Renntaktik

oder wie man sich ein Radrennen so richtig schön schwer macht

Mit einer knappen Woche Abstand, genügend Zeit zur Reflexion und ein paar zusätzlichen externen Informationen möchte ich euch einen Einblick in meine außergewöhnliche „Renntaktik“ (oder doch die vollkommene Abwesenheit einer eben solchen) geben.

Von Anfang an: Letzten Sonntag haben wir als Radclub Mödling unsere traditionelle offene Vereinsmeisterschaft, das Kurt Honisch Gedächtnisrennen, veranstaltet. Dieses mal zwar nicht auf dem traditionellen Dornbach-Rundkurs, aber die Strecke von Altenmarkt über St. Corona zum Schöpfl hatte ein ähnliche Charakteristik: Ein Rundkurs mit insgesamt 52 km und 700 Höhenmeter mit einer Bergankunft.

Meine Ausgangslage war insofern interessant, als dass ich i.) den letzten Platz in der Vereinsmeisterschaft von meiner letzten Teilnahme 2019 zu verteidigen/bzw. zu verbessern hatte und gleichzeitig dieses Jahr (nicht zuletzt auch durch die mittwöchliche Wochenteilung) deutlich besser in Form bin. Somit war mein Ziel gesteckt, ich wollte zumindest vor einem anderen Starter unseres Vereins ins Ziel kommen.

Am Renntag reihe ich mich recht konservativ mit den meisten meiner Vereinskollegen hinten im Feld ein und rolle problemlos im neutralisierten Feld aus Altenmarkt hinaus. Nach der Rennfreigabe ändert sich zunächst wenig, ich halte immer noch recht gut im Hauptfeld, welches zunächst einen einsamen Ausreißer ziehen lässt mit. So weit so gut.

Doch im kurzen Steilstück von Neuwald nach St. Corona reissen erste Lücken im Feld vor mir auf. Ich nutze meinen Gewichtsvorteil und ziehe an den meisten meiner Vereinskollegen vorbei, um an der Gruppe vor mir dranzubleiben. Mein Plus schießt nach oben bis er in meinem Helm ansteht (eh nur 192), aber ich denke mir: „Das ziehe ich durch, in der Gruppe kann ich mich bergab wieder erholen“.

Über die Kuppe drüber, dann der nächste Sprint um in der Gruppe zu bleiben. In der Gruppe ist überraschenderweise auch mein Arbeitskollege, der wie ich weiss um ein vielfaches stärker als ich ist. Kurze Zweifel, ob diese Gruppe die richtige für mich ist, keimen auf – oder doch nicht. Keine Zeit & kein Blut im Kopf mehr zum Denken. Die Gruppe ist nur klein und niemand fährt lange Ablösungen. Ich versuche auch meine Zeit vorne im Wind möglichst kurz zu halten, schließlich bin ich in einer viel zu schnellen Gruppe für mich gelandet… Als ich zum zweiten Mal nach vorne in den Wind komme biegen wir gerade wieder auf die leicht ansteigende Bundesstraße. Ich versuche möglichst schnell wieder aus dem Wind herauszukommen, und mich hinten in die Gruppe zu hängen, doch selbst das klappt nicht mehr…..

Mit dem Wissen, dass erst ca. ein Renndrittel absolviert ist, lasse ich die Gruppe ziehen und rolle alleine weiter. Mit dem Plan auf die nächste Gruppe zu warten….. Doch die kommt erstmal nicht. Ich verbrauche also schön langsam meine Energie auf der leicht ansteigenden Strecke. Als die Gruppe mich dann doch endlich einholt geht es schon wieder zum zweiten Mal ins Steilstück von Neubau nach St. Corona. In der Gruppe sind insgesamt nur 5-6 Fahrer und fast nur Radfahrer vom RC Mödling, und die alle schätze ich als stärker als mich ein. Über die Kuppe reisse ich ein Loch von ein paar Metern und als Reaktion auf die Erfahrungen aus der ersten Runde beschließe ich mich nicht voll reinzuklemmen sondern auf die nächste Gruppe zu warten.

Und so fahre ich alleine die ganze Abfahrt. Und den ganzen flachen Anstieg auf der Bundesstraße. Und erst im leicht ansteigenden Streckenteil sehe ich in der Entfernung einen einzelnen Radfahrer langsam auf mich aufschließen. Ich nehme etwas raus, und Thomas holt mich in Neuwald ein. Die Luft ist total heraußen bei mir, dennoch kämpfe ich mich vor Thomas über die Kuppe und gehe mit ein paar Metern Vorsprung in den Schlußanstieg. Thomas kontert und zieht problemlos an mir vorbei.

Ich komme somit als 41ter von 45 Startern in der allgemeinen Klasse ins Ziel… Dieses Mal gerade nicht letzter in der Vereinsmeisterschaft.

Epilog:
Eine Blick auf meine Herzfrequenz und von Strava daraus abgeleiteten Leistungwerte zeigt meine drei vielleicht nicht so ganz brillianten taktischen Züge:

1.) Bergab erholen ist nicht drinnen, wenn man sich in die Ablösung so einreiht, dass man sich dabei abschießt

2.) Wenn man die letzte größere Gruppe ziehen lässt, dann sollte man sich nicht wundern, dass von hinten keine mehr kommt. (und wenn ich gewußt hätte, dass Walter nur auf 30% Leistung fährt, dann hätte ich mich auch getraut mich an dieses Hinterrad anzuhängen)

3.) Wenn man ohnehin schon fast alle seine Kräfte sinnlos verballert hat, dann sollte man auf der zweitletzten Steigung Zurückhaltung üben.

Aber, das Wetter war super, das Rennen hat Spaß gemacht und bis ich so viele Rennjahre wie Walter Kovarik habe, habe ich noch Zeit, um an meiner Taktik zu arbeiten.

Glück


Dazu eine Geschichte:

Vorigen Sommer fahre ich eine flache Sonntagsrunde, locker! Natürlich! Zuerst irgendwo ein paar Höhenmeter im Wienerwald sammeln, dann über Baden runter nach Eisenstadt, übers Leithagebirge zurück nach Hof, nochmals rüber nach Donnerskirchen, nochmals rüber nach Kaisersteinbruch, dann über Bruck an der Leitha zurück nach Mödling.

Am Weg nach Donnerskirchen ist ein Käfer über die Straße gekrabbelt. Man stelle sich vor! Ein (nein, ich habe hier kein zweites „ein“ vergessen, das ist Absicht!) cm Käfer (Insekt), insgesamt 16.000.000cm Straße, 0,25cm Radreifenbreite und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von  3.100.000cm/h und es hätte genau gepasst, dass ich den Armen (Käfer nämlich) überfahre, irre! Hatte der ein Glück, dass ich gerade noch ausweichen konnte! Anders formuliert, was für ein Pech, wenn Du dann über den Haufen gefahren wirst.

Wenn ich nun bedenke, dass ich bei den durchschnittlichen 10.-15.000km/Jahr in den letzten 10 Jahren erst 2 x von einem Auto angefahren wurde, schönes Glück, oder?

War es Pech, als es mich mit  70km/h zerrissen hat? Oder Glück, dass dabei die 6 Rippen 5cm n e b e n der Wirbelsäule gebrochen sind. Pech, dass die Lunge kollabiert ist, oder Glück, dass es nun 1 Flügel war?

Den Martin hat’s auch mit 70 (die Turrach runter) geschmissen, so ein Pech aber auch, oder? Nix passiert, außer Hautabschürfungen, Anschiss (zu Recht) von der Gattin und ein völlig derangiertes Ego seitdem beim Runterfahren!

Bin mir sicher, fast jeder von euch kann solche Geschichten erzählen. Gibt es dieses Glück, dieses Pech?

Theoretisch (T H E O R E T I S C H!!!) hätte Martin (oder auch ich) mit 60 den Berg runterfahren können, aber:…

… nein, das ging grundsätzlich nicht!

… nein, wir hatten eh Glück, dass nicht mehr passiert ist!

… nein, wir hätten ja trotzdem stürzen können und uns,  ja, sogar noch schwerer verletzen dabei!

Nach so vielen Jahren mit tollen Ausfahrten, lässigen Rennen, vielen Radfreund*innen, coolen Gruppenausfahrten,… sage ich: was habe ich für ein Glück (wie der Käfer)! Ich habe ein super schönes Hobby, kann es auch ausleben. Jammern findet bei uns, zum Glück, nur auf höchstem Niveau statt.

Jetzt hoffe ich weiter auf unser aller Glück!. Also, raus auf die Radl, jetzt! Denn dann sind wir g l ü c k l i c h  („Pechlich“ gibt’s ja eh nicht!)!

Mittwoch ist immer die RCM Wochenteilung, Details unter
https://www.radclub-moedling.at/wochenteilung-die-mittwoch-ausfahrt/

Te Walt

Entgegnung & Wirtschaft, Tour, Olympia!

So ein Stress, da kommt man ja nicht einmal mehr zum Radfahren…

„Das Fahrrad ist der langsame Tod des Planeten!“

Der CEO der Euro-Exim Bank Ltd. (Sanjay Thakrar) hat Ökonomen zum Nachdenken gebracht, als er sagte:

„Ein Radfahrer ist eine Katastrophe für die Wirtschaft des Landes. Er kauft kein Auto und leiht sich kein Geld, um es zu kaufen. Er zahlt keine Versicherungspolicen. Kauft keinen Treibstoff, bezahlt nicht, um das Auto der notwendigen Wartung und Reparatur zu unterziehen. Er benutzt keine kostenpflichtigen Parkplätze. Es verursacht keine schweren Unfälle, für ihn sind keine mehrspurigen Autobahnen erforderlich, er wird nicht fett. Gesunde Menschen sind weder notwendig noch nützlich für die Wirtschaft. Sie brauchen keine Medikamente, sie gehen weder in Krankenhäuser noch zu Ärzten. Sie fügen dem BIP des Landes nichts hinzu. Hingegen schafft jede neue McDonald’s Filiale mindestens 30 Arbeitsplätze, neben den Leuten die dort arbeiten, haben einige Kardiologen, Zahnärzte, Diätologen und Ernährungswissenschaftler mehr Arbeit. Wähle vorsichtig: Fahrradfahrer oder McDonald‘s? Es lohnt sich, darüber nachzudenken.“

PS: Laufen ist noch schlimmer. Läufer kaufen nicht mal ein Fahrrad.„

Ich antworte dem CEO:

„RadfahrerInnen benötigen ein Auto! Wir wollen manchmal auch in Süd-, oder Westösterreich, Italien, etc. ein paar Pässe abfahren. In meinem Fall ist bei den langen Rennen oft ein Begleitfahrzeug vorgeschrieben. Dass RadfahrerInnen kein Auto benötigen ist absolut falsch. Der Mann hat ja sowas von keiner Ahnung, Banker halt!

Versicherungspolizze habe ich gerade heute wieder eine lösen (müssen), sonst kann ich bei den 24h Grieskirchen (ÖM) nicht teilnehmen, da hammas schon wieder, keine Ahnung hat der CEO!

Wartung und Reparatur: Vor ein paar Wochen ist mein Rahmen gebrochen, was glaubt der Mann, was das kostet? Und sonst? Ketten, Reifen, Schläuche, Dichtmilch, Ersatzteile, Werkzeuge,… oder auch Service beim Händler,  Kosten wohin man schaut! Die Bekleidung,… sprech‘ ich gar nicht an, fragt den Harry, der kauft sogar beim Pfanni, dass ist kein „Pemmerl“!

Unfälle? So ein Blödsinn!! Die sind leider auch bei mir nicht ausgeblieben, alleine für das Essen im UKH musste ich 17,90.-/Tag über 2 Wochen lang bezahlen (in der Stmk und in Wien ist’s billiger)!! Zum Essen war’s übrigens nicht, hab‘s immer an einen hungrigeren Leidensgenossen weiter geschenkt!

Medikamente? Haha, frag doch den Winokurow, den Jan, den Bernhard,… keine Medikamente, beim Radfahren, ha!!!

Diätologen,… nochmals haha, hat der Mann überhaupt einen Tau, wie sich kg zu Watt und Alpenpässen verhalten, anscheinend nicht! Schon der alte Schleck mit 189cm und 68kg Gewicht (geschätzt) sagte einmal kurz vor der Tour: „so fett habe ich keine Chance“!

Leider scheinen wir RadfahrerInnen, wenngleich so viele, nicht ernst genommen zu werden. Nicht von der Politik als WählerInnen (siehe Genehmigungen für z.B. Clubrennen), nicht von Autorasern, die bis zu 5 Sekunden verlieren, wenn sie nicht durch uns durchfahren können, nicht die Motorrad GP Aspiranten, die halt nur 3 Sekunden auf ihrem Weg in den OP als Organspender verlieren! Nicht von den Jagdaufsehern, weil nur wir das Wild stören, nicht von den HundebesitzerInnen, die Ihre Hundzerl ohne Leine (wahlweise mit langer, unsichtbarer Leine über den Weg) laufen lassen („der tut nichts“)…

Maus, aus, ich stoppe hier und sage, der Mann hat nicht recht, das Terrain an sich wird hier gefährlich. So sei hier nur gesagt: „ein Todl bleibt ein Todl, egal ob zu Fuß, auf dem Rad, im Auto oder auf der Maschin!“ Nur nicht aufregen, aber trotzdem etwas sagen!

Wir hatten wieder Tour de France, endlich waren die radsportlosen (seit dem Giro) Zeiten im home office vorbei, wir konnten uns die Arbeitszeit wieder mit der Zusammenfassung des Vortages vertreiben 😊!

Was für eine erste Etappe, 50x Karbonrahmen geschrottet! Ob nicht diese @@@ Zuseherin, die den Massensturz verursacht hat, eine dieser „Todln“ ist?

Alaphillipe hat’s schon wieder getan, sehr lässiger Antritt am Anstieg. Bin gleich danach voll motiviert raus, ein Sprint von Hinterbrühl nach Weißenbach (ohne aufwärmen natürlich), Vollverrauchung kurz nach der Autobahnunterführung. Da haben meine Watt halt nicht gereicht. Ich glaub fast, der Franzose trainiert, a) besser, b) mehr, c) mit mehr Talent, und d) er hat das bessere Radl…(und jünger ist er auch😊)

Patrick Konrad hat (s)eine Etappe gewonnen, übrigens ein Österreicher und im noch engeren Sinne ein Mödlinger. Jetzt sind wir alle ein bisschen Sieger 😊(… speziell wir vom RCM).

Anna Kiesenhofer hat’s auch getan. Chapeau, unglaublich gefahren, verdient gewonnen! Sind WIR stark! Übrigens: Sie folgt absolut dem Trend bei uns im Wienerwald und auch sonst so! Immer mehr Frauen auf dem Rennrad, echt lässig. Somit werden diese Testosteron geschwängerten Wettkampfmoleküle in der Luft doch ein wenig mit Östrogen verdünnt!

Wenn ich schon Triggerbegriffe wie Training, Diät,.. verwendet habe, sollte ich natürlich gleich in die Umsetzung gehen. Heißt: mittwochs brav zur RCM Wochenteilung. Allerdings versuche ich vorab schon ein paar km mehr mitzunehmen. Mit der traditionellen Nachbesprechung beim Bachwirt fällt sonst die Kalorienbilanz äußerst grenzwertig aus (@Thomas: die Eispalatschinken mit Bier wird durch eine Runde inkl. Hochroterdstich kalorienmäßig nicht aufgewogen 😊)!

So, jetzt noch die Couchpolster reinigen, auf die Tour und Olympia folgt nun bald die Vuelta, so könnt’s weitergehen.

Keep on Riding, wir haben noch immer Sommer, also RAUS!!

Te Walt

Trophy Report von Lina und Walter

Mein erstes Mountainbike Rennen!

Wie bin ich auf die Idee gekommen:

Eigentlich fand ich es immer schon sehr cool, dass mein Papa bei Radrennen mitmacht und ihm das sehr viel Freude bereitet, wenn er an seine Grenzen radelt 🙂 Ich habe mir dann gedacht, vielleicht macht es mir auch Spaß, weil eigentlich fahre ich recht gerne mit dem Rad. Dann habe ich mir mal angeschaut, was das nächste mögliche Rennen wäre, wo das ist, wie lange und wie anstrengend das sein könnte. Als nächstes Rennen stand die Salzkammergut-Trophy in Bad Goisern im Kalender, das größte Mountainbikerennen Österreichs. Ich habe mir gedacht, dass ich die kurze „G“-Strecke (22km, 623hm) schaffen kann und weil wir in der Nähe bei meinen Großeltern übernachten können, habe ich mich kurzfristig entschlossen mit zu fahren.

Wie ich das Rennen fand:

Ich musste mit dem Rad eine halbe Stunde bis nach Bad Goisern fahren und bin schon klatschnass am Start angekommen und war dementsprechend nicht so richtig motiviert. Ich wusste nicht, ob die Strecke sehr steil und rutschig sein wird, wenn alles nass ist. Aber ich muss sagen, ich fand den Regen dann sogar sehr sehr angenehm, da mir dadurch nicht so heiß war und es irgendwie ein echt lustiges Erlebnis war. Zuerst fand ich die Strecke sehr cool durch den Wald kurz bergauf und auf den welligen Straßen. Dann ging das erste steile Stück auf der Forststraße los -> das ging voll! Als es dann immer steiler und steiler wurde und mich einige von der A-Strecke überholt haben, war ich etwas demotiviert. Doch als mir mein Papa dann gesagt hat, dass wir die Höhe erreicht haben und es ab jetzt nur mehr bergab geht, habe ich mich so unglaublich gefreut und ich war richtig motiviert für die Bergabstrecke, obwohl es richtig arg geschüttet hat. Das war dann eine ziemlich gatschige, steinige, rutschige, nasse und abenteuerliche Angelegenheit, aber trotzdem extrem cool!!

Lina Langer, Foto: ©Sportograf: Fahrerin Lina

Was für mich wichtig war:

Einfach teilnehmen an dem Rennen und mein Bestes zu geben. Meine Limits kennen und etwas Neues auszuprobieren. Mir ging es um das Erlebnis und um die Challenge auf den Berg und wieder heil hinunter zu kommen und nicht um die Rangliste! Ich bin sehr froh, dass ich teilgenommen habe und ein großes Danke an meinen „Radfahrpapa“, dass er sein eigenes Rennen, also die C-Strecke, die er fahren wollte, sausen gelassen hat, um mit mir meine Strecke zu fahren. Weil alleine hätte ich es nicht so genossen und nicht so viel motivierende Worte zu Ohr bekommen 😊

Lina

Lina Langer Foto: © Walter Langer

Plötzlich „Radfahrpapa*“

Vater zu werden, darauf kann man sich in der Regel einige Monate mental vorbereiten und freuen, „Radfahrpapa“ zu werden, das kam dann doch etwas plötzlich. Zwei Wochen vor der heurigen Salzkammergut-Trophy, an der ich, wegen der coronabedingten Veranstaltungspause von Entzugserscheinungen gebeutelt, traditionell wieder teilnehmen wollte, kam das unerwartet „Papa, kann ich da mitfahren?“. Unerwartet, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte meine Tochter gerade einmal drei kleine Schnupperrunden der Kategorie „Husarentempel“ und auf dem einfachen Anningertrail gedreht. Kurzer Check der Ausschreibung, ja, auf der kurzen G-Strecke dürfen die 15-Jährigen erstmals starten. Den Downhillteil dieser Strecke kenne ich doch noch vom Rodeln aus der Schulzeit, kann nicht so schlimm sein, ist nur ca. 35 Jahre her. Der Entschluss steht, ich werde meine Tochter begleiten, sicher ist sicher, quasi als Guide. Passt. Angemeldet.

Dann der Materialcheck: Das mütterliche Mountainbike ist älter als die motivierte Tochter, aber dank jahrelanger schonendster Behandlung in renntauglichem Zustand, Magura Felgenbremse inklusive, mit ähnlicher Hydraulikbremse war ich damals bei meiner Trophy-Premiere vor 10 Jahren auch schon aufgefallen 😉.
Mit T-Shirt fahren? Sicher nicht, ein RCM-Vereinstrikot muss es sein!
Dann die mentale Vorbereitung, die Wettervorhersage pendelt inzwischen um die 80l/m² für den Renntag… wir werden sowieso nass und dreckig, das ist bei der Trophy ähnlich wahrscheinlich wie Sonnenschein in der Sahara.

Beim Rennen war, wie immer in Goisern, beste Stimmung unter Teilnehmern und Zuschauern, trotz allerärgstem Sauwetter standen an vielen Stellen Zuschauer, die uns angefeuert haben. Der Downhill war dann doch nicht so „ohne“, er war gatschig und rutschig, ausgewaschene Rinnen und immer wieder Überholmanöver von schnelleren Fahrern anderer Strecken. Egal, sturzfrei zurück ins Tal geschafft, ein letzter Trail, ein paar Meter noch durch den knöcheltiefen Gatsch neben der hochwasserführenden Traun…und dann der letzte Kilometer mit der „Radfahrtochter“ zum Ziel am Goiserer Marktplatz – jedenfalls ein sehr emotionales Erlebnis. Strahlende Gesichter, Gänsehaut pur!

Walter und Lina Langer Foto: ©Sportograf

Walter

*Radfahrpapa = Servicemann. Nicht zu verwechseln mit „Eislaufmutter“ – siehe https://marjorie-wiki.de/wiki/Eislaufmutter

Salzkammergut-Trophy 2021

Nach langer Zeit wieder mal ein MTB Rennen. Am Samstag bin ich vom Regen in die Therme gekommen…. aber immer der Reihe nach.

Vor dem Rennen:
Der Familienurlaub am Attersee wurde erfolgreich so geplant, dass für mich ein Start bei der Salzkammergut-Trophy möglich war. Nach langem hin und her melde ich mich für die D-Strecke an, weil i) die Startzeit mit 13:00 Uhr für mich sympthatisch ist und ii) die fahrtechnisch anspruchsvollere Strecke mich reizt. Der Nachteil ist, es quälen mich die Zweifel, ob das so eine gute Idee ist, mit meinem Carbon Hardtail eine Strecke anzugehen, die als All-Mountain-Strecke ausgeschrieben ist.

Dass mein MTB mir auch noch meine Wintereskapaden mit lautem Knarzen übelnimmt, das macht die Sache auch nicht besser. Während des Familienurlaubs am Attersee starte ich noch einen verzweifelten Versuch beim lokalen Fahrradgeschäft, ob das Knarzen nicht doch abgestellt werden kann. Doch der nette Herr im Radgeschäft kann mir nur sagen, dass es mit ziemlicher Sicherheit vom Lenkkopflager kommt und nicht so leicht zu beheben ist. Unser Obmann Walter beruhigt mich, und kündigt mir gleich an, dass es beim Rennen hinreichend regnen wird, dass sämtliche Geräusche weggespült werden.

Womit wir beim tagtäglichen Beobachten der Wettervorhersage sind. Einige Tage vor dem Rennen, lautet die Vorhersage bereits ziemlich eindeutig: Regen. Nur, die Vorhersage sagt auch für den Großteil der Woche vor dem Rennen bereits Regen an, und der fällt eigentlich gar nicht so arg aus, und die Vorhersage wird jeden Tag nachträglich zum besseren revidiert. So lebt die Hoffnung auf ein akzeptables Wetter für den Renntag weiter…. bis zum Abend vor dem Rennen. Mit nur noch ein paar Stunden zeichnet sich irgendwie ab, dass dieser ganze Regen, der die ganze Woche zu übertrieben angekündet worden war, scheinbar vor hat am Renntag zu kommen. Freitag abend ist die Vorhersage schon bei 25 Liter Regen, als ich am Freitag ins Bett gehe, bereits bei 59 Liter Regen und am Samstag morgen beschließe ich bei einer Vorhersage von 90 Liter Regen nicht länger den Wetterbericht anzuschauen. Dazwischen versucht mir meine Frau noch den Rennstart auszureden, da sie nicht will, dass ich bei einem Regenrennen stürze und mich verletze. Ich beruhige sie mit dem Argument, dass richtig heftiger Regen weniger gefährlich ist, da der Schlamm gleich wieder weggespült wird… Rennvorbereitung einmal anders.

Vor dem Start:
Am Renntag wache ich mit massivem Kopfweh auf. Koffein-Entzug. Vor lauter Familienurlaub und Quality Time mit der süßesten Tochter der Welt, habe ich nicht meine tägliche Ration Kaffee bekommen… Gottseidank, wirkt die dreifache Espresso-Dosis beim Frühstück und ich komme langsam doch in Schwung.

Zum Glück bringt mich meine Frau mit dem Auto zum Start nach Bad Ischl. Und ich bin schon mal sehr dankbar, dass ich nicht im Regen zum Start radeln muss. Nach dem ich die Startnummer abgeholt habe, verabschieden sich meine Frau und meine Tochter und es ist ausgemacht, dass sie bei dem Regenwetter den Großteil des Tages in der Therme verbringen werden, wo ich sie nach dem Rennen wieder treffen soll.


Ca. 30 Min. vor dem Start setzt schon wieder kräftiger Regen ein, und die Idee mich bei dem Regen warmzufahren, die verwerfe ich gleich wieder. Ich stelle mich mit einigen anderen Startern unter und warte auf den Start. Dabei erfahre ich so ungefähr, dass die Strecke irgendwie geändert wurde, aber eh alles ungefähr gleich bleiben soll… D.h. nicht ganz 60 km und ca. 2000 Höhenmeter. Ich kümmere mich nicht wahnsinnig darum, da ich davon ausgehe, dass ich eh irgendwo im Feld mitfahre und die Strecke schon finden werde.

Knapp vor dem Start stelle ich mich ziemlich weit hinten im Starterfeld auf und denke mir nix dabei. Ich mache mir keine Illusionen über einen Spitzenplatz und ganz überhaupt wird das Rennen eh neutralisiert gestartet.

Der Start:
Pünktlich um 13:00 Uhr erfolgt der Start. Ich rolle mit den langsameren Startern hinten los und merke gleich einmal, dass hier noch kein richtiger Schwung drinnen ist. Also überhole ich auf den ersten paar hundert Metern aus Bad Ischl raus gleich einmal 20 – 30 andere Starter. Dann der erste kurze Anstieg, ich überhole noch ein paar langsamere Teilnehmer und bin plötzlich ziemlich alleine…! Mit Entsetzen stelle ich fest, dass der hintere Teil des Starterfeldes bereits im neutralisierten Teil den Anschluss an das größere Feld verpasst hat. Ich versuche noch die Lücke zuzufahren, sehe aber nur noch die größere Gruppe vor mir – nach der Neutralisation – wegbeschleunigen. Macht nichts, denke ich mir, da werde ich schon noch ein paar von denen wiedersehen.

Das restliche Rennen:
Nach dem komplett verpennten Start versuche ich einen moderaten Rhythmus in den ersten längeren Anstieg zu fahren. Ich hole tatsächlich noch ein oder zwei Fully-Fahrer ein und biege trotz strömenden Regen ganz gut gelaunt in den ersten Trail ein. Doch dann ist meine Laune, genauso wie meine Sicht etwas getrübt. Die Brille ist komplett beschlagen, und ich seh genau gar nichts auf dem matschigen und rutschigen Trail. Damit bleibe ich gleich ein- zweimal hängen und komme nicht wirklich gut voran. Aber, ich bleibe, wie meiner Frau versprochen, sehr vorsichtig und komme sturzfrei durch. Mit etwas Geduld und herumspielerei kriege ich nach ein paar Minuten Blindflug sogar meine Brille frei und komme so etwas besser zurecht.

Nach der vorsichtigen ersten Trailabfahrt geht es in den zweiten längeren Anstieg. Ich bin irgendwie schon ziemlich alleine unterwegs, sehe nur noch drei Fahrer vor mir, und hinter mir meilenweise niemanden. Das bleibt den ganzen Anstieg so, und in der nächsten längeren technischen Abfahrt führt meine – familiär versprochene – Vorsicht dazu, dass von den drei vor mir fahrenden Radfahrern niemand mehr wirklich in Sichtweite ist. Ich möchte mal auf meinem Garmin schauen, wie viele Höhenmeter ich denn schon geschafft habe… doch die Höhenmeterangabe hat schon vor dem Regenwetter kapituliert. Ich habe also zunächst mal keine Ahnung wieviel von den ca. 2.000 Höhenmeter ich schon geschafft habe.

Im nächsten längeren Anstieg, es hat endlich mal aufgehört zu regen, sehe ich nach einer Weile wieder einen Radfahrer vor mir. Mit dieser Karotte vor der Nase kämpfe ich mich Meter um Meter an den anderen Radfaherer heran und hole ihn am Ende des Anstieges ein. Gemeinsam mit dem eingeholten Fullyfahrer machen wir auf einem flacheren Stück endlich ein paar Kilometer, bevor ich ihm die Vorfahrt für den technischen Downhill lasse. Ich holpere zunächst einen verschlammten Wurzeltrail runter und fahre dann mit einem gewissen Sicherheitspuffer aber doch zügig eine lange Abfahrt durch einen Bach (vormals Trail). Die Linienwahl ist in diesem Fall eher einfach: Immer der Strömung nach.

Der Fully-Fahrer ist natürlich lange ausser Sicht als ich unten ankomme. Es geht wieder in den Anstieg und nun bin ich gänzlich alleine. Es gibt aufgrund des Regens kaum Zuschauer an der Strecke, und die Beschilderung ist etwas verwirrend. Es gibt zwar bei jeder Abzweigung ein Schild welches mir die Richtung weist, aber gleichzeitig gibt es auch viele Schilder welche in meine Richtung zeigen. Und ich bin diesen Anstieg doch schon einmal gefahren… Ich erinnere mich an die Ankündigung der Streckenänderung vor dem Start, welche doch beinhaltet hatte, dass wir ein Stück zweimal fahres müssen. Soweit, also gut…. Aber, halt: Was wenn ich jetzt hier auf eine Möbius-Schleife geschickt werde?

Zum Glück hole ich den Fully-Fahrer von vorher wieder langsam ein, und es finden sich wieder vereinzelt ein paar Zuschauer am Streckenrand. Ich bin also noch auf der richtigen Strecke. Motiviert von dem einen gewonnenen Platz kämpfe ich mich den Anstieg bis nach oben und komme den nachfolgenden Trail auch ganz gut runter. Ich bin extra-vorsichtig und steige freiwillig ein oder zweimal ab, immerhin habe ich meiner Familie eine sturzfreie Fahrt versprochen. So weit alles gut, nur wo auf der Strecke ich mich befinde, das ist mir gänzlich unklar. Mittlerweile bin ich schon mehr als 3 Stunden unterwegs und mein Garmin versucht mir immer noch zu erklären, dass ich erst ein paar hundert Höhenmeter geschafft habe…. Ich beginne ernsthaft daran zu zweiflen, dass ich meine angepeilten 4 Stunden schaffen kann. Doch dann plötzlich: Die Ewige Wand. Der einzige Streckenpunkt mit Wiedererkennungswert für mich. Ich bin ja doch schon sehr weit gekommen auf der Strecke. Kurz darauf bin ich auch schon unten im Tal und hinter mir taucht auch wieder der Fully-Fahrer auf. Gemeinsam kommen wir an die letzte Verpflegungsstation, die ich auslasse, während er noch kurz stehen bleibt. Kurz darauf holt er mich wieder ein, und wir beschließen uns in der Führungsarbeit abzuwechseln. Endlich geht auch kilometermässig was vorwärts und wir holen ein paar andere TeilnehmerInnen ein. Die sind jedoch alle nicht auf unserer Distanz…. Beim Zieleinlauf habe ich keine wirkliche Motivation oder Energie mehr um gehen meinen einzigen Weggefährten zu sprinten und rolle einfach nur hinter ihm ins Ziel. Während er den 2. Platz in der AK 60 erreicht hat, komme ich mit 3:50 h auf den 12 Platz in der AK 40.

Nach dem Rennen:
Ich bin zunächst froh im Ziel zu sein. Ich bin wie versprochen sturzfrei durchgekommen, und mein Ziel unter 4 Stunden zu bleiben, habe ich auch geschafft. So richtige Euphorie kommt jedoch noch nicht wirklich auf. Es schüttet wieder wie aus Kübeln und ich mache mich irgendwie planlos zunächst daran mein Rad zu waschen. Dann such ich meinen Rucksack, um zumindest eine trockene Regenjacke anzuziehen. Kurz versuche ich ob ich sonst jemand vom RC Mödling sehe, aber diese Hoffnung verwerfe ich gleich wieder, dafür ist selbst die abgespeckte Covid-19-Regenversion von der Salzkammergut-Trophy zu groß.

Ich melde mich also wie versprochen gleich bei meiner Frau und erfahre so gleich, dass die süßeste Tochter der Welt in Bad Ischl in der Therme auf mich wartet. Also radle ich noch 10 Kilometer durch den strömenden Regen zurück nach Bad Ischl. Meine genial gut oraganiserte Frau hat es geschafft, den Autoschlüssel bei der Kasse der Therme für mich zu hinterlegen und ich kann meine trockenen Sachen aus dem Auto in der Tiefgarage holen. Dabei schaffe ich es noch beim aus dem Aufzug aussteigen zu stürzen, … aber das zählt ja nicht mehr zur Salzkammergut-Trophy. Die habe ich wie versprochen sturzfrei bewältigt.

In der Therme finde ich gleich meine zwei Herzdamen, und das Strahlen meiner Tochter unterbricht die mentale und körperliche Verarbeitung der eben bewältigten Salzkammergut-Trophy sofort.

Epilog:
Erstens: Es muss noch gesagt werden, dass meine Frau mit der Empfehlung von Merino-Unterleiberl absolut recht hat.
Zweitens: Auch unser Obmann Walter hat Recht behalten mit der Vorhersage, dass der Bad Ischler Regen meinen Lenkkopf zum Schweigen gebracht hat.
Drittens: Durch diese ganze Regenpartie ist sich kein After-Race-Bier mit Walter oder Christian ausgegangen. Dies ist ein Formalfehler, der nur durch eine erneute Rennteilnahme korrigiert werden kann.

Radfahrcovidproblematiken!

Gefühlte eineinhalb Jahre Covidlockdown liegen nun hinter uns, hat uns das geschadet (der Form)?

Jänner und Februar 2020:

Meldungen aus China oder zumindest von weit weg über eine Grippe! Kaum interessant weil… ich bin da und nicht dort,… ich habe die ersten 2 Februarwochen in Gran Canaria gebucht (Geheimtraining 😊). Darüber hinaus haben wir alle in dieser Zeit ja eher Panik, weil zu wenig trainiert (saukalt, nass, oder beides)!

März 2020:

Jede/r hat total geheime Informationen von einer geheimen Quelle; auch bei uns steht ein Lock Down bevor, die Leute sterben lt. Geheiminfo wie die Fliegen bzw. haben eine leichte Grippe. Supi, ich darf mir den Krankheitsverlauf aussuchen!

Auf jeden Fall müssen wir HAMSTERN! Haben eh alles zu Hause, bin absolut der Falsche dafür. Wie soll ich wissen, was mir fehlen wird und ich jetzt noch nicht vermisse bzw. überhaupt weiß!!? Außerdem: Klopapier ist beim Spar aus, Dosenpfirsiche auch. Evtl. Chilli con Carne vom Hofer, aber das esse ich ja sicher nicht! Meine alternative Hamstereinkaufsliste: Ersatzschläuche MTB und RR, jeweils 1 Satz Reifen, Extraspeichen, Züge,… Öle und Fette, Werkzeug sowieso und weil man eh gerade einkauft, geht noch ein Trikot mit. Und eine Jacke. Und das 17te Rücklicht!…

15. März 2020, ca.:

HARDLOCKDOWN! Keine gemeinsamen Ausfahrten, kein Einkaufserlebnis (hähh), kein Entfernen von zuhause, kein alles! Ich geh‘ halt einmal (geheim) trainieren, Hausrunden, 3-5 Hunderter (km) gehen dann die Woche, ist ja auch Kurzarbeit! Wer das einmal bezahlen wird? Wir leiden aber auf hohem Niveau! Dazu ein echtes Special, sogar die (wenigen) Autos halten Abstand von mir als Radler, lässig, ob das so bleibt? (Nein, natürlich nicht!! Gefühlt wird es jeden Tag schlimmer, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal)

Ich habe noch keine Angst, alles easy, die Form stimmt!! Aber dann, erste Rennabsagen! Das ist hart! Mein Leben damit voll eingeschränkt! Wer denkt schon an die Leute auf Intensiv,… die sind ja 1. andere und 2. noch immer weit weg (zwar nicht China, aber trotzdem!)

Dann aber: ANGST!! Die Regierung gibt bekannt: „wir vertrauen auf den gesunden Menschenverstand der ÖsterreicherInnen“!!! Damit war klar, genau die Leute, die so etwas exotisches benötigen würden, vermissen denselben einmal sicher!

So schlimm kann es aber noch nicht sein, ein Babyelefant klingt ja niedlich! Woher soll ich in Österreich wissen, wie groß ein Babyelefant ist, wird, sein soll? Ich kenne eine Kuh, ein Schwein und ein Hendl!

Na egal, ich geh‘ raus trainieren, der Abstand wird schon reichen, zumal ich alleine fahre!

Sommer 2020:

Alles wieder ok, die Gastgärten sind offen, wir dürfen wieder einkaufen, was will man mehr? Urlauben wird schon schwierig, aber zumindest sind die gefährlichen Sachen gedanklich weit, weit weg! Und: die AutofahrerInnen werden schon wieder aggressiver, eh klar, die verlorene Zeit muss eingeholt werden! Zudem: diese @@ Radlfahrer, die haben Spaß und wir Corona, oder so! Aber die Form ist ok, der Sommer auch!

Herbst/ Winter 2020:

Eine rennfreie Saison geht zu Ende, aber alle kurzarbeitsgeplagten RadlerInnen sind trainiert bis in die Haarspitzen, auf Strava läppern sich die km und hm nur so!

2020/ 2021:

Wie soll man das beschreiben? Hardsoftlockdown mit Öffnungen und logische Erleichterungen bzw. Hilfen für alle Bereiche, die guten Zugang bzw. gute Lobbyarbeiter haben? Egal, wir sind RadfahrerInnen und keine Politiker… gut so!!

Ein Tag im April 2021

Asche auf mein Haupt, der Tag der Impferschleichung! Obwohl kein Bürgermeister,… hat es sich so ergeben, dem Race Around NÖ sei Dank! War eh knapp, 2 Wochen nur eingeschränkt trainiert, macht echt müde so ein Jaukerl!

Angst habe ich keine. Erstens hab‘ ich mir (seinerzeit) für meine Südamerikareisen alles Mögliche ungefragt und uninformiert reinspritzen lassen, zweitens habe ich keine Angst bzgl. der nun in mir aktiven spysoftware vom Billie Gates. Er hätte mein Bewegungsprofil einfacher bekommen, auf Strava! Immerhin komme ich jetzt auf mindestens 2 der 3G (Gesund, Geimpft,…) manchmal auch auf mehr. Übrigens, mein Handy kann 5 (G)!

Seit Mai 2021

Ein großes Problem tut sich natürlich auf, im Suezkanal steckt ein Riesenpfropfen, sehr viele Container mit Rädern und Ersatzteilen stecken für Wochen fest, jetzt wird’s ernst! Gut, dass ich meine Räder nicht jährlich wechsle, aber die unter euch die das tun (müssen) kommen nun ins Schwitzen.

Es (Covid) dauert nun schon sehr lange, es ist hart! Härter als… was? Na egal, es ist ein Ende in Sicht! Eh schon wissen, gesunder Menschenverstand,… Und trotzdem, jetzt dürfen wir wieder, jippieh. Auch wir (RC Arbö Mödling) haben seit 19. Mai schon zwei Einzelzeitfahren veranstaltet, dazu auch schon 3 s.g. Wochenteilungen (lockere Mittwochabendclubausfahrten) gefahren, wir leben noch und wieder!

Wie geht’s weiter?

Egal ob dafür oder dagegen (aufpassen, Masken, Impfung,…), wir, die RadfahrerInnen stehen da drüber und üben unseren Sport aus! Wir sollten es wie mit allem halten: Leben und leben lassen! Vielfalt ist gefragt (deswegen haben wir nicht alle die gleichen Räder, z.B.). Da wir tun können, was wir lieben, können wir zufrieden sein (und mehr).

Übrigens, schon bemerkt? Seit 31. Mai ist der Winter zu Ende, ja, echt. Ich gehe jetzt sofort raus, das erste Mal kurz/ kurz, mit dunkler Sonnenbrille.

Wir sehen uns auf der Straße oder auch am Trail,

te Walt

PS.: Jeder Beitrag beschreibt die höchstpersönliche Meinung der SchreiberInnen, muss daher nicht Ausdruck des Clubs bzw. der Clubmitglieder sein!

Race Around Niederösterreich – Weit Radlfoahn

600km – 6.000hm

Einen Tag vor einem Weitradlrennen gehst Du um 22:00 schlafen (morgen um diese Zeit bist Du schon 4h unterwegs), stehst am nächsten Tag um 6 auf. Der erste Gedanke…? Morgen um diese Zeit bin ich erst 8h unterwegs, nicht einmal die Hälfte!

Du schaust jede Stunde ins Wetter App, vielleicht wird‘s eh besser. Radfahren wäre super zum Beruhigen, aber das Rad ist schon im Begleitfahrzeug, jetzt gibts nur noch warten, toll, genau mein Ding!

Dann stehst Du auf der Startrampe, es regnet leicht, frisch ist‘s auch (die „Ganslhaut“ siehst sogar durch die Beinlinge). Komisches Gefühl, weil eines ist sicher: locker wird es (wahrscheinlich) nicht. Wer macht eigentlich „Sachen“, die man nicht machen muss, wissend, dass es weh tun, sehr hart,… wird? Freiwillig!?!

Endlich am Rad, los gehts! 600km noch, 6.000hm, aber die sind noch weit weg. In 3h wird es finster und damit noch kälter, geduldig bleiben, egal wie schnell Du fährst, es dauert trotzdem noch echt, echt lange!

Es funktioniert wie im Schotterwerk, alle Teilnehmer mit dem ungefähr gleichen Leistungslevel werden auf ein paar km verteilt quasi „zusammen gerüttelt“. Du siehst permanent die orangen Blinklichter der Begleitfahrzeuge der KonkurrentInnen in der Nacht blinken. Lieb sind die Leut‘ im Weinviertel, immer wieder ein paar Zuseher, die Dich, auch weit nach Mitternacht, vom Straßenrand anfeuern, sehr lässig.

Am Horizont links hinten ein erstes Anzeichen der Morgendämmerung, nur mehr -2°C, aber das Licht wird helfen.

Seit Stunden ist mir schlecht, die Trinknahrung will an die frische Luft, leider von der falschen Seite aus! Die Hauptaufgabe: gegen den Gedanken aufzugeben anzukämpfen, stundenlang, die Beine sind aber gut, die fahren eh! Aber der Kopf! Noch immer 300km! Könnte einfach stehenbleiben, macht überhaupt nichts, das Leben läuft gleich weiter,…`! Ich trete aber weiter, wie hat der Teamchef AD gesagt? „Wennst‘ 301km hast, brauchst nicht mehr umdrehen, das wäre dann ja weiter“! Trotz diverser Schmerzen muss ich lachen… und fahr‘ weiter!

Endlich geht‘s rauf zum Semmering, mir ist nicht mehr so übel, die Beine sind noch immer gut. „Jengs“ (Voigt) würde sagen, „er fährt einfach seinen Stiefel“… Oben auf der Passhöhe gibts einen Kontrollpunkt, Video und Check; weiter geht‘s, die Kalte Kuchl, ein paar Schupfer und der Wastl im Wald warten. Irgendwo dazwischen ein 23% Steigungsschild, eh schon egal! Mir gehts recht gut, mach mir eher Sorgen ums Begleitteam, die haben schon sehr müd ausgesehen.

Auf was es nun ankommt? Bergauf, technisch sauber „rhytmisieren“ rund treten, Frequenz fahren. Bergab konzentrieren! Nach mittlerweile 14h pausenlos am Rad verschätzt man sich bei 70kmh vor einer Kurve nur ungern (sonst aber auch).
Endlich wieder über die Donau, Ybbs (auch AD) ist erreicht, dazu mein Lieblingsstraßenschild: „Radfahren verboten, ausgenommen Rennradfahrer“, lässig!

Ab nach rechts, letzte Etappe wieder rauf ins Waldviertel! Gibt‘s dort überhaupt Fußball oder Tennis? Es geht nur mehr rauf und runter, flach und eben ist’s gefühlt nicht mehr!
Die letzten Stunden sind super, die Einteilung hat gepasst, ich kann sogar 2 Zweierteams überholen. Sie versuchen noch, alle 5 Minuten zu wechseln, aber es geht extrem gut, ich sehe sie erst wieder im Ziel, da bin ich schon umgezogen.

15km noch, oha, der RC Arbö Mödling Obmann himself ist auf einmal da (am Rennrad natürlich) und gibt mir, neben Begleitschutz auch noch die Energie, „all out“ zu fahren, es geht super dahin, ich sehe das Schloß in Weitra auftauchen, es ist sooo lässig.

 Ab durchs Ziel, ich würd gerne die Welt und jede(n) umarmen, wobei ich das normalerweise absolut hasse! 22:40 am Rad, 2h Pausen bzw. Stillstand (Ampeln!… 20min musste ich aufs Begleitfahrzeug warten, die brauchten eine Rast um Nudelsalat zu essen und die Sonne zu genießen, gut so).

Was bleibt? Ich weiß noch immer nicht, warum man so etwas macht, aber: ich glaube echt, dass ich ein besserer Radfahrer geworden bin, in nur 24h! Und ein besserer Mensch vielleicht auch! Kann‘s nicht erklären, fühlt sich aber so an!

Und sonst noch? Die Begleitfahrzeugjungs (Martin, Wolfgang, Reiner, Marco) waren immer da, Barbara, Tatjana, Matthew und Leyna und viele Freund*innen und Kolleg*innen super dabei, danke euch allen!  Weitradlfoahrn hat etwas, man kann es nur erleben, nicht erklären. Einfach mal selbst ausprobieren, keine Angst. Wenn 20km weit sind, dann eben nur diese 20km, oder eben 100 oder 200… Einfach einmal eine Grenze austesten! Und wenn es zu viel ist, auch kein Problem, es passiert nichts, es ist nicht wichtig! Oder doch?

Radfahren alleine oder in der Gruppe?

Zunächst einmal eine Entwarnung. Es geht hier nicht um die nächste Diskussion von Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie (falls diese zufällig hier mitliest: „Schleich, di du %*#@!“). Es geht viel mehr um die Frage, ob denn unser allseits geliebter Radsport besser alleine oder in der Gruppe zu betreiben ist.

Alleine: Unabhängigkeit, Flexibilität & Planbarkeit!

Viele von uns haben einen Vollzeitjob, Familie und – ja, auch das gibt es – auch neben dem Radfahren noch andere Hobbies. Da bleibt irgendwann nur noch beschränkt Zeit fürs Radfahren, und da will jede mögliche Minute effizient genutzt werden. Wenn in dieser eh schon zu kurzen Zeit, die fürs Radfahren übrig ist, dann auch noch mit anderen eine gemeinsame Ausfahrt koordiniert werden soll, dann geht ja noch mehr wertvolle Zeit verloren. Und hat man sich dann mal mit Freund(Innen) zum Radfahren verabredet, haben diese (oder vielleicht auch mann/frau selber) dann gar noch einen schlechten Tag oder technische Defekte und bremsen einen bei der Radtour. Oder sie sabotieren den ausgeklügelten Trainingsplan mit unautorisierten Sprints zur Passhöhe (die natürlich gekontert werden müssen). So richtig unabhängig, flexibel und trainingsplan-konform radelt es sich zweifelsfrei am besten allein.

In der Gruppe: Soziale Dynamiken nutzen, Freundschaften pflegen, die Welt entdecken und dabei gleichzeitig verbessern

Wenn kennt sie denn nicht, die unerklärliche Anziehungskraft der gemütlichen Couch, wenn es draußen regnet, stürmt und kalt ist? Oder die spontane Unlust die Runde doch noch wie geplant zu fahren, wenn erkannt wird, dass dies zwei Stunden Gegenwind mit sich bringen würde? Da kann eine Gruppe sehr gut helfen. Bei suboptimalem Wetter und insbesondere bei hartnäckigem Gegenwind, gilt jedenfalls: Geteiltes Leid, ist halbes Leid. Der zweite sehr wichtige Aspekt ist, die Zeit, die mit gleichgesinnten Freunden verbracht wird. Die Radgruppe ist – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – eine Truppe mit geteilter Leidenschaft für den Radsport. Da kann vortrefflich über neueste Radtechnik, Rennergebnisse oder sonstige Wichtigkeiten getratscht werden. Und das Gegenüber ist oftmals viel mehr interessiert am Gesprächsthema als die nicht so radsport-affinen Teile der Familie. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die Erweiterung des Horizontes, sowohl im sprichwörtlichen Sinne durch die Erkundung neuer Radrunden in der Gruppe, als auch im sozialen Sinne durch das Knüpfen von neuen Bekanntschaften. Es gibt also ebenfalls sehr viele Gründe nicht nur alleine durch die Weltgeschichte zu radeln.

Ideale Radfahrpartner*Innen – Lieblingsmenschen

Bei genauerem Lesen der Vor- und Nachteile kommt die sehr einleuchtende Erkenntnis: Radfahren ist manchmal gut alleine, und oft wäre es auch eine super Sache, gemeinsam mit Lieblingsmenschen (im Sinne von idealen RadparterInnen) Radfahren zu gehen.

Nur, wie finden sich diese Gruppen von Lieblingsmenschen zusammen? Welche RadfahrerInnen sowohl sportlich als auch persönlich am besten zu einem passen, das kann nur durch gemeinsames Radfahren empirisch erprobt werden. Da es seltensten angebracht ist, wildfremde Menschen auf der Straße anzusprechen und zu fragen: „Willst du mit mir Radfahren gehen?“, braucht es organisierte Radausfahrten. Diese wiederum sind oft schon bestehende Gruppen, bei denen schwer Anschluss gefunden werden kann. Und die Zeit und Muße für den Aufbau von neuen und offenen Gruppen nehmen sich nur wenige Leute, weil die – eh schon knapp bemessene Zeit – gerne mit effizientem Training alleine, oder mit vertrauten Lieblingsmenschen auf dem Rad verbracht wird.

Diesen Teufelskreis versuche ich – bzw. wir als RC Mödling – nun unter dem Titel „Wochenteilung“ mit unserer wöchentlichen Mittwochsausfahrt zu durchbrechen. Sobald wir wieder dürfen – nach jetzigem Stand ab dem 19. Mai 2021 – starten wir eine Rennrad- (geplant ist auch einmal im Monat eine Mountainbike-) Gruppe, die eine gemütliche gemeinsame Ausfahrt macht.  Keine wilde Trainingsausfahrt, sondern ein gemeinsames Entdecken der Gegend mit unserem bevorzugten Sportgerät. Und – das hat mir die Erfahrung aus früheren Gruppen schon gezeigt – es finden sich sicher neue Kombinationen von Lieblingsmenschen für viele zukünftige gemeinsame Ausfahrten.

Radfahrerinnen

Auf vielfachen Wunsch (meiner Schwester) geht es heute um ein, für uns Radfahr(ER), Thema, über welches wir auch sonst schon nichts, wenig, aber sicher immer zu wenig wissen!

Alle hier bereits geschriebenen Artikel (Geduld, Watt…, außer Mamils) treffen natürlich auch auf Frauen zu. Nur, Männer sind insgesamt, nennen wir es, einfacher gestrickt (man kann dies auch viel, viel böser ausdrücken).

Die folgenden Zeilen beruhen nicht auf Wissen, sondern rein auf Beobachtungen und daraus resultierenden, total subjektiven Erklärungsversuchen!

Aktuell bin ich nach Schwarzensee raufgeradelt, im moderaten Trainingstempo, quasi fast voll aber mit entsprechender Reserve. Man(n) läuft ja sonst in Gefahr, dass wer auffährt und man entscheiden muss, die Herausforderung anzunehmen! Nun aber das Dilemma! Eine junge [Pause]… Frau zieht, ziemlich am Anschlag, am steilsten Stück vorbei. Dann noch eine!!

Was tun? Wie soll man als Radfahrer (männl.) mit dieser Situation umgehen? Gönnerhaft fahren lassen aber dranbleiben (=man könnte, wenn man wollte)? Vorfahren und die totale Niederlage wegen Explosion vor der Höhe riskieren? Nichts, weil, das müssen ja mindestens Profiradfahrerinnen sein?

Der professionelle Mann geht auf Nummer sicher: umsehen, ob eh kein Kollege in Sicht ist (d.h. keine Zeugen), danach nicht reagieren und lt. Jens Voigt den „eigenen Stiefel“ weiterfahren, nix passiert!

Ja, meine lieben Herren und Vereinskollegen, die Zeiten sind (fast*) vorbei, in denen die Frau/ Freundin/ Klubkollegin mit dem alten, teils kaputten und natürlich nicht mehr entsprechendem Rad in 15m Abstand (=außerhalb des Windschattens) in der Aerobicmode und im weiten Baumwollshirt am Anschlag hinter dem Herrenradler auf seinem neuen Carbonvelo nachgefahren ist, damit man auch wieder einmal etwas gemeinsam macht! Und danach musste die arme Frau auch noch am Stammtisch mit zehn verschwitzten, Bier trinkenden Männern sitzen, die sich Heldentaten aus den vergangenen Radrenntagen erzählen! Wie gesagt, diese Zeiten sind VORBEI, endgültig, gut so!

(fast*): ich komme darauf zurück: es gibt da doch noch eine aktuelle Geschichte einer gemeinsamen Ausfahrt eines befreundeten, noch immer verheirateten Paares. Sie will etwas gemeinsam machen, er auch. D.h. der Mann M. mit 15.000 Trainingskilometern (Frau, T.: 0) entscheidet sich für eine schöne gemeinsame Radtour, lockere 300km+ von Passau nach Wien… T. hat nach dem ersten Regentag dann doch eine Radmode bekommen… wie gesagt, sie sind noch immer verheiratet, gemeinsam kann man auch andere Dinge machen!

Natürlich gibt es Unterschiede! Natürlich gibt es andere Zugänge zu unserem Sport, aber: das hat einmal grundsätzlich nichts mit dem Geschlecht zu tun! Gerade jetzt fällt schon auf, wie viele Frauen auf das Rennrad, Bike, … gewechselt sind, um ihre Runden zu ziehen. Vor einigen Jahren noch Exotin, nun Radfahrerin, bitte weiter so! Unserem Sport wird gerade der Kopf ein wenig zurechtgerückt, nicht jede Genussausfahrt wird zum Rennen, vielen Dank. Und Obacht die Herren, fix ist es nicht, dass ein Frauenantritt nicht für Dich reicht. Neben vielen anderen gibt es z.B. in einem Radklub in Wien (mit einem Frauennamen), eine gleichnamige Frau, die einem schon die Grenzen aufzeigen kann! Und aufgepasst liebe RC Arbö Mödling Herren, sie hat auch schon zugesagt, bei unseren (nun bald startenden) Mittwochsausfahrten (Ausschreibung auf unserer HP) dabei zu sein! Darum, zur eigenen Sicherheit, werden wir diese Ausfahrten NICHT zum Rennen machen, dies dient nun auch zu unserer eigenen Sicherheit (Seelenheil und interner Heldenstatus)!

Ihr seht, da ich ja in einer sehr glücklichen Beziehung lebe, gehe ich NICHT genauer auf das eigentliche Thema ein, es soll ja auch so bleiben!

Wir alle sollten verstehen, dass es in diesen, „zerFacebookten“, zerStravaten“, selbstauftrittsverliebten Zeiten an der Zeit ist, mit alten Mustern zu brechen (als Mann bzw. Radfahrer). Es gibt kein „Besser“, „Schlechter“, … es gibt nur uns RadfahrerInnen! Alle zusammen die diesen Sport echt gerne haben. Alle zusammen leider noch immer das Feindbild einiger intellektuell eingeschränkter Verkehrsteilnehmer im Auto oder am Moperl!

Das Schöne dabei, man kann und soll seinen „Vogel“ ja trotzdem voll ausleben, ob gemeinsam oder einsam! Sehen wir uns halt wie die Spatzen (=Sperling?), da gibt’s von außen keinen Unterschied, „eiweindig“ (=steir. für innenliegend) kann man sich (und andere) ja anlügen! Oder wie die Enten: von außen gut unterscheidbar, eiweindig sind beide Vögel!

Apropos Vogel: te Walt geht jetzt ein wenig raus zum Trainieren! Das RAN startet in 2 Wochen, da will ich einigermaßen fit sein. Zudem trifft man ja viele nette RadkollegInnen, der Frühling ist da!

KJ, Kcal, KW, W,… Essen & Trinken halt!

Ernährung oder Nutrition (spätlateinisch nutritio ‚Ernährung‘, lateinisch nutrire ‚nähren‘) ist die Aufnahme von organischen und anorganischen Stoffen, die in der Nahrung in fester, flüssiger, gasförmiger oder gelöster Form vorliegen. Mit Hilfe dieser Stoffe wird die Körpersubstanz aufgebaut oder erneuert und der für das Radfahren notwendige Energiebedarf gedeckt.

Heute geht es um Essen und Trinken! Beginnen wir mit der Theorie:

Merke:  KW mal gefahrene Sekunden durch 0,23 durch 4,2 ergibt die Kcal/h, die Du verbrauchst, zirka! D.h. z.B. ich für das geplante RAN am 07. Mai:

0,2 x 86.400 : 0,23 : 4,2 = 17.888,2 kCal („Verbrauch‘ i“)

700 x 24 = 16.800 kCal („Brauch‘ i“)

Diese Werte sind übrigens grob übertrag- und skalierbar, jede(r) ist anders, die einen haben lieber Bier, die anderen eher Wein!

Soviel zur Theorie des anstehenden RAN (www.ran-bike.at)… Der Kalorienverbrauch wird, bei einer Fahrzeit von 24h so um die 17.000 sein, reinbekommen kann man maximal 700Kcal/h (bei mir geht’s eher in Richtung 600, außer beim Grillen). Auf jeden Fall is(s)t’s theoretisch möglich, ernährungsmäßig ausgeglichen zu bilanzieren! Wenn man sich an einen “Ernährungsfahrplan“ hält! Gut ist es dann aber auch, wenn sich der Körper daran hält, dass ist allerdings Tagesverfassung und Übung.

Blöd nur, wenn es nicht klappt, dann kann es zu „Mehrerlei“ kommen:

Gastrointestinale Beschwerden: eher hinten unten
Hungerast: überall
Rückwärts essen: eher vorne oben

Ohne jetzt aber gleich 20h+ am Rad zu sitzen, essen und trinken beeinflusst die Performance doch einigermaßen. Hatte einmal vor langer Zeit vergessen zu essen, bin dann aber am Bike mit dem Rutsch auf den Steinplan! Fast ganz oben, ein klassisch herrlicher Hungerast. Ich, mehr oder weniger stehend auf dem Schotterweg und eine sehr, sehr korpulente Familie, alle noch dazu in Leggins (weil’s so angenehm ist), überholt mich spazierend! In Crocks! Als Todesstoß, zuerst der Dackel, der mich beim Überholen auch noch mitleidig angehechelt hat!  Übrigens: Ein anderer Freund vom Rutsch hat einmal in Italien auf den Knien eine Zuckerrübe ausgegraben und reingebissen! Schön langsam glaub ich, es liegt am Rutsch (= der Weltbeste), oder eben am Essen (vergessen)!

In diese Abteilung (die, die nicht essen) gehören wir beim RC Arbö Mödling meistens immer eher nicht! Biken am Anninger und dann ins Bockerl, so schaut es aus. Ich kenne zufällig die Speisekarte dort, habe neben dem Schnitzel, den Riesenknödeln? (stimmt nicht),… weder Frühlingskräutersuppe noch Porridge,… gefunden. Ich habe aber gehört, dass es Leitungswasser geben sollte, kann dies wer von euch bestätigen?

Ein bissl sollte man jedoch auf die Ernährung achten. Auf alle Fälle dann, wenn es einmal weiter oder schneller oder beides wird! Spätestens bei stundenlangen Touren spürt man sowieso, dass die Croissants vom Frühstück nicht ganz ausreichen. Ab einer gewissen Intensität gibt der Körper bei „zuviel“ sofort Bescheid, man isst dann eben rückwärts. Bei „zu wenig“ natürlich auch, man fährt dann (gefühlt) rückwärts!

Neben „studieren“ (vorab mal hinsetzen, sich die Zutatenlisten und Energiewerte reinziehen) hilft nur und unbedingt „probieren“. Sonst landest Du wieder bei: „rückwärts essen“ und das ist echt schlecht für die Performance!

Es geht sich also nur aus, wenn alles, wirklich alles, zusammenspielt. Die Leistung so wählen, dass die Energie aus den Körperreserven bereitgestellt werden kann, nur so viele Kalorien reinschieben wie verwertet werden können (ob flüssig oder/ und fest hängt von Deinen Vorlieben ab). Ah ja, schmecken sollte es auch einigermaßen. Und: mitnehmen muss man die Sachen ja auch, ein Sandwichwecken mit Haussalami macht unschöne Flecken am Trikot hinten, sieht dazu nicht ok aus und steht im Wind!

Te Walt wünscht euch allen „Guten Appetit“, ich fahr jetzt eine kleine Runde, dann werfen wir den Griller an, wenn er schon da steht 😊 (und es nicht schon wieder schneit)!