, ganz wichtig: FTP und VO2 max und natürlich HR und HRmax

Helfen tut’s auch, wenn man mathematisch etwas drauf hat, zumindest die Prozentrechnung muss man beherrschen. Es reicht aber nicht, zum Beispiel 94% von der FTP in Watt zu rechnen (während dem Fahren😊) sondern dies auch noch mit % der Zeit und % der HRmax in Verbindung zu bringen!

Kann mich noch erinnern, im Jahre Schnee (das ist gaaanz lange her), gab’s eine eher rustikalere Einteilung der Leistungsstufen:

Zu Locker = Memme weiter zu Locker = Memme weiter zu Hart = geht so bis zu Zu hart =. Normal

Zwischen Hart und zu Hart lag die sg. „Speibgrenze“, eine durchaus beliebte Maßeinheit zum Vergleichen von Leistung unter Kollegen! So konnte man zum Beispiel davon ausgehen, dass, wenn man erst nach den Kamelbuckeln vor Seckau gespieben hat, schon ziemlich gut drauf war! Auch diesmal gibt es kein gendern, Frauen sind nicht so, meistens!

Ich habe in einem Fachmagazin wie folgt gefunden: „Bist Du ein 50ig jähriger Mann und trittst durchschnittlich 3,3W/kg (wird bei uns im Verein schon der Schnitt sein, die W, nicht das Alter)? Dann darfst Du 1% für jedes Jahr, dass Du älter bist dazu zählen. Dies ergibt dann Dein globales Niveau! Ha, erwischt! Jetzt wärst Du gerne auch 50+!

Ich hab’s gemacht und mal in die Zukunft gerechnet: bei meinem momentanen Gewicht und meiner momentanen Leistung lieg ich so bei 3,6-3,8W/kg, mit weniger Winterspeck komme ich dann schon ohne Training auf 3,8W/kg. Wenn ich nun noch kalkuliere, schaffe ich, hypothetisch, im Jahr 2040 5,6W/kg bei einer FTP Schwelle von 426W. Des is net schlecht! Jetzt muss ich nur mehr so alt werden…

Aber lassen wir den Spaß (nur hier) ein wenig beiseite. Als ehemals studierter Sportwissenschaftler muss man ob der Möglichkeiten, die wattgesteuertes Training bietet, schon beeindruckt sein. Erst kürzlich habe ich die Gremlin Wattpedale (oder so?) auf das Rad meines Schatzls geschraubt und mir mal die Statistik angesehen, runder Tritt und so… es ist schon sehr lässig und sinnvoll, wenn man die Ergebnisse dann auch ins Radfahren einbringen kann. Bitte genau lesen „EIN“bringen, nicht „UM“ bringen. Habe im Laufe der Jahre auch sehr viele Kollegen gesehen (und auch betreut), die erst durch Spaß und Freude wieder besser wurden und nicht nur rein aufgrund von zahlenbasierendem Walzentraining!

So, wie bei Allem, die Dosis machts! Und die Ausprägung! Wer wie wir (=Mann) sehr leicht zur sportlichen Übertreibung neigt, sollte manchmal statt auf das Display am Lenker auf die super Landschaft schauen. Auch das kann so viel geben, dass man besser wird.

So, jetzt geh ich in den Keller und mach ein Geheimtraining, 8xL6 Intervalle mit L2 Pausen und L1 ein/ ausfahren… Bald kommt der Frühling, wir sehen uns draußen.

Walt

MAMILS, bzw. des Kaisers neue Kleider…

Wer weiß was ein MAMIL ist? Wahrscheinlich bist Du selbst auch einer, ein sogenannter „Middle Aged Man In Lycra“, also: ein Rennradfahrer! Früher waren das Männer in Strumpfhosen, heutzutage sagen wir dazu ja „winter tights black zero weight ultra…“ schönreden geht immer! 

Aber im Ernst: was einst unser altehrwürdiger Neo AD Präsident oder auch Rudi Mitteregger getragen haben, geht heute auf keine Kuhhaut nicht mehr (sogar die würde vor lauter Jucken durchgehen)… Sollte aber einer der zwei Letztgennannten noch so ein z.B. Puch Strickwalktrikot im letzten Kasten im Keller liegen haben, sind die sicher was wert. Sollten sich nämlich die Motten darüber her gemacht haben, sieht es schon aus wie ein neues „summer skinfoil III“ einer bekannten Schweizer Bekleidungsschmiede. Beide Leiberl, das Neue bzw, jenes aus dem Keller, haben gleich viele Löcher… Kostenpunkt für so ein Stück? Ab Eur 100.- kann man so ein „Unterleiberl“ sein eigen nennen, schlappe 1.376,- Schilling!! (für junge Radler*innen: alte österreichische Währung, eh schon wissen, zu Zeiten unseres ehrw…)

Aber im Ernst. Die aktuellen Trikots, … sind „a Wounsinn“, irre, was sich da getan hat. Mittlerweile kann man durchaus den Winter durchfahren, im Notfall sogar mit beheizten Griffen, Innensohlen, Handschuhinlays,…

Auf jeden Fall harte Zeiten, Ausreden bzgl. Bekleidung gelten natürlich nicht (mehr), Mamils sind voll ausgestattet! Mawils (weibl. Rennradfahrerin) natürlich auch! By the way: Die RC Mödling Mode ist cool stuff, gut sichtbar, aus guter Qualität, gut zu tragen und für Vereinsmitglieder echt günstig. Darüber hinaus gibt es für die ganz, wirklich ganz Mutigen unter uns Einteiler, ja richtig, auch Zeitfahranzüge! Ich verweise hier ganz speziell auf die Kolumne „30“, mit unseren Anzügen (von fachunkundigen Kreisen auch Rennkondom genannt) sind auf 100km durchaus noch ein paar Zehntel zu holen. Darüber hinaus wärs doch ein cooler Auftritt, beim RC Mödling Thermenregion Zeitfahrcup 2021…

Wir sehen uns dort, vielleicht sogar im Zeitfahranzug 🙂

Walt

30

Was für eine Zahl!

das perfekte Alter zum Radfahren? Das Gewicht eines  Anbauteils aus Karbon? Nein! 30 ist das Ziel aller Träume eines Hobby Rennradfahrers – die Durchschnittsgeschwindigkeit auf, na sagen wir mal, zumindest 60km! So wird der Rennradfahrer zum Radrennfahrer!

Warum hier nicht gegendert wird?

Frauen sind nicht so! Eine Frau macht eine Ausfahrt, zwei Frauen machen eine Ausfahrt, usw. (ewig)

Und die Männer? Ein Mann ist eine Trainingsgruppe, 2 Männer? Natürlich! Ein Rennen! usw. (ewig)

Wo sind die Zeiten, rauf aufs Rad und genießen? Einfach „ins Land einifahrn“… Gab es  das jemals?

Nein. Wahrscheinlich nicht und leider, auch ich bin keine Ausnahme. Man(n) ertappt sich immer wieder: gemütlich und ruhig anfahren, der Rückenwind schiebt, es rollt! Ohne es zu wollen kalkuliert das Gehirn nach 2h: es geht sich noch aus! Die restliche Strecke verläuft zwar gegen den Wind und bergauf, aber: es kann sich noch ausgehen!

Aus dem bisherigen Durchschnittspuls von lässigen 118 schlägt man bald bei 180+ an, die lockeren Stückerln gehen dann eh noch mit 165.

Meist endet man in einem (weiteren) persönlichen Waterloo, voll fertig, Schnitt: 29,8!! Waaahhhhhh

Was man dagegen tun kann? Fast nix. Meine Lösung: viel fahren, den Wunschschnitt auf 33 anheben, dann hat man am Ende vielleicht 32,8 am Tacho, voila, so einfach!

Zum Schluss im Ernst. Fast jede(r) schielt zumindest manchmal auf den Dreißiger, aber seien wir doch ehrlich: nicht jede Ausfahrt muss ein Rennen sein! Immer andrücken ist auch nicht gut, der Mut zur Pause ist heute mehr denn je gefragt (zumindest manchmal, ok?)…

So long, ride now – work later, Walt

Radlgedanken & Mehr #01-2021

kaaaalt ist's

01.01.2021! „Alles“ wieder auf Null! Kein einziger Höhenmeter, kein Kilometer! Nicht einmal ein einsames Watt auf Strava! Dafür natürlich einer, der um 03:45 in der Früh den ersten 100er reingestellt hat, so ist es halt! Jetzt nur keine Panik kriegen, wir haben ja noch das ganze Jahr vor uns, aber trotzdem: raus aufs Radl und zumindest das neue Jahr anfahren! Nur kurz. Nur langsam, bin eh gleich wieder da. Was ist es geworden? 100km+ mit 29-iger Schnitt (im Jänner durchaus ok), Männerpsyche halt. Immerhin den Nachweis erbracht, ein echter Mann zu sein. Es reicht halt nicht, immer nur die Gebrauchsanweisung wegzuschmeißen!

Corona ist abgehakt, nur so im Kopf halt, wir haben jetzt ein neues Jahr. Ich freu mich schon sehr auf die Ausfahrten, die Rennen, ja, sogar auf den warmen Regen im Sommer!

Und ich setze mir Ziele, ja, echt! Im Verein: endlich die wöchentliche Ausfahrt (jeden Mittwoch am Nachmittag, ein kleines aber feines Runderl)!

Und als Rennradfahrer bzw. Radrennfahrer?? Ein paar Saisonhöhepunkte: Race Around Niederösterreich (wird schon gehen), 24h Grieskirchen (nehm‘ ma mit), eine Anningergeschichte wäre auch noch lässig. Dazu natürlich, wenn auch chancenlos, unsere RC Arbö Mödling Zeitfahren. Nicht zu vergessen, die Clubmeisterschaft im Herbst, immer ein Renner!

Momentan ist’s zwar frisch, aber sogar das kann schön sein wie ihr seht!

Ich wünsche Euch allen eine Top Saison, nicht stürzen und vor allem: viel Spaß!

Walt