KJ, Kcal, KW, W,… Essen & Trinken halt!

Ernährung oder Nutrition (spätlateinisch nutritio ‚Ernährung‘, lateinisch nutrire ‚nähren‘) ist die Aufnahme von organischen und anorganischen Stoffen, die in der Nahrung in fester, flüssiger, gasförmiger oder gelöster Form vorliegen. Mit Hilfe dieser Stoffe wird die Körpersubstanz aufgebaut oder erneuert und der für das Radfahren notwendige Energiebedarf gedeckt.

Heute geht es um Essen und Trinken! Beginnen wir mit der Theorie:

Merke:  KW mal gefahrene Sekunden durch 0,23 durch 4,2 ergibt die Kcal/h, die Du verbrauchst, zirka! D.h. z.B. ich für das geplante RAN am 07. Mai:

0,2 x 86.400 : 0,23 : 4,2 = 17.888,2 kCal („Verbrauch‘ i“)

700 x 24 = 16.800 kCal („Brauch‘ i“)

Diese Werte sind übrigens grob übertrag- und skalierbar, jede(r) ist anders, die einen haben lieber Bier, die anderen eher Wein!

Soviel zur Theorie des anstehenden RAN (www.ran-bike.at)… Der Kalorienverbrauch wird, bei einer Fahrzeit von 24h so um die 17.000 sein, reinbekommen kann man maximal 700Kcal/h (bei mir geht’s eher in Richtung 600, außer beim Grillen). Auf jeden Fall is(s)t’s theoretisch möglich, ernährungsmäßig ausgeglichen zu bilanzieren! Wenn man sich an einen “Ernährungsfahrplan“ hält! Gut ist es dann aber auch, wenn sich der Körper daran hält, dass ist allerdings Tagesverfassung und Übung.

Blöd nur, wenn es nicht klappt, dann kann es zu „Mehrerlei“ kommen:

Gastrointestinale Beschwerden: eher hinten unten
Hungerast: überall
Rückwärts essen: eher vorne oben

Ohne jetzt aber gleich 20h+ am Rad zu sitzen, essen und trinken beeinflusst die Performance doch einigermaßen. Hatte einmal vor langer Zeit vergessen zu essen, bin dann aber am Bike mit dem Rutsch auf den Steinplan! Fast ganz oben, ein klassisch herrlicher Hungerast. Ich, mehr oder weniger stehend auf dem Schotterweg und eine sehr, sehr korpulente Familie, alle noch dazu in Leggins (weil’s so angenehm ist), überholt mich spazierend! In Crocks! Als Todesstoß, zuerst der Dackel, der mich beim Überholen auch noch mitleidig angehechelt hat!  Übrigens: Ein anderer Freund vom Rutsch hat einmal in Italien auf den Knien eine Zuckerrübe ausgegraben und reingebissen! Schön langsam glaub ich, es liegt am Rutsch (= der Weltbeste), oder eben am Essen (vergessen)!

In diese Abteilung (die, die nicht essen) gehören wir beim RC Arbö Mödling meistens immer eher nicht! Biken am Anninger und dann ins Bockerl, so schaut es aus. Ich kenne zufällig die Speisekarte dort, habe neben dem Schnitzel, den Riesenknödeln? (stimmt nicht),… weder Frühlingskräutersuppe noch Porridge,… gefunden. Ich habe aber gehört, dass es Leitungswasser geben sollte, kann dies wer von euch bestätigen?

Ein bissl sollte man jedoch auf die Ernährung achten. Auf alle Fälle dann, wenn es einmal weiter oder schneller oder beides wird! Spätestens bei stundenlangen Touren spürt man sowieso, dass die Croissants vom Frühstück nicht ganz ausreichen. Ab einer gewissen Intensität gibt der Körper bei „zuviel“ sofort Bescheid, man isst dann eben rückwärts. Bei „zu wenig“ natürlich auch, man fährt dann (gefühlt) rückwärts!

Neben „studieren“ (vorab mal hinsetzen, sich die Zutatenlisten und Energiewerte reinziehen) hilft nur und unbedingt „probieren“. Sonst landest Du wieder bei: „rückwärts essen“ und das ist echt schlecht für die Performance!

Es geht sich also nur aus, wenn alles, wirklich alles, zusammenspielt. Die Leistung so wählen, dass die Energie aus den Körperreserven bereitgestellt werden kann, nur so viele Kalorien reinschieben wie verwertet werden können (ob flüssig oder/ und fest hängt von Deinen Vorlieben ab). Ah ja, schmecken sollte es auch einigermaßen. Und: mitnehmen muss man die Sachen ja auch, ein Sandwichwecken mit Haussalami macht unschöne Flecken am Trikot hinten, sieht dazu nicht ok aus und steht im Wind!

Te Walt wünscht euch allen „Guten Appetit“, ich fahr jetzt eine kleine Runde, dann werfen wir den Griller an, wenn er schon da steht 😊 (und es nicht schon wieder schneit)!

RAN an die Waden!

Te Walt wird ja heuer das RAN fahren. Momentan sieht es so aus, dass dieses von 07.-09.05. stattfindet, aber „who knows“, Corona, eh schon wissen. Aber, ich tu‘ mal so, als ob es so wär‘…

Vorbereitung ist sowieso das falsche Wort. Vor der Saison ist ja bekanntlich nach der Saison, dazwischen kommen nur die paar Weihnachtskekse. Genaugenommen gibt es nur: DIE (eine) RADSAISON, 01.01.-31.12.! Jedes Jahr! Immer!

Natürlich gibt (gäbe) es neben dem Radfahren auch noch andere Sportarten, aber hier sind wir auf der Homepage des RC Arbö Mödling, da geht es halt vorrangig nur darum! Um es aber erwähnt zu haben, bei uns im Club gibt es SurferInnen, SkitourengeherInnen, Wanderer (gibt es Wanderinnen?), GolferInnen,… eh alles also.

Jetzt aber weiter im Text, das RAN. Neben einer guten Form, einem guten Team, einem guten Tag,… ist Streckenkenntnis alles. Kann mich an meinen ersten Glocknerman erinnern. Hatte mir die Soboth angesehen, das Lesachtal mit dem Katitscher Sattel, den Iselsberg und dann natürlich den Glockner! Die südsteirische Weinstraße! Nein, die kannte ich ja. Leider nicht vom Radfahren, eher von diversen Weinverkostungen! Die Weinstraße kann Dir aber auch ohne ein einziges Achterl ganz schön die Zähne ziehen, überhaupt dann, wenn Du sie auf Druck bei 32° im Schatten fährst.

So war für heuer klar, Streckenkenntnis muss her. Die Renneinteilung steht nun theoretisch: die ersten 340km flach? (mit ca. 1.800hm) durchs Weinviertel, die nächsten 170km bergig (mit ca. 2.800hm) übern Semmering ins Schneeberg- und Ötscherland um dann die abschließenden 90km ins Ziel durch das hügelige Waldviertel zurück nach Weitra (nochmal 1.400hm) zu gelangen. Mittlerweile alles locker im Training abgefahren, hat sich easy und lässig angefühlt. Leider weiß ich aber mittlerweile auch:

„Je weiter man fährt, desto steiler wird’s Flache“!

Nach geschätzten 19-20h am Radl ist sogar die Auffahrt zu einer Donaubrücke mit 12hm eine lange, steile Rampe! (aber dann hat man noch immer 1.500hm+ vor sich), kein „Pämmerl“ nicht!

Jetzt sind alle in den vorigen Beiträgen (Radlgedanken) erwähnten Tugenden gefragt: Geduld (die ersten 300km schafft ja jeder), also nicht zu früh andrücken, Zeitmanagement, Watt, 30 (kmh… wenigstens daran muss ich nicht denken, durchkommen heißt die Devise)…

Ungemein hilfreich wird das Team (Marco & Martin). Nicht, weil sie sich um alles kümmern (Verpflegung, Getränke, Bekleidung,…) sondern hauptsächlich wegen der „Psiche“. Ich fahr lieber 600km mit dem Radl durch, als einem Radfahrer diese 600km mit zeitweise 10km/h hinterher zu schleichen (1 Gang) und auf den Hintern zu schauen (gehe zu Radlgedanken, „Mamils“). Den ersten und einzigen Wadenkrampf im Team beim Glocknerman hatte nicht ich als Radfahrer, es passierte im Begleitfahrzeug dem Fahrer 😊!

Nun aber nochmals zur Einteilung. Weitra bis Neunkirchen eher flach, d.h. zügig fahren und nicht zu sehr attackieren, dann die Berge schaffen (des geht schon) um dann „nur“ mehr die letzten 90km ins Ziel zu cruisen. Klingt so einfach, ist es aber nicht. Nicht umsonst haben alle FahrerInnen gerade vor den letzten Stunden im Waldviertel mit seinen bissigen Rampen den größten Respekt, da tut’s jedem richtig und ehrlich weh! Oje!

Egal, wieviel man trainiert, es ist für jede(n) extrem hart. Bist Du der Christoph Strasser oder der Kaider Phillip, geht’s Dir ganz gleich, jeder fährt am letzten Eck auf seinem Niveau. Vielleicht ist es sogar noch wilder, sich als „Aged“ Hobbyfahrer zu „beschädigen“, wir werden’s sehen.

So lautet die Devise, zuerst sehen ob’s gesundheitlich geht, dann aufpassen, dass nichts passiert. Wenn alles gut geht, durchkommen und wenn’s dann noch ein Wunschkonzert gibt, eine gute Zeit (=durchkommen) zu schaffen! Echt jetzt?

Hmmm, schaummaamoi?

Te Walt

Zeitmanagement!

… ist ja kein Problem, oder?

Die gute Nachricht vorweg: wir sind alle Manager*innen, ganz besonders die Menschen, die Rad fahren!

Seit ca. 3.500 Jahren teilen die Radfahrer*innen einen Tag in 24h. Dies ist die kleinste mögliche Zeiteinheit für uns, um unseren Sport ausüben zu können, mindestens!

Damals haben ganz kluge Köpfe den Tag eben so eingeteilt, zuerst mit Hilfe der Sterne, dann mit der s.g. Klepsydra. Komischerweise war dies quasi eine Sanduhr, allerdings auf Wasserbasis, nicht blöd… Ich nehme allerdings ein Garmin, Polar, Wahoo,…

Aber nun weiter, WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT!

Beginnen wir mal zu rechnen:

Acht Stunden pro Tag sollen wir schlafen. Eine Stunde benötigen wir für das Aufstehen, Strecken, Duschen bzw. Morgentoilette generell, Frühstück,…

Da die Meisten von uns (noch) arbeiten müssen, gehen hier einmal mindestens zehn Stunden drauf, Den Hin- und Rückweg habe ich schon reingenommen, bzw. durchschnittliche Überstunden der Fleißigen unter euch. Hier sei auch gesagt: Arbeit beeinflusst ein Privatleben ungemein negativ, rein zeitmäßig betrachtet!

Gesamt haben wir nun schon neunzehn Stunden verbraten und sind NOCH IMMER NICHT RAD GEFAHREN!

So, nun sind wir zu Hause, ab November bis März ist es also schon finster, grrrr! Und kalt und meist auch nass, brrrr!

Nehmen wir mal an, man wollte das Keyboard im Büro nicht verbröseln, dann muss man nun auch eine Kleinigkeit essen, sich wieder sammeln, also ankommen. Wieder eine Stunde beim Teufel. Jetzt kommt’s aber erst. Hat man dann noch eine Frau/ einen Mann/ eine Freundin/ einen Freund oder NOCH schlimmer, eine Frau UND eine Freundin oder einen Mann UND einen Freund… dann wird’s schon eng mit der Zeit, mindestens zwei Stunden weg. Wer von euch hat Kinder? Dann gleich nochmal mindestens eine, besser zwei Stunden!

Wieviel haben wir? DREIUNDZWANZIG Stunden und noch nicht einmal umgezogen! Ziehen wir umziehen, Radl herrichten, die Brille und den zweiten Beinling suchen, das Hinterrad aufpumpen, hinterher duschen… zusammen, ist noch eine Stunde weg.

Endlich aufs Radl! Im Schnitt will man doch wohl 8-10 Stunden unter der Woche am Radl sitzen, kommen also 1-2  (im Schnitt) Rad fahren am Tag dazu (Wehe denen, die den einen 100er in diesem Monat noch nicht gefahren sind!). Wir haben nun sechsundzwanzig Stunden weg, was haben sich die alten Ägypter mit den 24 Stunden eigentlich gedacht, NICHTS?!?!?

Rechnet man nun noch täglichen Kleinkram dazu, Rad reparieren, Rad putzen, einmal in der Küche helfen,… waaas? im Garten muss man auch etwas machen? Zuerst ist’s 5 Monate finster und dann wächst das Gras wieder, dauernd! Und die Hecke! Und…

Habe ich schon erwähnt, dass wir uns, bis jetzt, noch nicht einmal eine Minute für ein gemeinsames Bier rausgeschlagen haben?

Die Mathematiker unter euch werden nun kalkulieren und mit Einwürfen kommen, man kann ja sicher ein paar Stunderl ins Wochenende reinschieben aber: erstens kommen unter der Woche noch mindestens vier Stunden dazu, die sind zum Regenerieren (weil nur da wird man besser). Am Wochenende fahren wir weiter und damit länger, da sollten nochmals vier bis sechs Stunden dazukommen! Schön langsam sind wir zeitlich im Eck.

Was sollen wir tun, 24 Stunden reichen nicht! Wo sparen wir ein? Kinder ins Heim geht ja dann doch nicht, was sollen die Nachbarn sagen (so auch beim Rasen)?! Nicht arbeiten? Geht auch nicht. Wer zahlt sonst das S-Works und die Ersatzteile? Den Montag im Büro brauche ich auch! Nach den langen Wochenendausfahrten benötigt man die acht Stunden Ruhe im Office!

Frau, Freundin, Mann, Freund, Freunde, Freundinnen canceln? Naja, manchmal ist’s schon super, oder sogar meistens, eigentlich immer!

Wir haben hier also sozusagen ein unlösbares Zeitproblem, trotz perfektem Zeitmanagements! Das heißt: locker und ruhig bleiben, besser nicht managen sondern einfach raus gehen, Rad fahren und Spaß haben! Das mit der Zeit wird schon mit der Zeit. Ohne nachdenken geht vieles besser.

Wie habe ich es geschafft? Wie beim Radfahren, einfach schneller schlafen! Te walt ist aber für jede Anregung dankbar, viele andere auch.

Geduld

Yoga für Radfahrer*innen! (Te Walt)

Da gibt es die Sache mit… der Geduld.

Den Meisten müsste man diese Sache erklären, hierzu aber nur so viel: Als sie, die Geduld nämlich, verteilt wurde, hatte ich mit ein paar RCM Kollegen am ersten Stich nach 200 Rennmetern bereits den ersten Kampf um den Sieg. Es waren ja nur mehr 120km…

Die Anderen, die noch beim Start auf die Verteilung warteten, haben sie bekommen, die Geduld. Das war auch sehr gescheit, denn wir ganz Anderen, müssen sie nun noch lernen, pffff….

Wie das nun gehen soll? Habe da ein paar Erfahrungswerte.

1.) Durch Schmerzen I

So habe ich mir nach den ersten ca. 15h des Glocknerman gedacht, ich hänge mich an einen Holzlaster dran, Windschatten, 65kmh, perfetto. Das kurze Wattintermezzo hat mich fast das Rennen gekostet. Die Kraft war aus den Oberschenkeln gleich schnell draußen wie die Luft bei einem superfrischen Croissant! Und fahr dann noch so an die 4h mit den restlichen 2500hm (von 7.000)! Was habe ich gelernt? Wenn Du schon über 15h am Radl sitzt, versuch nicht den Windschatten eines LKWs zu halten! Blöderweise kann ich aber nicht garantieren, dass ich nicht antrete wenn vor mir ein anderer Radler auftaucht. Also Geduld, cool down

2.) Durch Schmerzen II

Wer fährt z.B. Quattro Felgen (bzw. baugleich) und musste schon mal eine Speiche tauschen? Die Nippel muss man nämlich durch das Ventilloch ein-bzw. ausführen, dies mit einem Magneten. Alleine der Gedanke an diese Oa*#### fuzzlerei macht mich heute noch rasend. Da verrauche ich lieber hinter einem Holzlaster. Also Geduld, cool down…

3.) Durch Schmerzen III

Ich arbeite gerne an meinem Radl im Garten. Rauf auf den Montagständer, die Sonne scheint, ein Gösser steht neben der Werkzeugkiste,… großes Kino! Wer hat schon eine Bremsbackenhalteschraube im Rasen gesucht?! Da hätte nur noch gefehlt, dass sie auch noch grün/ braun getarnt ist! Auch egal, nach 2h fährt man zum Radhändler seines Vertrauens und kratzt an der Tür, eh klar, am Samstag um 2 nach 1, zu!! Wahhhhhh! Also Geduld, cool down…

Bleibt dann nur mehr Yoga für Radfahrer! Garantiert schmerzfrei! Und, wenn man will, auch gut für die Beziehung (zu Freund, Freundin,…) Gemeinsame Ausfahrt im Sonnenschein, ohne Druck, ohne km Vorgabe, ohne Schnitt bzw. Watt… nur so! Ja, das gibt’s!

22ger Schnitt auf dem Weg ins Bockerl, ein Trankl und ein Riesenknödel (keine Angst, die sind dort sehr klein) fein, nicht? Das ist Yoga für Radler*innen…

LG und willkommen im Frühling, schön langsam (haha) erwachen wir und kommen auf Touren….

Te Walt

PS: aber beim Heimfahren attackieren wir dann schon, 1 x zumindest, ich halt’s halt nicht aus 😊

Drinnen oder draußen?

Wie überwintert denn die Spezies Radfahrer? Wenn das Aufgehen wie ein Germteigknödel vermieden sein will, so sollte doch auch im Winter regelmäßige körperliche Aktivität auf dem Programm stehen. Jetzt gibt es zwar auch tolle Wintersportarten, aber so ganz ohne Fahrradfahren ist so ein österreichischer Winter für einen eingeschworenen Radfahrer doch zu lange. Dann stellt sich die Frage:

Radfahren im Winter: Drinnen oder draußen?

Ganz klar, die Vorteile für indoor Training sind offensichtlich: Gezieltes Watt-genaues Training mit kontrollierten externen Einflüssen. Weder Regen, noch Schnee oder Sturm, kein Glatteis, kein Matsch und das Radl wird nicht vom Streusalz zerfressen. Man spart sich stundenlanges An- und Ausziehen von sündhaft teuren durchlöcherten Funktionsunterleiberl-Zwiebelschichten. Und in den letzten Jahren ist es sogar salonfähig geworden, die virtuellen Radfahrten auf Strava zu zählen…

Und was macht euer werter Schreiberling hier? Sicher keine Sekunde Indoor-Training, sondern raus in den Schnee, Matsch und Sturm. Nix ist es mit Watt-genauem Training unter kontrollierten externen Einflüssen. Einpacken ins Merino-Unterleiberl und raus in die Natur. Fluchend mit 15 km/h gegen Winterstürme anradeln, die Rodler (immer mit Sicherheitsabstand) überholen und sich so richtig im Matsch einsauen. Das hat unter Garantie einen deutlich schlechteren Trainingseffekt wie das gezielte Indoor-Training, trägt aber wesentlich zu meiner Psychohygiene bei.

Den Winter durchzuradeln, das bringt unbezahlbare Momente mit sich. Die Natur zeigt sich von einer ganz anderen Seite und es kann passieren, dass einem mehr Rehe begegnen wie Menschen. Und wenn es so richtig fahrradunfreundlich ist, dann spürt man sich mal richtig und macht endlich mal wieder was verrücktes. Passiert eh viel zu selten dieser Tage.

Mountainbiken im Schnee, Eis und Matsch bringt enorm viel für die Fahrtechnik und wenn ich dann komplett eingeschlammt zuhause von meiner 2,5 jährigen Tochter mit „Papa, dreckig, oben und unten“ begrüßt werde, ist mir gleich wieder warm ums Herz, nur die Zehen brauchen üblicherweise noch etwas länger zum Auftauen. Die Schwiegereltern haben laut lachend ihr Handy gezückt und das Schlamm-Monster, das ich war, gleich fotographisch dokumentiert. Diese Momente soll mir das indoor-Radln mal verschaffen, dann schaffe ich es vielleicht auch mal hart genug zu sein um drinnen zu bleiben.

In diesem Sinne, wenn ihr mich sucht, ich bin in der Natur am Spielen. Es warat wegen der Psychohygiene.

Ah, by the way: Hygiene…. Meine Frau würde gerne wissen, wie Trikots ohne massive Umweltgifte wieder in ihre Ursprungsfarbe gebracht werden können.

WATT, hääh?

Jede*r spricht von Watt bzw. wattbasierendem Training. Überhaupt jetzt, wo alle, zumindest „gefühlt“ jeder, daheim auf einem Indoor via Internet mit der Community verbundenen, fixen Trainingsgerät a la Wahu, Dachs oder Ähnlichem, trainiert. Da wird gegen Supermarios oder sonstige Comic Helden gefahren, zumindest aber gegen einen eigenen Av-at-ar?! Und ich meine definitiv: gegen!

Was man da noch wissen sollte:

Ein Watt ist ein Kilogramm pro Quadratmeter dividiert durch Sekunden hoch 3!

Dann noch:

L1 und L2 und L3 und L4 und L5 und L6 und L7 (= Laktatschwellenwert eins bis sime)

Und dann, ganz wichtig: FTP und VO2 max und natürlich HR und HRmax

Helfen tut’s auch, wenn man mathematisch etwas drauf hat, zumindest die Prozentrechnung muss man beherrschen. Es reicht aber nicht, zum Beispiel 94% von der FTP in Watt zu rechnen (während dem Fahren😊) sondern dies auch noch mit % der Zeit und % der HRmax in Verbindung zu bringen!

Kann mich noch erinnern, im Jahre Schnee (das ist gaaanz lange her), gab’s eine eher rustikalere Einteilung der Leistungsstufen:

Zu Locker = Memme weiter zu Locker = Memme weiter zu Hart = geht so bis zu Zu hart =. Normal

Zwischen Hart und zu Hart lag die sg. „Speibgrenze“, eine durchaus beliebte Maßeinheit zum Vergleichen von Leistung unter Kollegen! So konnte man zum Beispiel davon ausgehen, dass, wenn man erst nach den Kamelbuckeln vor Seckau gespieben hat, schon ziemlich gut drauf war! Auch diesmal gibt es kein gendern, Frauen sind nicht so, meistens!

Ich habe in einem Fachmagazin wie folgt gefunden: „Bist Du ein 50ig jähriger Mann und trittst durchschnittlich 3,3W/kg (wird bei uns im Verein schon der Schnitt sein, die W, nicht das Alter)? Dann darfst Du 1% für jedes Jahr, dass Du älter bist dazu zählen. Dies ergibt dann Dein globales Niveau! Ha, erwischt! Jetzt wärst Du gerne auch 50+!

Ich hab’s gemacht und mal in die Zukunft gerechnet: bei meinem momentanen Gewicht und meiner momentanen Leistung lieg ich so bei 3,6-3,8W/kg, mit weniger Winterspeck komme ich dann schon ohne Training auf 3,8W/kg. Wenn ich nun noch kalkuliere, schaffe ich, hypothetisch, im Jahr 2040 5,6W/kg bei einer FTP Schwelle von 426W. Des is net schlecht! Jetzt muss ich nur mehr so alt werden…

Aber lassen wir den Spaß (nur hier) ein wenig beiseite. Als ehemals studierter Sportwissenschaftler muss man ob der Möglichkeiten, die wattgesteuertes Training bietet, schon beeindruckt sein. Erst kürzlich habe ich die Gremlin Wattpedale (oder so?) auf das Rad meines Schatzls geschraubt und mir mal die Statistik angesehen, runder Tritt und so… es ist schon sehr lässig und sinnvoll, wenn man die Ergebnisse dann auch ins Radfahren einbringen kann. Bitte genau lesen „EIN“bringen, nicht „UM“ bringen. Habe im Laufe der Jahre auch sehr viele Kollegen gesehen (und auch betreut), die erst durch Spaß und Freude wieder besser wurden und nicht nur rein aufgrund von zahlenbasierendem Walzentraining!

So, wie bei Allem, die Dosis machts! Und die Ausprägung! Wer wie wir (=Mann) sehr leicht zur sportlichen Übertreibung neigt, sollte manchmal statt auf das Display am Lenker auf die super Landschaft schauen. Auch das kann so viel geben, dass man besser wird.

So, jetzt geh ich in den Keller und mach ein Geheimtraining, 8xL6 Intervalle mit L2 Pausen und L1 ein/ ausfahren… Bald kommt der Frühling, wir sehen uns draußen.

Walt

MAMILS, bzw. des Kaisers neue Kleider…

Wer weiß was ein MAMIL ist? Wahrscheinlich bist Du selbst auch einer, ein sogenannter „Middle Aged Man In Lycra“, also: ein Rennradfahrer! Früher waren das Männer in Strumpfhosen, heutzutage sagen wir dazu ja „winter tights black zero weight ultra…“ schönreden geht immer! 

Aber im Ernst: was einst unser altehrwürdiger Neo AD Präsident oder auch Rudi Mitteregger getragen haben, geht heute auf keine Kuhhaut nicht mehr (sogar die würde vor lauter Jucken durchgehen)… Sollte aber einer der zwei Letztgennannten noch so ein z.B. Puch Strickwalktrikot im letzten Kasten im Keller liegen haben, sind die sicher was wert. Sollten sich nämlich die Motten darüber her gemacht haben, sieht es schon aus wie ein neues „summer skinfoil III“ einer bekannten Schweizer Bekleidungsschmiede. Beide Leiberl, das Neue bzw, jenes aus dem Keller, haben gleich viele Löcher… Kostenpunkt für so ein Stück? Ab Eur 100.- kann man so ein „Unterleiberl“ sein eigen nennen, schlappe 1.376,- Schilling!! (für junge Radler*innen: alte österreichische Währung, eh schon wissen, zu Zeiten unseres ehrw…)

Aber im Ernst. Die aktuellen Trikots, … sind „a Wounsinn“, irre, was sich da getan hat. Mittlerweile kann man durchaus den Winter durchfahren, im Notfall sogar mit beheizten Griffen, Innensohlen, Handschuhinlays,…

Auf jeden Fall harte Zeiten, Ausreden bzgl. Bekleidung gelten natürlich nicht (mehr), Mamils sind voll ausgestattet! Mawils (weibl. Rennradfahrerin) natürlich auch! By the way: Die RC Mödling Mode ist cool stuff, gut sichtbar, aus guter Qualität, gut zu tragen und für Vereinsmitglieder echt günstig. Darüber hinaus gibt es für die ganz, wirklich ganz Mutigen unter uns Einteiler, ja richtig, auch Zeitfahranzüge! Ich verweise hier ganz speziell auf die Kolumne „30“, mit unseren Anzügen (von fachunkundigen Kreisen auch Rennkondom genannt) sind auf 100km durchaus noch ein paar Zehntel zu holen. Darüber hinaus wärs doch ein cooler Auftritt, beim RC Mödling Thermenregion Zeitfahrcup 2021…

Wir sehen uns dort, vielleicht sogar im Zeitfahranzug 🙂

Walt

Biken

Liebe Biker und die, die es noch werden wollen,

Ganz kurz meine Erfahrungen.

Schon in der Früh werde ich nervös weil ich mich schon auf mein Radl setzen möchte. Das Frühstück wird meistens kurz gehalten, aber dann beginnt die Trödlerei: schnell WhatsApp und Emails checken, meine Frau fährt ins Büro und ich beginne mir mein Radl Gwandl anzuziehen. Ständig den Blick auf das Wetter und noch schnell die Katze raus. Dann hält mich keiner mehr. Runter in die Garage und in die Schuhe rein, die heizbaren Handschuhe darüber und es kann losgehen. Die Uhr starten und ab geht’s in den tief verschneiten Winterwald. Der Schnee auf den Bäumen und die kalte frische Luft bringen mich in einen anderen Zustand des Glücks . Mein Rennen ist nun auch schon vorbei, da ich ab diesen Zeitpunkt nur mehr genieße.

Egal wie viele Höhenmeter ich heute schaffe, Hauptsache ich habe mich überwunden in die Kälte raus zu gehen. Erst mal draußen und in Bewegung spielen Temperaturen und Wetter keine Rolle mehr. Ich, meine lieben Freunde und Indoor-Junkies, kann euch nur empfehlen, macht das so wie ich und ihr werdet richtig glücklich sein. Die Natur zu genießen ist das schönste und gesündeste was es gibt. In meiner momentanen Umgebung [Wechsel Gebiet], die durch den vielen Schnee zur Zeit sehr begrenzt ist, sehe ich bei einer Ausfahrt oft nur 2, 3 Menschen mit Schneeschuhen oder ein paar nette Holzfäller, sonst außer Wildtiere niemanden. Sehr entspannend die ganze Sache. Ich kann euch nur raten raus aus der Wohnung, raus aus den Häusern. Ganz egal ob Rad, Schneeschuhe, Langlauf, Ski oder zu Fuß: Hauptsache raus.
Und auch das Corona – Virus hab ich da draußen noch nicht gesehen.

In diesem Sinne alles Liebe

Azi The biker

30

Was für eine Zahl!

das perfekte Alter zum Radfahren? Das Gewicht eines  Anbauteils aus Karbon? Nein! 30 ist das Ziel aller Träume eines Hobby Rennradfahrers – die Durchschnittsgeschwindigkeit auf, na sagen wir mal, zumindest 60km! So wird der Rennradfahrer zum Radrennfahrer!

Warum hier nicht gegendert wird?

Frauen sind nicht so! Eine Frau macht eine Ausfahrt, zwei Frauen machen eine Ausfahrt, usw. (ewig)

Und die Männer? Ein Mann ist eine Trainingsgruppe, 2 Männer? Natürlich! Ein Rennen! usw. (ewig)

Wo sind die Zeiten, rauf aufs Rad und genießen? Einfach „ins Land einifahrn“… Gab es  das jemals?

Nein. Wahrscheinlich nicht und leider, auch ich bin keine Ausnahme. Man(n) ertappt sich immer wieder: gemütlich und ruhig anfahren, der Rückenwind schiebt, es rollt! Ohne es zu wollen kalkuliert das Gehirn nach 2h: es geht sich noch aus! Die restliche Strecke verläuft zwar gegen den Wind und bergauf, aber: es kann sich noch ausgehen!

Aus dem bisherigen Durchschnittspuls von lässigen 118 schlägt man bald bei 180+ an, die lockeren Stückerln gehen dann eh noch mit 165.

Meist endet man in einem (weiteren) persönlichen Waterloo, voll fertig, Schnitt: 29,8!! Waaahhhhhh

Was man dagegen tun kann? Fast nix. Meine Lösung: viel fahren, den Wunschschnitt auf 33 anheben, dann hat man am Ende vielleicht 32,8 am Tacho, voila, so einfach!

Zum Schluss im Ernst. Fast jede(r) schielt zumindest manchmal auf den Dreißiger, aber seien wir doch ehrlich: nicht jede Ausfahrt muss ein Rennen sein! Immer andrücken ist auch nicht gut, der Mut zur Pause ist heute mehr denn je gefragt (zumindest manchmal, ok?)…

So long, ride now – work later, Walt

50.000 km auf Strava

Ein Großteil meiner 50k km auf Strava

Als ich am 12.2.2011 in Bayreuth zum ersten Mal einen Garmin Fahrradcomputer auf eines meiner Fahrräder montierte konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass ich knapp 10 Jahre später, nach einer Fahrt bei Minusgraden am Anninger in Mödling, meinen 50.000 Kilometer auf Strava hochladen würde.

Zugegeben, gegen die wirklichen Vielfahrer unter euch, sind durchschnittliche 5.000 Jahreskilometer ein Lercherlschaß, aber für mich als jemand der versucht viel zu viele Dinge in seinem Leben unterzubringen ist die 50.000 Kilometer-Marke doch schon eine Hausnummer und Anlass ein wenig zurückzublicken.

Viel ist passiert in meinem Leben in den letzten zehn Jahren: Verliebt, verlobt, verheiratet und Vater der tollsten Tochter der Welt, … zwei Jobwechsel, zwei Wohnortwechsel und zunehmend graue Haare – gottseidank bislang hauptsächlich im Bart, wo ich Sie einfach abrasieren kann. Bei diesem Rückblick hier, soll es aber um die Erinnerungen innerhalb der 50.000 auf Strava dokumentierten Kilometer gehen.

Obwohl ich im Ursprung und im Herzen ein Mountainbiker bin, geht die Mehrzahl der Kilometer in den letzten 10 Jahren auf Fahrten mit Rennrädern zurück. 3 verschiedene Rennräder leisteten mir für ca. 30.000 Kilometer treue Dienste. Mein erstes Rennrad, welches ich mir noch in Oxford gekauft hatte und mit dem ich persönlich nach Bayreuth geradelt bin, wurde mir während einer Konferenz in Dresden aus der Hotellobby gestohlen. Was Strava betrifft, hat sich das Rennrad sich somit mit der Radfahrt mit der Strecke Bayreuth-Dresden (267 km, 3200 Höhenmeter) ordentlich verabschiedet. Weniger glamurös ist der Status meines zweiten Rennrades, welches derzeit bei knapp 22.500 Kilometer steht und zum Pendeln und als Winterfahrrad misbraucht wird. Der Liebesentzug ist ursächlich auf die erstmalige Anschaffung eines italienischen Carbon-Rennrads im Februar 2020 zurückzuführen. Die junge Italienerin hat mich dieses Jahr deutlich schneller gemacht, die wirklich epischen Abenteuer mit ihr stehen allerdings noch aus. Die 5.226 Kilometer in den ersten 11 Monaten haben aber jedenfalls Lust auf mehr gemacht und sobald die winterlichen Straßenverhältnisse wieder vorbei sind, heisst es wieder „Carbon-statt-Kondition!“

Meine wildesten Mountainbike-Aktionen datieren alle zurück in die prä-GPS-Computer-Zeit und sind somit noch nicht auf Strava verewigt. Lediglich meine letzte Solo-Teilnahme bei einem 24-h-MTB Rennen ist in den 50.000 Kilometern enthalten. Die 315 Kilometer und 4930 Höhenmeter beim 24-h-Rennen in der Maxhütte 2012 sind somit meine all-time-Bestleistungen auf Strava.

Sonst lassen sich in meinen Strava-Aufzeichnungen einige geograpische Ausreisser finden, da ich meinen Weltentdeckerdrang üblicherweise versuche auch mit dem Fahrrad auszuleben. Neben einer Runde auf Mauritius stechen ein paar Mountainbike-Ausfahrten in den USA und improvisierte Trainingslager auf den Azoren, Madeira und Gran Canaria hervor. Dies beinhaltet die wirklichen Fahrrad-Abenteuer in meiner Jugend naturgemäß nicht, wobei diese auch einiges an Abenteuercharakter eingebüßt hätten, wenn ich damals schon GPS auf meinem Fahrrad gehabt hätte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Abschließen möchte ich den kurzen Rückblick in meine 50.000 Strava Kilometer mit einem weiteren Aspekt der heutigen Ausfahrt. Da aufgund der aktuellen Corona-Krise keine Fernreisen möglich sind, habe ich es in den letzten 56 Wochen geschafft zumindest jeweils mindestens eine Radfahrt zu machen. Und so wie es aussieht, könnte das durchaus noch länger so weiter gehen. Alsdann, mit dem Motto „Carbon-statt-Corona“ auf in die nächsten 50.000 Strava Kilometer.