Glück


Dazu eine Geschichte:

Vorigen Sommer fahre ich eine flache Sonntagsrunde, locker! Natürlich! Zuerst irgendwo ein paar Höhenmeter im Wienerwald sammeln, dann über Baden runter nach Eisenstadt, übers Leithagebirge zurück nach Hof, nochmals rüber nach Donnerskirchen, nochmals rüber nach Kaisersteinbruch, dann über Bruck an der Leitha zurück nach Mödling.

Am Weg nach Donnerskirchen ist ein Käfer über die Straße gekrabbelt. Man stelle sich vor! Ein (nein, ich habe hier kein zweites „ein“ vergessen, das ist Absicht!) cm Käfer (Insekt), insgesamt 16.000.000cm Straße, 0,25cm Radreifenbreite und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von  3.100.000cm/h und es hätte genau gepasst, dass ich den Armen (Käfer nämlich) überfahre, irre! Hatte der ein Glück, dass ich gerade noch ausweichen konnte! Anders formuliert, was für ein Pech, wenn Du dann über den Haufen gefahren wirst.

Wenn ich nun bedenke, dass ich bei den durchschnittlichen 10.-15.000km/Jahr in den letzten 10 Jahren erst 2 x von einem Auto angefahren wurde, schönes Glück, oder?

War es Pech, als es mich mit  70km/h zerrissen hat? Oder Glück, dass dabei die 6 Rippen 5cm n e b e n der Wirbelsäule gebrochen sind. Pech, dass die Lunge kollabiert ist, oder Glück, dass es nun 1 Flügel war?

Den Martin hat’s auch mit 70 (die Turrach runter) geschmissen, so ein Pech aber auch, oder? Nix passiert, außer Hautabschürfungen, Anschiss (zu Recht) von der Gattin und ein völlig derangiertes Ego seitdem beim Runterfahren!

Bin mir sicher, fast jeder von euch kann solche Geschichten erzählen. Gibt es dieses Glück, dieses Pech?

Theoretisch (T H E O R E T I S C H!!!) hätte Martin (oder auch ich) mit 60 den Berg runterfahren können, aber:…

… nein, das ging grundsätzlich nicht!

… nein, wir hatten eh Glück, dass nicht mehr passiert ist!

… nein, wir hätten ja trotzdem stürzen können und uns,  ja, sogar noch schwerer verletzen dabei!

Nach so vielen Jahren mit tollen Ausfahrten, lässigen Rennen, vielen Radfreund*innen, coolen Gruppenausfahrten,… sage ich: was habe ich für ein Glück (wie der Käfer)! Ich habe ein super schönes Hobby, kann es auch ausleben. Jammern findet bei uns, zum Glück, nur auf höchstem Niveau statt.

Jetzt hoffe ich weiter auf unser aller Glück!. Also, raus auf die Radl, jetzt! Denn dann sind wir g l ü c k l i c h  („Pechlich“ gibt’s ja eh nicht!)!

Mittwoch ist immer die RCM Wochenteilung, Details unter
https://www.radclub-moedling.at/wochenteilung-die-mittwoch-ausfahrt/

Te Walt

Entgegnung & Wirtschaft, Tour, Olympia!

So ein Stress, da kommt man ja nicht einmal mehr zum Radfahren…

„Das Fahrrad ist der langsame Tod des Planeten!“

Der CEO der Euro-Exim Bank Ltd. (Sanjay Thakrar) hat Ökonomen zum Nachdenken gebracht, als er sagte:

„Ein Radfahrer ist eine Katastrophe für die Wirtschaft des Landes. Er kauft kein Auto und leiht sich kein Geld, um es zu kaufen. Er zahlt keine Versicherungspolicen. Kauft keinen Treibstoff, bezahlt nicht, um das Auto der notwendigen Wartung und Reparatur zu unterziehen. Er benutzt keine kostenpflichtigen Parkplätze. Es verursacht keine schweren Unfälle, für ihn sind keine mehrspurigen Autobahnen erforderlich, er wird nicht fett. Gesunde Menschen sind weder notwendig noch nützlich für die Wirtschaft. Sie brauchen keine Medikamente, sie gehen weder in Krankenhäuser noch zu Ärzten. Sie fügen dem BIP des Landes nichts hinzu. Hingegen schafft jede neue McDonald’s Filiale mindestens 30 Arbeitsplätze, neben den Leuten die dort arbeiten, haben einige Kardiologen, Zahnärzte, Diätologen und Ernährungswissenschaftler mehr Arbeit. Wähle vorsichtig: Fahrradfahrer oder McDonald‘s? Es lohnt sich, darüber nachzudenken.“

PS: Laufen ist noch schlimmer. Läufer kaufen nicht mal ein Fahrrad.„

Ich antworte dem CEO:

„RadfahrerInnen benötigen ein Auto! Wir wollen manchmal auch in Süd-, oder Westösterreich, Italien, etc. ein paar Pässe abfahren. In meinem Fall ist bei den langen Rennen oft ein Begleitfahrzeug vorgeschrieben. Dass RadfahrerInnen kein Auto benötigen ist absolut falsch. Der Mann hat ja sowas von keiner Ahnung, Banker halt!

Versicherungspolizze habe ich gerade heute wieder eine lösen (müssen), sonst kann ich bei den 24h Grieskirchen (ÖM) nicht teilnehmen, da hammas schon wieder, keine Ahnung hat der CEO!

Wartung und Reparatur: Vor ein paar Wochen ist mein Rahmen gebrochen, was glaubt der Mann, was das kostet? Und sonst? Ketten, Reifen, Schläuche, Dichtmilch, Ersatzteile, Werkzeuge,… oder auch Service beim Händler,  Kosten wohin man schaut! Die Bekleidung,… sprech‘ ich gar nicht an, fragt den Harry, der kauft sogar beim Pfanni, dass ist kein „Pemmerl“!

Unfälle? So ein Blödsinn!! Die sind leider auch bei mir nicht ausgeblieben, alleine für das Essen im UKH musste ich 17,90.-/Tag über 2 Wochen lang bezahlen (in der Stmk und in Wien ist’s billiger)!! Zum Essen war’s übrigens nicht, hab‘s immer an einen hungrigeren Leidensgenossen weiter geschenkt!

Medikamente? Haha, frag doch den Winokurow, den Jan, den Bernhard,… keine Medikamente, beim Radfahren, ha!!!

Diätologen,… nochmals haha, hat der Mann überhaupt einen Tau, wie sich kg zu Watt und Alpenpässen verhalten, anscheinend nicht! Schon der alte Schleck mit 189cm und 68kg Gewicht (geschätzt) sagte einmal kurz vor der Tour: „so fett habe ich keine Chance“!

Leider scheinen wir RadfahrerInnen, wenngleich so viele, nicht ernst genommen zu werden. Nicht von der Politik als WählerInnen (siehe Genehmigungen für z.B. Clubrennen), nicht von Autorasern, die bis zu 5 Sekunden verlieren, wenn sie nicht durch uns durchfahren können, nicht die Motorrad GP Aspiranten, die halt nur 3 Sekunden auf ihrem Weg in den OP als Organspender verlieren! Nicht von den Jagdaufsehern, weil nur wir das Wild stören, nicht von den HundebesitzerInnen, die Ihre Hundzerl ohne Leine (wahlweise mit langer, unsichtbarer Leine über den Weg) laufen lassen („der tut nichts“)…

Maus, aus, ich stoppe hier und sage, der Mann hat nicht recht, das Terrain an sich wird hier gefährlich. So sei hier nur gesagt: „ein Todl bleibt ein Todl, egal ob zu Fuß, auf dem Rad, im Auto oder auf der Maschin!“ Nur nicht aufregen, aber trotzdem etwas sagen!

Wir hatten wieder Tour de France, endlich waren die radsportlosen (seit dem Giro) Zeiten im home office vorbei, wir konnten uns die Arbeitszeit wieder mit der Zusammenfassung des Vortages vertreiben 😊!

Was für eine erste Etappe, 50x Karbonrahmen geschrottet! Ob nicht diese @@@ Zuseherin, die den Massensturz verursacht hat, eine dieser „Todln“ ist?

Alaphillipe hat’s schon wieder getan, sehr lässiger Antritt am Anstieg. Bin gleich danach voll motiviert raus, ein Sprint von Hinterbrühl nach Weißenbach (ohne aufwärmen natürlich), Vollverrauchung kurz nach der Autobahnunterführung. Da haben meine Watt halt nicht gereicht. Ich glaub fast, der Franzose trainiert, a) besser, b) mehr, c) mit mehr Talent, und d) er hat das bessere Radl…(und jünger ist er auch😊)

Patrick Konrad hat (s)eine Etappe gewonnen, übrigens ein Österreicher und im noch engeren Sinne ein Mödlinger. Jetzt sind wir alle ein bisschen Sieger 😊(… speziell wir vom RCM).

Anna Kiesenhofer hat’s auch getan. Chapeau, unglaublich gefahren, verdient gewonnen! Sind WIR stark! Übrigens: Sie folgt absolut dem Trend bei uns im Wienerwald und auch sonst so! Immer mehr Frauen auf dem Rennrad, echt lässig. Somit werden diese Testosteron geschwängerten Wettkampfmoleküle in der Luft doch ein wenig mit Östrogen verdünnt!

Wenn ich schon Triggerbegriffe wie Training, Diät,.. verwendet habe, sollte ich natürlich gleich in die Umsetzung gehen. Heißt: mittwochs brav zur RCM Wochenteilung. Allerdings versuche ich vorab schon ein paar km mehr mitzunehmen. Mit der traditionellen Nachbesprechung beim Bachwirt fällt sonst die Kalorienbilanz äußerst grenzwertig aus (@Thomas: die Eispalatschinken mit Bier wird durch eine Runde inkl. Hochroterdstich kalorienmäßig nicht aufgewogen 😊)!

So, jetzt noch die Couchpolster reinigen, auf die Tour und Olympia folgt nun bald die Vuelta, so könnt’s weitergehen.

Keep on Riding, wir haben noch immer Sommer, also RAUS!!

Te Walt

Radfahrcovidproblematiken!

Gefühlte eineinhalb Jahre Covidlockdown liegen nun hinter uns, hat uns das geschadet (der Form)?

Jänner und Februar 2020:

Meldungen aus China oder zumindest von weit weg über eine Grippe! Kaum interessant weil… ich bin da und nicht dort,… ich habe die ersten 2 Februarwochen in Gran Canaria gebucht (Geheimtraining 😊). Darüber hinaus haben wir alle in dieser Zeit ja eher Panik, weil zu wenig trainiert (saukalt, nass, oder beides)!

März 2020:

Jede/r hat total geheime Informationen von einer geheimen Quelle; auch bei uns steht ein Lock Down bevor, die Leute sterben lt. Geheiminfo wie die Fliegen bzw. haben eine leichte Grippe. Supi, ich darf mir den Krankheitsverlauf aussuchen!

Auf jeden Fall müssen wir HAMSTERN! Haben eh alles zu Hause, bin absolut der Falsche dafür. Wie soll ich wissen, was mir fehlen wird und ich jetzt noch nicht vermisse bzw. überhaupt weiß!!? Außerdem: Klopapier ist beim Spar aus, Dosenpfirsiche auch. Evtl. Chilli con Carne vom Hofer, aber das esse ich ja sicher nicht! Meine alternative Hamstereinkaufsliste: Ersatzschläuche MTB und RR, jeweils 1 Satz Reifen, Extraspeichen, Züge,… Öle und Fette, Werkzeug sowieso und weil man eh gerade einkauft, geht noch ein Trikot mit. Und eine Jacke. Und das 17te Rücklicht!…

15. März 2020, ca.:

HARDLOCKDOWN! Keine gemeinsamen Ausfahrten, kein Einkaufserlebnis (hähh), kein Entfernen von zuhause, kein alles! Ich geh‘ halt einmal (geheim) trainieren, Hausrunden, 3-5 Hunderter (km) gehen dann die Woche, ist ja auch Kurzarbeit! Wer das einmal bezahlen wird? Wir leiden aber auf hohem Niveau! Dazu ein echtes Special, sogar die (wenigen) Autos halten Abstand von mir als Radler, lässig, ob das so bleibt? (Nein, natürlich nicht!! Gefühlt wird es jeden Tag schlimmer, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal)

Ich habe noch keine Angst, alles easy, die Form stimmt!! Aber dann, erste Rennabsagen! Das ist hart! Mein Leben damit voll eingeschränkt! Wer denkt schon an die Leute auf Intensiv,… die sind ja 1. andere und 2. noch immer weit weg (zwar nicht China, aber trotzdem!)

Dann aber: ANGST!! Die Regierung gibt bekannt: „wir vertrauen auf den gesunden Menschenverstand der ÖsterreicherInnen“!!! Damit war klar, genau die Leute, die so etwas exotisches benötigen würden, vermissen denselben einmal sicher!

So schlimm kann es aber noch nicht sein, ein Babyelefant klingt ja niedlich! Woher soll ich in Österreich wissen, wie groß ein Babyelefant ist, wird, sein soll? Ich kenne eine Kuh, ein Schwein und ein Hendl!

Na egal, ich geh‘ raus trainieren, der Abstand wird schon reichen, zumal ich alleine fahre!

Sommer 2020:

Alles wieder ok, die Gastgärten sind offen, wir dürfen wieder einkaufen, was will man mehr? Urlauben wird schon schwierig, aber zumindest sind die gefährlichen Sachen gedanklich weit, weit weg! Und: die AutofahrerInnen werden schon wieder aggressiver, eh klar, die verlorene Zeit muss eingeholt werden! Zudem: diese @@ Radlfahrer, die haben Spaß und wir Corona, oder so! Aber die Form ist ok, der Sommer auch!

Herbst/ Winter 2020:

Eine rennfreie Saison geht zu Ende, aber alle kurzarbeitsgeplagten RadlerInnen sind trainiert bis in die Haarspitzen, auf Strava läppern sich die km und hm nur so!

2020/ 2021:

Wie soll man das beschreiben? Hardsoftlockdown mit Öffnungen und logische Erleichterungen bzw. Hilfen für alle Bereiche, die guten Zugang bzw. gute Lobbyarbeiter haben? Egal, wir sind RadfahrerInnen und keine Politiker… gut so!!

Ein Tag im April 2021

Asche auf mein Haupt, der Tag der Impferschleichung! Obwohl kein Bürgermeister,… hat es sich so ergeben, dem Race Around NÖ sei Dank! War eh knapp, 2 Wochen nur eingeschränkt trainiert, macht echt müde so ein Jaukerl!

Angst habe ich keine. Erstens hab‘ ich mir (seinerzeit) für meine Südamerikareisen alles Mögliche ungefragt und uninformiert reinspritzen lassen, zweitens habe ich keine Angst bzgl. der nun in mir aktiven spysoftware vom Billie Gates. Er hätte mein Bewegungsprofil einfacher bekommen, auf Strava! Immerhin komme ich jetzt auf mindestens 2 der 3G (Gesund, Geimpft,…) manchmal auch auf mehr. Übrigens, mein Handy kann 5 (G)!

Seit Mai 2021

Ein großes Problem tut sich natürlich auf, im Suezkanal steckt ein Riesenpfropfen, sehr viele Container mit Rädern und Ersatzteilen stecken für Wochen fest, jetzt wird’s ernst! Gut, dass ich meine Räder nicht jährlich wechsle, aber die unter euch die das tun (müssen) kommen nun ins Schwitzen.

Es (Covid) dauert nun schon sehr lange, es ist hart! Härter als… was? Na egal, es ist ein Ende in Sicht! Eh schon wissen, gesunder Menschenverstand,… Und trotzdem, jetzt dürfen wir wieder, jippieh. Auch wir (RC Arbö Mödling) haben seit 19. Mai schon zwei Einzelzeitfahren veranstaltet, dazu auch schon 3 s.g. Wochenteilungen (lockere Mittwochabendclubausfahrten) gefahren, wir leben noch und wieder!

Wie geht’s weiter?

Egal ob dafür oder dagegen (aufpassen, Masken, Impfung,…), wir, die RadfahrerInnen stehen da drüber und üben unseren Sport aus! Wir sollten es wie mit allem halten: Leben und leben lassen! Vielfalt ist gefragt (deswegen haben wir nicht alle die gleichen Räder, z.B.). Da wir tun können, was wir lieben, können wir zufrieden sein (und mehr).

Übrigens, schon bemerkt? Seit 31. Mai ist der Winter zu Ende, ja, echt. Ich gehe jetzt sofort raus, das erste Mal kurz/ kurz, mit dunkler Sonnenbrille.

Wir sehen uns auf der Straße oder auch am Trail,

te Walt

PS.: Jeder Beitrag beschreibt die höchstpersönliche Meinung der SchreiberInnen, muss daher nicht Ausdruck des Clubs bzw. der Clubmitglieder sein!

Race Around Niederösterreich – Weit Radlfoahn

600km – 6.000hm

Einen Tag vor einem Weitradlrennen gehst Du um 22:00 schlafen (morgen um diese Zeit bist Du schon 4h unterwegs), stehst am nächsten Tag um 6 auf. Der erste Gedanke…? Morgen um diese Zeit bin ich erst 8h unterwegs, nicht einmal die Hälfte!

Du schaust jede Stunde ins Wetter App, vielleicht wird‘s eh besser. Radfahren wäre super zum Beruhigen, aber das Rad ist schon im Begleitfahrzeug, jetzt gibts nur noch warten, toll, genau mein Ding!

Dann stehst Du auf der Startrampe, es regnet leicht, frisch ist‘s auch (die „Ganslhaut“ siehst sogar durch die Beinlinge). Komisches Gefühl, weil eines ist sicher: locker wird es (wahrscheinlich) nicht. Wer macht eigentlich „Sachen“, die man nicht machen muss, wissend, dass es weh tun, sehr hart,… wird? Freiwillig!?!

Endlich am Rad, los gehts! 600km noch, 6.000hm, aber die sind noch weit weg. In 3h wird es finster und damit noch kälter, geduldig bleiben, egal wie schnell Du fährst, es dauert trotzdem noch echt, echt lange!

Es funktioniert wie im Schotterwerk, alle Teilnehmer mit dem ungefähr gleichen Leistungslevel werden auf ein paar km verteilt quasi „zusammen gerüttelt“. Du siehst permanent die orangen Blinklichter der Begleitfahrzeuge der KonkurrentInnen in der Nacht blinken. Lieb sind die Leut‘ im Weinviertel, immer wieder ein paar Zuseher, die Dich, auch weit nach Mitternacht, vom Straßenrand anfeuern, sehr lässig.

Am Horizont links hinten ein erstes Anzeichen der Morgendämmerung, nur mehr -2°C, aber das Licht wird helfen.

Seit Stunden ist mir schlecht, die Trinknahrung will an die frische Luft, leider von der falschen Seite aus! Die Hauptaufgabe: gegen den Gedanken aufzugeben anzukämpfen, stundenlang, die Beine sind aber gut, die fahren eh! Aber der Kopf! Noch immer 300km! Könnte einfach stehenbleiben, macht überhaupt nichts, das Leben läuft gleich weiter,…`! Ich trete aber weiter, wie hat der Teamchef AD gesagt? „Wennst‘ 301km hast, brauchst nicht mehr umdrehen, das wäre dann ja weiter“! Trotz diverser Schmerzen muss ich lachen… und fahr‘ weiter!

Endlich geht‘s rauf zum Semmering, mir ist nicht mehr so übel, die Beine sind noch immer gut. „Jengs“ (Voigt) würde sagen, „er fährt einfach seinen Stiefel“… Oben auf der Passhöhe gibts einen Kontrollpunkt, Video und Check; weiter geht‘s, die Kalte Kuchl, ein paar Schupfer und der Wastl im Wald warten. Irgendwo dazwischen ein 23% Steigungsschild, eh schon egal! Mir gehts recht gut, mach mir eher Sorgen ums Begleitteam, die haben schon sehr müd ausgesehen.

Auf was es nun ankommt? Bergauf, technisch sauber „rhytmisieren“ rund treten, Frequenz fahren. Bergab konzentrieren! Nach mittlerweile 14h pausenlos am Rad verschätzt man sich bei 70kmh vor einer Kurve nur ungern (sonst aber auch).
Endlich wieder über die Donau, Ybbs (auch AD) ist erreicht, dazu mein Lieblingsstraßenschild: „Radfahren verboten, ausgenommen Rennradfahrer“, lässig!

Ab nach rechts, letzte Etappe wieder rauf ins Waldviertel! Gibt‘s dort überhaupt Fußball oder Tennis? Es geht nur mehr rauf und runter, flach und eben ist’s gefühlt nicht mehr!
Die letzten Stunden sind super, die Einteilung hat gepasst, ich kann sogar 2 Zweierteams überholen. Sie versuchen noch, alle 5 Minuten zu wechseln, aber es geht extrem gut, ich sehe sie erst wieder im Ziel, da bin ich schon umgezogen.

15km noch, oha, der RC Arbö Mödling Obmann himself ist auf einmal da (am Rennrad natürlich) und gibt mir, neben Begleitschutz auch noch die Energie, „all out“ zu fahren, es geht super dahin, ich sehe das Schloß in Weitra auftauchen, es ist sooo lässig.

 Ab durchs Ziel, ich würd gerne die Welt und jede(n) umarmen, wobei ich das normalerweise absolut hasse! 22:40 am Rad, 2h Pausen bzw. Stillstand (Ampeln!… 20min musste ich aufs Begleitfahrzeug warten, die brauchten eine Rast um Nudelsalat zu essen und die Sonne zu genießen, gut so).

Was bleibt? Ich weiß noch immer nicht, warum man so etwas macht, aber: ich glaube echt, dass ich ein besserer Radfahrer geworden bin, in nur 24h! Und ein besserer Mensch vielleicht auch! Kann‘s nicht erklären, fühlt sich aber so an!

Und sonst noch? Die Begleitfahrzeugjungs (Martin, Wolfgang, Reiner, Marco) waren immer da, Barbara, Tatjana, Matthew und Leyna und viele Freund*innen und Kolleg*innen super dabei, danke euch allen!  Weitradlfoahrn hat etwas, man kann es nur erleben, nicht erklären. Einfach mal selbst ausprobieren, keine Angst. Wenn 20km weit sind, dann eben nur diese 20km, oder eben 100 oder 200… Einfach einmal eine Grenze austesten! Und wenn es zu viel ist, auch kein Problem, es passiert nichts, es ist nicht wichtig! Oder doch?

Radfahrerinnen

Auf vielfachen Wunsch (meiner Schwester) geht es heute um ein, für uns Radfahr(ER), Thema, über welches wir auch sonst schon nichts, wenig, aber sicher immer zu wenig wissen!

Alle hier bereits geschriebenen Artikel (Geduld, Watt…, außer Mamils) treffen natürlich auch auf Frauen zu. Nur, Männer sind insgesamt, nennen wir es, einfacher gestrickt (man kann dies auch viel, viel böser ausdrücken).

Die folgenden Zeilen beruhen nicht auf Wissen, sondern rein auf Beobachtungen und daraus resultierenden, total subjektiven Erklärungsversuchen!

Aktuell bin ich nach Schwarzensee raufgeradelt, im moderaten Trainingstempo, quasi fast voll aber mit entsprechender Reserve. Man(n) läuft ja sonst in Gefahr, dass wer auffährt und man entscheiden muss, die Herausforderung anzunehmen! Nun aber das Dilemma! Eine junge [Pause]… Frau zieht, ziemlich am Anschlag, am steilsten Stück vorbei. Dann noch eine!!

Was tun? Wie soll man als Radfahrer (männl.) mit dieser Situation umgehen? Gönnerhaft fahren lassen aber dranbleiben (=man könnte, wenn man wollte)? Vorfahren und die totale Niederlage wegen Explosion vor der Höhe riskieren? Nichts, weil, das müssen ja mindestens Profiradfahrerinnen sein?

Der professionelle Mann geht auf Nummer sicher: umsehen, ob eh kein Kollege in Sicht ist (d.h. keine Zeugen), danach nicht reagieren und lt. Jens Voigt den „eigenen Stiefel“ weiterfahren, nix passiert!

Ja, meine lieben Herren und Vereinskollegen, die Zeiten sind (fast*) vorbei, in denen die Frau/ Freundin/ Klubkollegin mit dem alten, teils kaputten und natürlich nicht mehr entsprechendem Rad in 15m Abstand (=außerhalb des Windschattens) in der Aerobicmode und im weiten Baumwollshirt am Anschlag hinter dem Herrenradler auf seinem neuen Carbonvelo nachgefahren ist, damit man auch wieder einmal etwas gemeinsam macht! Und danach musste die arme Frau auch noch am Stammtisch mit zehn verschwitzten, Bier trinkenden Männern sitzen, die sich Heldentaten aus den vergangenen Radrenntagen erzählen! Wie gesagt, diese Zeiten sind VORBEI, endgültig, gut so!

(fast*): ich komme darauf zurück: es gibt da doch noch eine aktuelle Geschichte einer gemeinsamen Ausfahrt eines befreundeten, noch immer verheirateten Paares. Sie will etwas gemeinsam machen, er auch. D.h. der Mann M. mit 15.000 Trainingskilometern (Frau, T.: 0) entscheidet sich für eine schöne gemeinsame Radtour, lockere 300km+ von Passau nach Wien… T. hat nach dem ersten Regentag dann doch eine Radmode bekommen… wie gesagt, sie sind noch immer verheiratet, gemeinsam kann man auch andere Dinge machen!

Natürlich gibt es Unterschiede! Natürlich gibt es andere Zugänge zu unserem Sport, aber: das hat einmal grundsätzlich nichts mit dem Geschlecht zu tun! Gerade jetzt fällt schon auf, wie viele Frauen auf das Rennrad, Bike, … gewechselt sind, um ihre Runden zu ziehen. Vor einigen Jahren noch Exotin, nun Radfahrerin, bitte weiter so! Unserem Sport wird gerade der Kopf ein wenig zurechtgerückt, nicht jede Genussausfahrt wird zum Rennen, vielen Dank. Und Obacht die Herren, fix ist es nicht, dass ein Frauenantritt nicht für Dich reicht. Neben vielen anderen gibt es z.B. in einem Radklub in Wien (mit einem Frauennamen), eine gleichnamige Frau, die einem schon die Grenzen aufzeigen kann! Und aufgepasst liebe RC Arbö Mödling Herren, sie hat auch schon zugesagt, bei unseren (nun bald startenden) Mittwochsausfahrten (Ausschreibung auf unserer HP) dabei zu sein! Darum, zur eigenen Sicherheit, werden wir diese Ausfahrten NICHT zum Rennen machen, dies dient nun auch zu unserer eigenen Sicherheit (Seelenheil und interner Heldenstatus)!

Ihr seht, da ich ja in einer sehr glücklichen Beziehung lebe, gehe ich NICHT genauer auf das eigentliche Thema ein, es soll ja auch so bleiben!

Wir alle sollten verstehen, dass es in diesen, „zerFacebookten“, zerStravaten“, selbstauftrittsverliebten Zeiten an der Zeit ist, mit alten Mustern zu brechen (als Mann bzw. Radfahrer). Es gibt kein „Besser“, „Schlechter“, … es gibt nur uns RadfahrerInnen! Alle zusammen die diesen Sport echt gerne haben. Alle zusammen leider noch immer das Feindbild einiger intellektuell eingeschränkter Verkehrsteilnehmer im Auto oder am Moperl!

Das Schöne dabei, man kann und soll seinen „Vogel“ ja trotzdem voll ausleben, ob gemeinsam oder einsam! Sehen wir uns halt wie die Spatzen (=Sperling?), da gibt’s von außen keinen Unterschied, „eiweindig“ (=steir. für innenliegend) kann man sich (und andere) ja anlügen! Oder wie die Enten: von außen gut unterscheidbar, eiweindig sind beide Vögel!

Apropos Vogel: te Walt geht jetzt ein wenig raus zum Trainieren! Das RAN startet in 2 Wochen, da will ich einigermaßen fit sein. Zudem trifft man ja viele nette RadkollegInnen, der Frühling ist da!

KJ, Kcal, KW, W,… Essen & Trinken halt!

Ernährung oder Nutrition (spätlateinisch nutritio ‚Ernährung‘, lateinisch nutrire ‚nähren‘) ist die Aufnahme von organischen und anorganischen Stoffen, die in der Nahrung in fester, flüssiger, gasförmiger oder gelöster Form vorliegen. Mit Hilfe dieser Stoffe wird die Körpersubstanz aufgebaut oder erneuert und der für das Radfahren notwendige Energiebedarf gedeckt.

Heute geht es um Essen und Trinken! Beginnen wir mit der Theorie:

Merke:  KW mal gefahrene Sekunden durch 0,23 durch 4,2 ergibt die Kcal/h, die Du verbrauchst, zirka! D.h. z.B. ich für das geplante RAN am 07. Mai:

0,2 x 86.400 : 0,23 : 4,2 = 17.888,2 kCal („Verbrauch‘ i“)

700 x 24 = 16.800 kCal („Brauch‘ i“)

Diese Werte sind übrigens grob übertrag- und skalierbar, jede(r) ist anders, die einen haben lieber Bier, die anderen eher Wein!

Soviel zur Theorie des anstehenden RAN (www.ran-bike.at)… Der Kalorienverbrauch wird, bei einer Fahrzeit von 24h so um die 17.000 sein, reinbekommen kann man maximal 700Kcal/h (bei mir geht’s eher in Richtung 600, außer beim Grillen). Auf jeden Fall is(s)t’s theoretisch möglich, ernährungsmäßig ausgeglichen zu bilanzieren! Wenn man sich an einen “Ernährungsfahrplan“ hält! Gut ist es dann aber auch, wenn sich der Körper daran hält, dass ist allerdings Tagesverfassung und Übung.

Blöd nur, wenn es nicht klappt, dann kann es zu „Mehrerlei“ kommen:

Gastrointestinale Beschwerden: eher hinten unten
Hungerast: überall
Rückwärts essen: eher vorne oben

Ohne jetzt aber gleich 20h+ am Rad zu sitzen, essen und trinken beeinflusst die Performance doch einigermaßen. Hatte einmal vor langer Zeit vergessen zu essen, bin dann aber am Bike mit dem Rutsch auf den Steinplan! Fast ganz oben, ein klassisch herrlicher Hungerast. Ich, mehr oder weniger stehend auf dem Schotterweg und eine sehr, sehr korpulente Familie, alle noch dazu in Leggins (weil’s so angenehm ist), überholt mich spazierend! In Crocks! Als Todesstoß, zuerst der Dackel, der mich beim Überholen auch noch mitleidig angehechelt hat!  Übrigens: Ein anderer Freund vom Rutsch hat einmal in Italien auf den Knien eine Zuckerrübe ausgegraben und reingebissen! Schön langsam glaub ich, es liegt am Rutsch (= der Weltbeste), oder eben am Essen (vergessen)!

In diese Abteilung (die, die nicht essen) gehören wir beim RC Arbö Mödling meistens immer eher nicht! Biken am Anninger und dann ins Bockerl, so schaut es aus. Ich kenne zufällig die Speisekarte dort, habe neben dem Schnitzel, den Riesenknödeln? (stimmt nicht),… weder Frühlingskräutersuppe noch Porridge,… gefunden. Ich habe aber gehört, dass es Leitungswasser geben sollte, kann dies wer von euch bestätigen?

Ein bissl sollte man jedoch auf die Ernährung achten. Auf alle Fälle dann, wenn es einmal weiter oder schneller oder beides wird! Spätestens bei stundenlangen Touren spürt man sowieso, dass die Croissants vom Frühstück nicht ganz ausreichen. Ab einer gewissen Intensität gibt der Körper bei „zuviel“ sofort Bescheid, man isst dann eben rückwärts. Bei „zu wenig“ natürlich auch, man fährt dann (gefühlt) rückwärts!

Neben „studieren“ (vorab mal hinsetzen, sich die Zutatenlisten und Energiewerte reinziehen) hilft nur und unbedingt „probieren“. Sonst landest Du wieder bei: „rückwärts essen“ und das ist echt schlecht für die Performance!

Es geht sich also nur aus, wenn alles, wirklich alles, zusammenspielt. Die Leistung so wählen, dass die Energie aus den Körperreserven bereitgestellt werden kann, nur so viele Kalorien reinschieben wie verwertet werden können (ob flüssig oder/ und fest hängt von Deinen Vorlieben ab). Ah ja, schmecken sollte es auch einigermaßen. Und: mitnehmen muss man die Sachen ja auch, ein Sandwichwecken mit Haussalami macht unschöne Flecken am Trikot hinten, sieht dazu nicht ok aus und steht im Wind!

Te Walt wünscht euch allen „Guten Appetit“, ich fahr jetzt eine kleine Runde, dann werfen wir den Griller an, wenn er schon da steht 😊 (und es nicht schon wieder schneit)!

RAN an die Waden!

Te Walt wird ja heuer das RAN fahren. Momentan sieht es so aus, dass dieses von 07.-09.05. stattfindet, aber „who knows“, Corona, eh schon wissen. Aber, ich tu‘ mal so, als ob es so wär‘…

Vorbereitung ist sowieso das falsche Wort. Vor der Saison ist ja bekanntlich nach der Saison, dazwischen kommen nur die paar Weihnachtskekse. Genaugenommen gibt es nur: DIE (eine) RADSAISON, 01.01.-31.12.! Jedes Jahr! Immer!

Natürlich gibt (gäbe) es neben dem Radfahren auch noch andere Sportarten, aber hier sind wir auf der Homepage des RC Arbö Mödling, da geht es halt vorrangig nur darum! Um es aber erwähnt zu haben, bei uns im Club gibt es SurferInnen, SkitourengeherInnen, Wanderer (gibt es Wanderinnen?), GolferInnen,… eh alles also.

Jetzt aber weiter im Text, das RAN. Neben einer guten Form, einem guten Team, einem guten Tag,… ist Streckenkenntnis alles. Kann mich an meinen ersten Glocknerman erinnern. Hatte mir die Soboth angesehen, das Lesachtal mit dem Katitscher Sattel, den Iselsberg und dann natürlich den Glockner! Die südsteirische Weinstraße! Nein, die kannte ich ja. Leider nicht vom Radfahren, eher von diversen Weinverkostungen! Die Weinstraße kann Dir aber auch ohne ein einziges Achterl ganz schön die Zähne ziehen, überhaupt dann, wenn Du sie auf Druck bei 32° im Schatten fährst.

So war für heuer klar, Streckenkenntnis muss her. Die Renneinteilung steht nun theoretisch: die ersten 340km flach? (mit ca. 1.800hm) durchs Weinviertel, die nächsten 170km bergig (mit ca. 2.800hm) übern Semmering ins Schneeberg- und Ötscherland um dann die abschließenden 90km ins Ziel durch das hügelige Waldviertel zurück nach Weitra (nochmal 1.400hm) zu gelangen. Mittlerweile alles locker im Training abgefahren, hat sich easy und lässig angefühlt. Leider weiß ich aber mittlerweile auch:

„Je weiter man fährt, desto steiler wird’s Flache“!

Nach geschätzten 19-20h am Radl ist sogar die Auffahrt zu einer Donaubrücke mit 12hm eine lange, steile Rampe! (aber dann hat man noch immer 1.500hm+ vor sich), kein „Pämmerl“ nicht!

Jetzt sind alle in den vorigen Beiträgen (Radlgedanken) erwähnten Tugenden gefragt: Geduld (die ersten 300km schafft ja jeder), also nicht zu früh andrücken, Zeitmanagement, Watt, 30 (kmh… wenigstens daran muss ich nicht denken, durchkommen heißt die Devise)…

Ungemein hilfreich wird das Team (Marco & Martin). Nicht, weil sie sich um alles kümmern (Verpflegung, Getränke, Bekleidung,…) sondern hauptsächlich wegen der „Psiche“. Ich fahr lieber 600km mit dem Radl durch, als einem Radfahrer diese 600km mit zeitweise 10km/h hinterher zu schleichen (1 Gang) und auf den Hintern zu schauen (gehe zu Radlgedanken, „Mamils“). Den ersten und einzigen Wadenkrampf im Team beim Glocknerman hatte nicht ich als Radfahrer, es passierte im Begleitfahrzeug dem Fahrer 😊!

Nun aber nochmals zur Einteilung. Weitra bis Neunkirchen eher flach, d.h. zügig fahren und nicht zu sehr attackieren, dann die Berge schaffen (des geht schon) um dann „nur“ mehr die letzten 90km ins Ziel zu cruisen. Klingt so einfach, ist es aber nicht. Nicht umsonst haben alle FahrerInnen gerade vor den letzten Stunden im Waldviertel mit seinen bissigen Rampen den größten Respekt, da tut’s jedem richtig und ehrlich weh! Oje!

Egal, wieviel man trainiert, es ist für jede(n) extrem hart. Bist Du der Christoph Strasser oder der Kaider Phillip, geht’s Dir ganz gleich, jeder fährt am letzten Eck auf seinem Niveau. Vielleicht ist es sogar noch wilder, sich als „Aged“ Hobbyfahrer zu „beschädigen“, wir werden’s sehen.

So lautet die Devise, zuerst sehen ob’s gesundheitlich geht, dann aufpassen, dass nichts passiert. Wenn alles gut geht, durchkommen und wenn’s dann noch ein Wunschkonzert gibt, eine gute Zeit (=durchkommen) zu schaffen! Echt jetzt?

Hmmm, schaummaamoi?

Te Walt

Zeitmanagement!

… ist ja kein Problem, oder?

Die gute Nachricht vorweg: wir sind alle Manager*innen, ganz besonders die Menschen, die Rad fahren!

Seit ca. 3.500 Jahren teilen die Radfahrer*innen einen Tag in 24h. Dies ist die kleinste mögliche Zeiteinheit für uns, um unseren Sport ausüben zu können, mindestens!

Damals haben ganz kluge Köpfe den Tag eben so eingeteilt, zuerst mit Hilfe der Sterne, dann mit der s.g. Klepsydra. Komischerweise war dies quasi eine Sanduhr, allerdings auf Wasserbasis, nicht blöd… Ich nehme allerdings ein Garmin, Polar, Wahoo,…

Aber nun weiter, WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT!

Beginnen wir mal zu rechnen:

Acht Stunden pro Tag sollen wir schlafen. Eine Stunde benötigen wir für das Aufstehen, Strecken, Duschen bzw. Morgentoilette generell, Frühstück,…

Da die Meisten von uns (noch) arbeiten müssen, gehen hier einmal mindestens zehn Stunden drauf, Den Hin- und Rückweg habe ich schon reingenommen, bzw. durchschnittliche Überstunden der Fleißigen unter euch. Hier sei auch gesagt: Arbeit beeinflusst ein Privatleben ungemein negativ, rein zeitmäßig betrachtet!

Gesamt haben wir nun schon neunzehn Stunden verbraten und sind NOCH IMMER NICHT RAD GEFAHREN!

So, nun sind wir zu Hause, ab November bis März ist es also schon finster, grrrr! Und kalt und meist auch nass, brrrr!

Nehmen wir mal an, man wollte das Keyboard im Büro nicht verbröseln, dann muss man nun auch eine Kleinigkeit essen, sich wieder sammeln, also ankommen. Wieder eine Stunde beim Teufel. Jetzt kommt’s aber erst. Hat man dann noch eine Frau/ einen Mann/ eine Freundin/ einen Freund oder NOCH schlimmer, eine Frau UND eine Freundin oder einen Mann UND einen Freund… dann wird’s schon eng mit der Zeit, mindestens zwei Stunden weg. Wer von euch hat Kinder? Dann gleich nochmal mindestens eine, besser zwei Stunden!

Wieviel haben wir? DREIUNDZWANZIG Stunden und noch nicht einmal umgezogen! Ziehen wir umziehen, Radl herrichten, die Brille und den zweiten Beinling suchen, das Hinterrad aufpumpen, hinterher duschen… zusammen, ist noch eine Stunde weg.

Endlich aufs Radl! Im Schnitt will man doch wohl 8-10 Stunden unter der Woche am Radl sitzen, kommen also 1-2  (im Schnitt) Rad fahren am Tag dazu (Wehe denen, die den einen 100er in diesem Monat noch nicht gefahren sind!). Wir haben nun sechsundzwanzig Stunden weg, was haben sich die alten Ägypter mit den 24 Stunden eigentlich gedacht, NICHTS?!?!?

Rechnet man nun noch täglichen Kleinkram dazu, Rad reparieren, Rad putzen, einmal in der Küche helfen,… waaas? im Garten muss man auch etwas machen? Zuerst ist’s 5 Monate finster und dann wächst das Gras wieder, dauernd! Und die Hecke! Und…

Habe ich schon erwähnt, dass wir uns, bis jetzt, noch nicht einmal eine Minute für ein gemeinsames Bier rausgeschlagen haben?

Die Mathematiker unter euch werden nun kalkulieren und mit Einwürfen kommen, man kann ja sicher ein paar Stunderl ins Wochenende reinschieben aber: erstens kommen unter der Woche noch mindestens vier Stunden dazu, die sind zum Regenerieren (weil nur da wird man besser). Am Wochenende fahren wir weiter und damit länger, da sollten nochmals vier bis sechs Stunden dazukommen! Schön langsam sind wir zeitlich im Eck.

Was sollen wir tun, 24 Stunden reichen nicht! Wo sparen wir ein? Kinder ins Heim geht ja dann doch nicht, was sollen die Nachbarn sagen (so auch beim Rasen)?! Nicht arbeiten? Geht auch nicht. Wer zahlt sonst das S-Works und die Ersatzteile? Den Montag im Büro brauche ich auch! Nach den langen Wochenendausfahrten benötigt man die acht Stunden Ruhe im Office!

Frau, Freundin, Mann, Freund, Freunde, Freundinnen canceln? Naja, manchmal ist’s schon super, oder sogar meistens, eigentlich immer!

Wir haben hier also sozusagen ein unlösbares Zeitproblem, trotz perfektem Zeitmanagements! Das heißt: locker und ruhig bleiben, besser nicht managen sondern einfach raus gehen, Rad fahren und Spaß haben! Das mit der Zeit wird schon mit der Zeit. Ohne nachdenken geht vieles besser.

Wie habe ich es geschafft? Wie beim Radfahren, einfach schneller schlafen! Te walt ist aber für jede Anregung dankbar, viele andere auch.

Geduld

Yoga für Radfahrer*innen! (Te Walt)

Da gibt es die Sache mit… der Geduld.

Den Meisten müsste man diese Sache erklären, hierzu aber nur so viel: Als sie, die Geduld nämlich, verteilt wurde, hatte ich mit ein paar RCM Kollegen am ersten Stich nach 200 Rennmetern bereits den ersten Kampf um den Sieg. Es waren ja nur mehr 120km…

Die Anderen, die noch beim Start auf die Verteilung warteten, haben sie bekommen, die Geduld. Das war auch sehr gescheit, denn wir ganz Anderen, müssen sie nun noch lernen, pffff….

Wie das nun gehen soll? Habe da ein paar Erfahrungswerte.

1.) Durch Schmerzen I

So habe ich mir nach den ersten ca. 15h des Glocknerman gedacht, ich hänge mich an einen Holzlaster dran, Windschatten, 65kmh, perfetto. Das kurze Wattintermezzo hat mich fast das Rennen gekostet. Die Kraft war aus den Oberschenkeln gleich schnell draußen wie die Luft bei einem superfrischen Croissant! Und fahr dann noch so an die 4h mit den restlichen 2500hm (von 7.000)! Was habe ich gelernt? Wenn Du schon über 15h am Radl sitzt, versuch nicht den Windschatten eines LKWs zu halten! Blöderweise kann ich aber nicht garantieren, dass ich nicht antrete wenn vor mir ein anderer Radler auftaucht. Also Geduld, cool down

2.) Durch Schmerzen II

Wer fährt z.B. Quattro Felgen (bzw. baugleich) und musste schon mal eine Speiche tauschen? Die Nippel muss man nämlich durch das Ventilloch ein-bzw. ausführen, dies mit einem Magneten. Alleine der Gedanke an diese Oa*#### fuzzlerei macht mich heute noch rasend. Da verrauche ich lieber hinter einem Holzlaster. Also Geduld, cool down…

3.) Durch Schmerzen III

Ich arbeite gerne an meinem Radl im Garten. Rauf auf den Montagständer, die Sonne scheint, ein Gösser steht neben der Werkzeugkiste,… großes Kino! Wer hat schon eine Bremsbackenhalteschraube im Rasen gesucht?! Da hätte nur noch gefehlt, dass sie auch noch grün/ braun getarnt ist! Auch egal, nach 2h fährt man zum Radhändler seines Vertrauens und kratzt an der Tür, eh klar, am Samstag um 2 nach 1, zu!! Wahhhhhh! Also Geduld, cool down…

Bleibt dann nur mehr Yoga für Radfahrer! Garantiert schmerzfrei! Und, wenn man will, auch gut für die Beziehung (zu Freund, Freundin,…) Gemeinsame Ausfahrt im Sonnenschein, ohne Druck, ohne km Vorgabe, ohne Schnitt bzw. Watt… nur so! Ja, das gibt’s!

22ger Schnitt auf dem Weg ins Bockerl, ein Trankl und ein Riesenknödel (keine Angst, die sind dort sehr klein) fein, nicht? Das ist Yoga für Radler*innen…

LG und willkommen im Frühling, schön langsam (haha) erwachen wir und kommen auf Touren….

Te Walt

PS: aber beim Heimfahren attackieren wir dann schon, 1 x zumindest, ich halt’s halt nicht aus 😊

WATT, hääh?

Jede*r spricht von Watt bzw. wattbasierendem Training. Überhaupt jetzt, wo alle, zumindest „gefühlt“ jeder, daheim auf einem Indoor via Internet mit der Community verbundenen, fixen Trainingsgerät a la Wahu, Dachs oder Ähnlichem, trainiert. Da wird gegen Supermarios oder sonstige Comic Helden gefahren, zumindest aber gegen einen eigenen Av-at-ar?! Und ich meine definitiv: gegen!

Was man da noch wissen sollte:

Ein Watt ist ein Kilogramm pro Quadratmeter dividiert durch Sekunden hoch 3!

Dann noch:

L1 und L2 und L3 und L4 und L5 und L6 und L7 (= Laktatschwellenwert eins bis sime)

Und dann, ganz wichtig: FTP und VO2 max und natürlich HR und HRmax

Helfen tut’s auch, wenn man mathematisch etwas drauf hat, zumindest die Prozentrechnung muss man beherrschen. Es reicht aber nicht, zum Beispiel 94% von der FTP in Watt zu rechnen (während dem Fahren😊) sondern dies auch noch mit % der Zeit und % der HRmax in Verbindung zu bringen!

Kann mich noch erinnern, im Jahre Schnee (das ist gaaanz lange her), gab’s eine eher rustikalere Einteilung der Leistungsstufen:

Zu Locker = Memme weiter zu Locker = Memme weiter zu Hart = geht so bis zu Zu hart =. Normal

Zwischen Hart und zu Hart lag die sg. „Speibgrenze“, eine durchaus beliebte Maßeinheit zum Vergleichen von Leistung unter Kollegen! So konnte man zum Beispiel davon ausgehen, dass, wenn man erst nach den Kamelbuckeln vor Seckau gespieben hat, schon ziemlich gut drauf war! Auch diesmal gibt es kein gendern, Frauen sind nicht so, meistens!

Ich habe in einem Fachmagazin wie folgt gefunden: „Bist Du ein 50ig jähriger Mann und trittst durchschnittlich 3,3W/kg (wird bei uns im Verein schon der Schnitt sein, die W, nicht das Alter)? Dann darfst Du 1% für jedes Jahr, dass Du älter bist dazu zählen. Dies ergibt dann Dein globales Niveau! Ha, erwischt! Jetzt wärst Du gerne auch 50+!

Ich hab’s gemacht und mal in die Zukunft gerechnet: bei meinem momentanen Gewicht und meiner momentanen Leistung lieg ich so bei 3,6-3,8W/kg, mit weniger Winterspeck komme ich dann schon ohne Training auf 3,8W/kg. Wenn ich nun noch kalkuliere, schaffe ich, hypothetisch, im Jahr 2040 5,6W/kg bei einer FTP Schwelle von 426W. Des is net schlecht! Jetzt muss ich nur mehr so alt werden…

Aber lassen wir den Spaß (nur hier) ein wenig beiseite. Als ehemals studierter Sportwissenschaftler muss man ob der Möglichkeiten, die wattgesteuertes Training bietet, schon beeindruckt sein. Erst kürzlich habe ich die Gremlin Wattpedale (oder so?) auf das Rad meines Schatzls geschraubt und mir mal die Statistik angesehen, runder Tritt und so… es ist schon sehr lässig und sinnvoll, wenn man die Ergebnisse dann auch ins Radfahren einbringen kann. Bitte genau lesen „EIN“bringen, nicht „UM“ bringen. Habe im Laufe der Jahre auch sehr viele Kollegen gesehen (und auch betreut), die erst durch Spaß und Freude wieder besser wurden und nicht nur rein aufgrund von zahlenbasierendem Walzentraining!

So, wie bei Allem, die Dosis machts! Und die Ausprägung! Wer wie wir (=Mann) sehr leicht zur sportlichen Übertreibung neigt, sollte manchmal statt auf das Display am Lenker auf die super Landschaft schauen. Auch das kann so viel geben, dass man besser wird.

So, jetzt geh ich in den Keller und mach ein Geheimtraining, 8xL6 Intervalle mit L2 Pausen und L1 ein/ ausfahren… Bald kommt der Frühling, wir sehen uns draußen.

Walt