Cyclocross Saison 2025

8 (9) Rennen – ein persönlicher Rückblick

Auch wenn das Jahr gerade erst begonnen hat, meine dritte richtige Cyclocross-Saison ist gerade zu Ende gegangen. Zeit für einen Rückblick.

Anfangen hat es mit dem Bikeschneiderei Cross in Maria Enzersdorf. Bei hochsommerlichen Temperaturen war der RC Mödling mit starker Abordnung am Start. Während Robert und Thomas selbst als Cyclocross-Experten auf eine Trinkflasche zurückgriffen, habe ich noch keine Flaschenhalterung und somit auch nix zum trinken dabei. Das Resultat, nach einer Rennstunde ist mein Mund ungefähr so trocken wie die Sahara in der Trockenzeit und rolle nur als 54. über die Ziellinie.

6 mal RC Mödling und privater Fanclub – Bikeschneiderei Cross 2025

Der Vorteil von über 30°C im September zeigt sich dann erst im Anschluss an das Rennen. Dass das ausverkaufte Bier die ‚Nachbesprechung‘ des Rennens beendet und nicht tiefgekühlte Gliedmaßen, das ist auch mal was Neues.

Für mich war dann die zweite Cyclocross-Station im Oktober das King & Queen of Seeschlacht in Langenzersdorf. Da Thomas und Kurt in der Zwischenzeit fleißig Punkte für den Cup gesammelt hatten, musste ich hinter ihnen starten und bin gleich mal am Start aufgrund von nicht sehr guter Linienwahl ganz weit hinten. Wie immer in den letzten Jahren ist die Strecke jedoch sehr gut zu fahren, und ich kann mich zumindest um ein paar Plätze nach vorne kämpfen und beende das Rennen knapp vor Thomas als 39.

Wie jedes Jahr großartig – Cyclocross in der Seeschlacht – fotographiert von Ernst Teubenbacher

Meine dritte Cyclocross-Station war dann Anfang November in Ternitz, allerdings ’nur‘ beim Trainingsrennen am Samstag. Als sehr positiv zu erwähen ist in diesem Fall zunächst mal, dass Walter wird am Start war und seine Schulterverletzung aus dem Vorjahr ihn nicht mehr stark behinderte. Cyclocross in Ternitz bedeutet immer auch ordentlich Höhenmeter, was sämtliche Formschwächen schonungslos offenlegt. Nach einem erstaunlich guten Start kämpfe ich dann doch jede Runde mehr mit dem steilen Anstieg und ich komme nur als 41. ins Ziel. Dafür hatte ich ganz zweifelslos den besten drei-Generationen-privaten-Fanclub!

Tages des Querfeldeinsports GP Ternitz – immer noch kurz-kurz-Wetter

Mitte November wurde es Zeit für ein Cyclocross-Abenteuer der anderen Art. Nachdem ich während der RC Mödling MTB Vereinsmeisterschaft unfreiwillger Zuschauer war und dabei erfahren hatte, dass die Cyclocross Europameisterschaft für Masters in Samorin (also quasi ums Eck von Mödling) stattfindet, habe ich mich dazu entschlossen dort auch auf eine „Lanterne Rouge“ Mission zu gehen. Nach einer Nacht-und-Nebel Anreise mit dem Zug finde ich mich – wie vorgesehen – am Abend vor dem Rennen im Rennbüro ein, um meine Startnummer abzuholen. Die Frage danach, wieviele Betreuer ich für die technical zone anmelden will, hat mich nur kurz verwirrt, und ich war an sich race ready. Allerdings hat das Hotel in dem ich abgestiegen bin, eigentlich gar nicht offen, und ich krieg dort auch kein Essen, also mache ich mich noch einmal auf den Weg um Frühstück für den nächsten Tag und ein Abendessen zu finden. Nachdem ich dann doch das lokale Braulokal finde, ist die Rennvorbereitung für den Tag erfolgreich abgeschlossen.

Rennvorbereitungen – Strecke finden – Startnummer checken – und Energie tanken.

Am Renntag ist es gottseidank etwas weniger neblig und nach einem privaten Frühstück rolle ich zur Strecke und schaue mir noch ein paar Rennen der U16 an. Die jungen Burschen lassen es richtig krachen und ich bin schwer beeindruckt von der professionellen Organisation des Rennens. Nach einer Proberunde sind dann noch die etwas jüngeren Masters am Start und mir wird schon etwas mulmig, auf was ich mich da eingelassen habe. Gut zu wissen jedoch, dass in meinem Rennen zumindest ein Starter sein sollte, mit dem ich mithalten kann (ich war zumindest schneller in ein paar österreichischen Rennen als er). Bei der Startaufstellung visiere ich ihn gleich mal an, mit dem Ziel nicht als allerletzter auf die Strecke zu gehen. Und was passiert? Alle rasen mit 30+ km/h los und ich falle auf dem ersten Wiesenstück zurück an die letzte Stelle. Gerade in dem Moment wo ich mir denke „das gibt’s doch nicht“, bleibt mein „Überholkandidat“ beim ersten kleinen Hindernis hängen. Ich muss ebenfalls komplett abbremsen, komme dann doch noch an ihm vorbei. Somit bin ich kurz nach dem Rennstart zwar nur zweitletzter aber dennoch von allen anderen abgehängt. Eine halbe Runde später schaffe ich es noch einen zweiten zu überholen, und ab dann ist das Rennen ziemlich einsam für mich. Ich bin fast 4 Runden lang allein unterwegs bis mich der Führende überrundet. Kurz darauf ist für mich auch schon Rennende, da der Führende bereits auf der letzten Runde war (ich werde zwar noch vor der 4 Zieldurchfahrt aus dem Rennen genommen, aber immerhin mit nur einer Runde Rückstand gewertet),

Überrundet von Zsolt Bur – das kannte ich schon von den österreichischen Rennen

Somit bin ich 18. von 20 in meiner Altersklasse bei den Europameisterschaften im Cyclocross. Alles in allem eine sehr coole Erfahrung, leider nur dieses Mal ohne andere RC Mödling Starter und ohne privaten Fanclub.

Eine Woche nach dem persönlichen Highlight in Samorin geht es schon wieder weiter mit dem Wien Energie Cross in Landegg. Doch in diesem Fall, blieb mir das Rennen aus eher weniger erfreulichen Gründen in Erinnerung. Aufgrund von katastrophaler Kommunikation zwischen Radfahrern und Rennkommissären waren etliche der Master Starter schon auf ihrer Besichtigungsrunde während die letzten Damen noch ihr Rennen beendeten. Das Resultat war – zwar ganz regelkonform aber irgendwie doch maßlos überzogen – dass ungefähr ein Drittel des Starterfelds (auch Walter und Thomas vom RC Mödling) vor dem Rennen disqualfiziert wurden. Das dadurch deutlich verkleinerte Starterfeld verhalf mir zwar zu einem deutlich besseren 31. Platz, aber die eigentlich technisch nicht sehr anspruchsvolle Strecke und die Ablenkung durch die Disqualifikation von Walter und Thomas führten dazu, dass ich trotzdem nicht sehr zufrieden mit dem Rennen war.

Wien Energie Cross in Landegg – (nicht nur für mich) keine Runde Sache

Nachdem ich wieder ein, zwei Rennen ausgelassen hatte (die Familie freut sich ja auch, wenn ich nicht jedes Wochenende zum Cyclocross Rennen verschwinde) ging es dann kurz vor Weihnachten mit dem CX-Cross in Gerasdorf weiter. Das Wetter zeigte sich wieder einmal gnädig und so war es auch dieses Mal möglich zumindest auf die lange Hose zu verzichten. Durch meine wenigen Punkte in der Gesamtwertung musste ich wieder relativ weit hinten starten, was sich dieses Mal allerdings als nicht allzu großer Nachteil herausstellt, da ich dadurch ziemlich gut am heftigen Crash nach der zweiten Kurve vorbei kam. Danach bin ich in der ersten Runde noch an ein paar weiteren Startern vorbeikommen und konnte in einen ziemlich guten Rhythmus finden. Selbst der kurze steile Anstieg der im letzten Jahr für mich noch nicht fahrbar war, ging dieses Jahr. Angefeuert vom allerbesten Obmann (Walter hat uns eine Stunde lang bei doch kühlen Temperaturen unterstützt und fotografiert) habe ich mich auf den 28. Platz ins Ziel gekämpft. Ein bißchen irritiert hat mich nur dass ich im Zielsprint gegen einen 32 Jahre jüngeren Junior verloren habe….

Fotographisch festgehalten vom best-ever Obmann – zufrieden beim CX-Cross in Gerasdorf 2025

Nach Weihnachten gibt es noch traditionell den 3-Könixcross in St. Pölten. In Vorbereitung zum Saisonfinale und der Österreichischen Staatsmeisterschaft wollte ich eigentlich auch starten, aber ein wichtiger privater Termin ist mir kurzfristig dazwischen gekommen. Dennoch soll dieses Rennen im Rückblick auch nicht unerwähnt bleiben, da sich leider Thomas dabei – bei wirklich eisigen Bedingungen – seine Schulter verletzt hat. Absolut unvorstellbar, dass unser fleissigster Rennteilnehmer ausser Gefecht sein soll – auf jeden Fall wünsche ich ihm ganz schnelle und vollständige Genesung.

Saisonfinale & Österreichische Staatsmeisterschaften in Bludenz

Als ich am Anfang der Saison davon gehört habe, dass die Staatsmeisterschaft in Vorarlberg stattfinden sollte, dachte ich noch an einen gut gemeinten Scherz, bestenfalls eine Wunschvorstellung. Schließlich war in Österreich seit laaaaangem kein Cyclocross Rennen mehr weiter westlich als Bad Ischl. Aber im Dezember war es dann auch wirklich fix und bekannt: Cyclocross kommt wieder ins Ländle. Und ich bin ziemlich hin und her gerissen. Cyclocross in meiner alten Heimat, aber leider 1,5 Wochen NACH unserem Weihnachtsurlaub bei meiner Familie… Wie immer kennt mich meine Frau natürlich besser wie ich mich selbst und gibt mir das OK, gleich nach dem Familienurlaub noch mal alleine in den Westen zu fahren.

Somit ist der Plan: Freitag Nachtzug nach Vorarlberg. Samstag Saisonfinale, Sonntag Staatsmeisterschaft und dann Nachtzug zurück. Aufgrund der Wettervorhersage (nach einer Woche arktischer Kälte, einen Tag warm, dann wieder Schneefall) packe ich so ungefähr alles was ich an warmer Radwäsche habe ein und frage mich schon wie ich das alles in meine Mini-Cabin kriegen soll (spoiler – eigentlich gar nicht – ist so auch nicht vorgesehen). Mit Crosser und Riesenbackpack geht es dann bei Minusgraden zum Nachtzug…

Unterstützung von der besten Familie <3

Irgendwie schaffe ich es mich mit dem Backpack in die Minicabin zu quetschen und finde sogar etwas Schlaf. Und zu meiner Erleichterung ist Bludenz nicht ganz eingeschneit und auch nur teilweise vereist ist. Allerdings stelle ich bei der Proberunde auch ganz schnell fest, dass die Strecke überraschend viele Höhenmeter hat.

Beim Rennen zum Saisonfinale am Samstag ist die Strecke größtenteils schneefrei, allerdings gefroren mit einer leicht antauenden Matschschicht oben. Das ist an sich alles fahrbar, aber die Anstiege werden mit jeder Runde härter und die Abfahrten mit jeder Runde unberechenbarer.

Der spätere Staatsmeister Dominik Hödlmoser findet bergauf immer einen Weg an mir vorbei

Ich verliere bei Anstiegen deutlich mehr Zeit während ich bei den Abfahrten immer wieder einige zurücküberhole, die noch etwas vorsichtiger ans Werk gehen als ich.

90% Trefferquote auf einer der Schlüsselstellen

Ganz sturzfrei geht das dann doch nicht ab, aber ich komme mit Platz 24 – auch aufgrund des kleinen Starterfelds – auf meine beste Saisonplatzierung. Immerhin sind mein Rad und ich noch einsatzbereit für den nächsten Tag.

Von Samstag auf Sonntag scheint es noch einmal 20 cm und die Strecke präsentiert sich in einem deutlich anderen Bild. Der Neuschnee ist zwar an den meisten Stellen weggeräumt und/oder festgefahren, aber durch die Temperatur rund um den Gefrierpunkt ist die Strecke jede Runde an einer anderen Stelle rutschig. Die kurze rutschige Abfahrt durch den Wald wurde aus der Strecke genommen, dafür wurde die Schrägfahrt kurz vor Start und Ziel so verschärft, dass sie zunächst weder fahr- noch gehbar für mich ist.

Wenn Schieben die noch schlechtere Option ist

In dem leider sehr überschaubarem Starterfeld in der Masters Kategorie (allerdings noch besser als bei den Elite Startern – die Veranstalter hätten sich wirklich mehr Teilnehmer:innen verdient für den heroischen Einsatz Cyclocross wieder ins Ländle zu bringen) kann ich sehr leicht ausmachen, wer meine Gegner im Kampf um die Lanterne Rouge sind. Etwas positiv überrascht stelle ich fest, dass ich tatsächlich einen in meiner Altersklasse hinter mir lassen kann. Die verschiedenen wenig eleganten Abstiege lassen mich zwar immer wieder daran zweifeln, dass ich das auch so ins Ziel bringen kann, aber offensichtlich bin ich nicht der einzige der an rein zufälligen – spontan vereisten – Stellen zu Boden geht. In Summe komme ich somit bei den österreichischen Staatsmeisterschaften als 5. der Masters I in die Wertung.

Nach den mehrfachen unfreiwilligen Bodenkontakten ist zwar mein Rücken für die nächste Woche ordentlich beleidigt (meine Frau meint zurecht, dass ich das Ziel gesund wieder nach Hause zu kommen, nicht 100%ig erfüllt habe) Aber nach der Cyclocross-Saison ist eh immer eine (Renn-)Pause bevor es Ende März mit der Kamptal-Trophy wieder losgeht. Bis dahin ist das alles wieder gut und spätestens Anfang Herbst freuen wir uns auf die nächste Cyclocross-Saison.

MTB Vereinsmeisterschaft 2025

Am Sonntag den 5. Oktober haben wir die MTB-Vereinsmeisterschaft im Rahmen der Weinbergtrophy in Großengersdorf ausgefahren. Mit einem bemerkenswerten Starterfeld von 10 RCMlern haben wir uns an das 6 Runden Event der Weinbergtrophy gewagt. Bei kühlen Temperaturen gab es vor dem Start noch taktische Überlegungen ob kurz-kurz oder doch Wintergewand, aber spätestens beim Heartbreak Hill war jedem warm genug.

Alex setzte sich vereinsintern mit einem sehr schnellen Start zunächst ab, doch Wolfgang und Lukas folgten nur kurz darauf. Die vereinsinterne Verfolgergruppe setzte sich aus Walter, Kurt und Simon zusammen, während Thomas, Daniel und Christian sich die Plätze im Mittelfeld ausmachten. Doch in bereits in der zweiten Runde änderte sich das Bild, da zum einen Simons Freilauf sich mit einem lauten Knall verabscheidete. Zum anderen machten Wolfgang und Lukas derart Druck auf Alexander, dass dieser in der dritten Runde eine Abzweigung verpasste und vereinsintern auf den dritten Rang zurückfiel.

Alex auf dem Weg zum dritten Platz

Wolfgang und Lukas matchen sich über den Rest des Rennens. In einem packenden Duell hatten beide Bodenkontakt, aber Lukas konnte sich in der letzten Runde doch noch entscheidend absetzen und den Vereinsmeistertitel einfahren. Dicht gefolgt von Wolfgang der den zweiten Platz sicher vor Alexander nach Hause brachte.

Lukas und Wolfgang kurz vor der entscheidenden Attacke

Kurt und Walter verzichteten auf einen Schlußsprint und kamen in dieser Reihenfolge auf die Ränge vier und fünf.

Walter und Kurt waren unzertrennlich…
Kurt auf der Verfolgung von Walter
Thomas auf dem Weg zum 6. Platz

Dahinter verteidigte Thomas souverän seinen sechsten Platz vor Daniel. Zwischen den beiden Christians wurde das Rennen noch überraschend spannend, da Christian Weindorfer aufgrund einens taktischen Fehler bei der Wasserversorgung (kurzer Sprint zum Auto zum Trinkflasche holen, statt wie Christian Malik bei mir um Wasser zu fragen) einiges an Zeit verlor. Schlußendlich konnte er aber noch seinen 8 Platz verteiden.

Christian nach dem Boxenstopp

Die starken Leistungen bei der Vereinsmeisterschaft haben auch dazu geführt, dass der RC Mödling bei der Weinbergtrophy insgesamt 4 Fahrer unter die Top 10 gebracht hat. Zusätzlich haben wir als – mit Abstand – größter Verein einen Pokal und Doppler Sturm gewonnen. Die Weinbergtrophy war wie immer ein tolles Event und wir haben mit unserer MTB Vereinsmeisterschaft hier einen wesentlichen Teil ausgemacht.

Die Nachbesprechung ist ein essentiellerTeil jeder Veranstaltung

Und für nächstes Jahr hoffe ich dass wir mit noch größerem RC Mödling Teilnehmerfeld am Start stehen. Den Defektteufel würde ich im Gegenzug daheim lassen …

Vollständiges Ergebnis

Rang VMRang Weinbergtrophy
1Lukas Spatschil6
2Wolfgang Maierhofer7
3Alexander Stegbauer8
4Kurt Machaczek10
5Walter Langer11
6Thomas Binder15
7Daniel Ohr18
8Christian Weindorfer21
9Christian Malik23
DNFSimon Loretz

(N)everresting in Wien-Penzing

Die Aufgabe ist denkbar einfach: Suche dir einen Anstieg und fahre den so lange rauf und runter bis du 8848 Höhenmeter überwunden hast. Quasi der Anstieg zum Dach der Welt von der Meereshöhe aus.

Mit meinem geschätzten Rad-Clubkollegen Wolfgang Maierhofer durfte ich bereits die 24h von Kaindorf quasi im „Gleichtritt“ befahren und dort haben wir die 500km zusammen gemeistert.

Schon während der Fahrt in Kaindorf kam das „Everesting“ als interessante und anspruchsvolle Herausforderung zur Sprache. Und nach den gemeisterten 500km samt knapp 6000hm in 24h wirkte das Everesting-Vorhaben mehr als machbar.

Nach kurzer Planung – also wo und wann fahren wir und wie werden wir uns verpflegen – haben wir uns für die derzeit noch für den Autoverkehr gesperrte Auffahrt von Süden auf die Sophienalpe bei Mauerbach entschieden. Vom Adalbert-Stifter Denkmal bis zur „Passhöhe“ sinds ca 3,6km und 180hm. Macht also zumindest 52mal rauf&runter. Ist ja ein Klax !

Aufgrund Zeitmangels haben wir es aber nicht geschafft vorab die Strecke Probe zu fahren und zu prüfen, wie lange denn tatsächlich eine Runde (also Auf- und Abfahrt) dauert.

Unsere theoretischen Kalkulationen ergaben ca. 23-24km/h Schnitt plus 2h Pausenzeit. Dann kommt man auf eine Gesamtdauer von ca. 17-18h.

Es sollte sich zeigen, dass Theorie und Praxis nicht immer harmonieren…

Am Samstag dem 02.08.2025 um 2:45 war Treffpunkt am Parkplatz von wo wir stets unsere Anstiege starteten. Der Wetterbericht war leider bis zum Ende so instabil, dass wir uns erst am Freitag dem 01.08.2025 entschieden hatten, es tatsächlich zu versuchen.

Angesagt waren am Samstag ab Mittag teilweise Regenschauer und Gewitter, aber gegen Abend um 20.00 sollte dann eine große Regenfront Wien erreichen. Dem Schlechtwetter wollten wir zuvorkommen und die 8848hm und das hochverdiente Bier zu diesem Zeitpunkt bereits absolviert haben.

Start war daher bereits um 03:00 früh und die Räder rollten auf dem neuen Asphalt wie von selbst. Nach den ersten 10 Runden stellte sich jedoch heraus, dass wir nur einen Durchschnitt von ca. 21km/h fuhren. Damit wurde uns schnell klar: Das wird wohl ein wenig länger dauern.

Vor dem Start

Wolfgang und ich fanden aber eine für beide angenehme Pace und wir konnten uns durch das Setzen kleiner Ziele (Alle 5-6 Runden eine Pause mit Essen, Trinken, Klogehen, etc.) und das Feiern von Teilzielen („Juhuu schon 100km…“, „Yippie bereits 5000hm..“ usw.) ganz gut bei Laune halten.

Basislager

Zur Verpflegung hatten wir beide jeweils Essen für 3x Everesting dabei. An dieser Stelle GRÖSSTER Dank an meine Frau, die mir am Vorabend noch Flammkuchen, Bananabread, Flapjacks und Nudeln vorgekocht hat und uns am Vormittag besucht und angefeuert hat. Andere Frauen hätten bereits bei Ankündigung eines solchen Vorhabens die Scheidung eingereicht ;-)…

4kg Nudelsalat

Am Samstag um ca 12:00 hatten wir knapp unter der Hälfte der Strecke absolviert, wir waren also noch nicht einmal ins Basislager (5364m) angelangt. Hochgerechnet wussten wir, dass wir sicher noch bis weit in die Dunkelheit fahren werden müssen. Stets das Damoklesschwert über dem Kopf war der befürchtete Wetterumsturz. Ehrlicherweise hatte ich schon sehr mit einer Aufgabe gerechnet. Körperlich waren wir beide zwar noch gut in Schuss, jedoch war ich mental an diesem Zeitpunkt in einem Tief. Beim Gedanken im strömenden Regen weiterzufahren, rollten sich meine Zehennägel auf.

Wir hatten aber Glück im Unglück und wir blieben bis ca. 19.30 von größerem Regen oder gar Gewitter verschont. Bis dahin hatten wir knappe 7400hm in den Beinen und es lief erstaunlich gut, von kleineren Wehwehchen abgesehen.

Dann aber ging es los: Platzregen, Wind, Kälte und noch 7 Runden (also ca 2,5h) zu absolvieren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat Radfahren überhaupt keinen Spaß mehr gemacht.

Es ist unglaublich was für Kräfte und Motivation man abrufen kann, wenn das Ziel so greifbar ist und so nah wirkt. Von Aufgeben war plötzlich nicht mehr die Rede: „Wenns sein muss trag ich die Kraxn bis ins Ziel..“

Trotz Nässe, Dunkelheit, schlechter Sicht und Kälte zogen wir es durch und wir konnten schließlich nach 19:56:58 Gesamtzeit (davon 17:48:07 in Bewegung) das letzte Mal zu den Autos rollen. Dabei haben wir 371 km und 8980 hm gesammelt.

Nachher

Man möchte meinen, beim Erreichen des Zieles fühlt man unglaubliche Freude und möchte den Erfolg zelebrieren.

In Wahrheit ist man einfach nur erleichtert, dass die Qualen vorbei sind und seinen nassen, müden und geschundenen Köper endlich ins Bett hieven kann.

Erst in den nächsten Tagen wird realisiert, dass man etwas Außergewöhnliches geschafft hat, was neben der körperlichen Voraussetzung im Besonderen eine große mentale Stärke erfordert.

Manche würden behaupten, man braucht einfach einen festen Klescher..;-).

Was sind die Learnings aus diesem Vorhaben:

  • Essen, Essen, Essen.. möglichst Variantenreich (mal salzig, mal süß), da man spätestens nach ein paar Stunden keinen Appetit mehr hat, aber der Körper stets mit Treibstoff versorgt werden muss. Das hat bei uns beiden gut funktioniert.
  • Kleine Lichtblicke: die Freude auf eine Pause, ein kurzer Besuch von Freunden oder Familie, bewusstes Feiern von Etappenzielen. Kleinigkeiten können die Motivation merkbar erhöhen und Kräfte mobilisieren.
  • Die Strecke war an sich super zu befahren (Kein Verkehr, Guter Asphalt), jedoch mit im Schnitt 5% zu flach. Um das Vorhaben zu verkürzen sind 8-10% optimal, in Wien jedoch nicht so easy zu finden.
  • Wechselgarnitur(en) mitnehmen und Zeit nehmen, um sich tatsächlich umzuziehen. Wir hatten gefühlt alles zwischen 5-30° Grad und 0-100% Luftfeuchte erlebt.
Plakat meiner Frau: (Die vergessenen 848hm seien ihr verziehen 😉

Der Wachauer Radmarathon- Wie jedes Jahr eine Hitzeschlacht

Heuer bin ich den RM zum vierten Mal in Folge gefahren – heuer das erste Mal in den RCM Farben :-)- und immer war es sehr kuschlig warm.

Angetreten sind Thomas, Daniel und meiner einer. Alle beim Raiffeisen Power Radmarathon mit einer Distanz von 103 km und 1000 hm. Es ist eine wunderschöne Runde von Mautern über den Jauerling als erste Hürde zum Aufwärmen wieder zurück zur Donau, ein Wechsel auf die andere Uferseite, bei Melk vorbei und ging es erst richtig bergauf. Teilweise mit giftigen Rampen > 17% wieder zurück nach Mautern.

Thomas habe ich beim Start getroffen und wir haben uns weit vorne angestellt, dies ist Daniel leider nicht gelungen, als Auswirkung konnte er erst nach ca. 4 Minuten den Startbereich passieren. Ja mehr als 1900 Finisher, das dauert, bis alle durch den Startbereich gefahren sind.

Es wird die Zeit ab dem Startschuss (Bruttozeit) gewertet. Können wir, mit den Möglichkeiten der heutigen Technik, nicht nachvollziehen, aber so wird bei dieser Veranstaltung gewertet.

Nach dem Start geht es der Donau entlang bis zur Abzweigung zum Jauerling, dies ist eigentlich die mühsamste und auch gefährlichste Strecke, da es durch die teils sehr waghalsigen Überholmanöver und im Gegenverkehr -zum Glück- stehenden Autos zu einem ständigen Stop and Go kommt. Aber man sieht auch lustige Teilnehmer, einer war bloßfüßig auf „normalen“ Pedalen unterwegs.

Ab der Abzweigung bei Spitz ging das Rennen erst richtig los. Hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Es gelang mir bei Thomas zu bleiben, bis oben, obwohl er einen gewaltigen Druck aufs Pedal erzeugt hatte. Aber so richtig zeigte er sein Können bei der Abfahrt wieder zurück zur Donau. Gewaltig!!! Da bedankten sich ein paar Mitfahrer bei ihm.

Für mich auch eine ganz neue Erfahrung war, im Pulk zu fahren bis km 73. Bei meinen bisherigen Fahrten war ich schon eher alleine unterwegs. Dann kam der schwerste Anstieg des Marathons, hinauf zur 2. Labestelle Maria Langegg 6km lang 270 hm. Dort löste sich der doch relativ große Pulk schnell auf. Und ich war doch sehr überrascht, dass ich Thomas verlor. Ich hatte eher damit gerechnet, dass er davon düst.

Die Labestelle ließ ich auch aus, meine zweite Flasche war noch halbvoll und es ging in Wellen, teilweise mit giftigen Rampen aber tendenziell bergab in Richtung Ziel nach Mautern.

Die letzten 7 km sind flach und hier kam für mich die nächste Überraschung, Daniel tauchte neben mir auf, das war etwas mit dem ich absolut nicht gerechnet hatte!

Wie kann das sein er ist doch um einiges stärker als ich, also am Rad, beim Bauch hab ich die Nase vorn :-)?

Aber das mobilisierte bei mir noch soviele Kräfte, dass ich versuchte (ja mehr war nicht drin) mich am Zielsprint zu beteiligen.

Daniel war sauer über die Bruttozeitregelung, die hat ihm eine bessere Zeit gekostet. Das ich Zweiter in dieser Vereinswertung wurde mit einem Rückstand von 1,7 Sekunden war eines der Highlights der Veranstaltung. Daniel hatte den „Bloßhaperten“ auch gesehen!

In Summe könnten wir tolle Ergebnisse einfahren, alle 3 im ersten Drittel des Starterfeldes mit einem Schnitt >32 km/h. Ja andere haben hier vielleicht höhere Ansprüche, aber ich bin darauf sehr stolz.

Die Klassenwertung klingt natürlich noch viel besser:

Thomas (60+)             9.

Daniel (40+)               46.

Christoph (50+)          12.

Der Top Ten Platz von Thomas kann sich doch wirklich sehen lassen.

Anschließend ließen wir den Marathon bei ein paar Bier im Schatten ausklingen.

Ich kann Walter mit seinem Kommentar „RCM wirkt“ nur zustimmen. Noch kein ganzes Jahr beim Verein und meine Form wird immer besser.

Danke an alle die bei den Ausfahrten im Wind fahren und mich motivieren dranzubleiben, das formt. Ich fühle mich sehr wohl bei euch und werde noch weiter an meiner Form arbeiten, vielleicht schaffe ich es in 100 Jahren bei euch vorne im Wind zu fahren :-).

Vereinsmeisterschaft RC Mödling 2025

Am Sonntag dem 22.06.2025 versammelte sich ein Rekordteilnehmerfeld auf der Dornbacher Höhe um die Vereinsmeisterschaft des RC Mödling auszufahren.

Bei herrlichem Sommerwetter nahmen 4 Damen und 21 Herren den Rundkurs im Wienerwald in Angriff. Doch nicht nur die Teilnehmerzahl war beeindruckend, sondern auch das angeschlagene Tempo. Während sich bei den Herren ein beinhartes Ausscheidungsrennen entwickelte fuhr Eva Hipfinger bei den Damen ein kontrolliertes Rennen und kürte sich souverän vor Heidi Novy und Livia Palffy zur Vereinsmeisterin.

Denkbar knapp hingegen ging die Wertung der Herren ü60 an Thomas Binder der sich im Zielsprint gegen Knut Okresek durchsetzte.

Bei den Herren unter 60 Jahren ging eine Vierergruppe in den Zielsprint und es setzte sich der Vorjahressieger Michael Skoric vor Alexander Stegbauer und Lukas Spatschil durch.

Zielsprint um Platz 2

Weniger erfreulich war der Sturz von drei Fahrern, der aber hoffentlich ohne größere Auswirkungen blieb. So konnten zumindest alle drei gestürzten Fahrer beim anschließenden Mittagessen im Dornbacher Hof auf eine beeindruckende Ausgabe der RC Mödling Vereinsmeisterschaft anstoßen.

Vollständige Ergebnisse:
Damen (2 Runden: 33,8km/473hm)

1 Hipfinger Eva 01:01:01,1
2 Novy Heidi 01:05:59,8
3 Palffy Livia 01:19:21,3
4 Handler-Frauenberger Irmgard 01:22:55,0

Herren ü60 (2 Runden: 33,8km/473hm)

1 Binder Thomas 00:57:08,9
2 Okresek Knut 00:57:09,5

Herren AK (3 Runden: 48km/680hm)
1 Skoric Michael 01:19:31,4
2 Stegbauer Alexander 01:19:38,7
3 Spatschil Lukas 01:19:38,9
4 Sobczak Lukas 01:19:45,5
5 Marchl Walter 01:20:25,6
6 Machaczek Kurt 01:26:33,3
7 Langer Walter 01:26:37,6
8 Ohr Daniel 01:26:40,1
9 Weindorfer Christian 01:27:03,9
10 Hornbogner Martin 01:27:04,1
11 Jani Wolfgang 01:29:04,0
12 Höchsmann Lukas 01:33:08,1
13 Strack Christoph 01:34:54,4
14 Malik Christian 01:39:50,7
15 Loretz Simon 01:40:00,8
16 Hoch Alfred 01:51:25,1
17 Mayr Berd 01:51:44,3
18 Fabian Thomas 02:05:52,0
DNF Buchgraber Herbert

Generalversammlung und Weihnachtsfeier 2024

Am 23.11.2024 fand im Panoramarestaurant in Mödling die Generalversammlung und die Weihnachtsfeier des Radclub Mödlings statt. Dabei konnten wir einerseits auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken und zum anderen die Weichen für die nächsten Jahre stellen.

Rückblick auf 2024

Der Blick zurück auf das abgelaufene Jahr fiel durchwegs positiv aus. Rekordverdächtige 34 unterschiedliche Radfahrerinnen und Radfahrer haben 220 Rennteilnahmen zu Buche stehen. Dabei waren wir nicht nur in vielen unterschiedlichen Radsport-Sparten (Rennrad, MTB, Gravel, Cyclocross) aktiv sondern auch international (Südafrika, Spanien, Kroatien, Tschechien). Insgesamt legten die Vereinsmitglieder beachtliche 233000 km mit dem Rad zurück. Ein Teil dieser Trainingskilometer wurde in gemeinsamen Ausfahrten (Wochenteilung immer Mittwochs im Sommer, Monatsteilung im Winter, Herbst-, Frühlingsausfahrten…) und gemeinsamen Radreisen (Südtirol,…) gesammelt.

Acht (!) neue Vereinsmitglieder haben dieses Jahr schon unsere Ausfahrten und Rennteilnahmen bereichert und wir freuen uns schon auf viele weitere gemeinsame Aktivitäten im kommenden Jahr.

(SiegerInnen-)Ehrungen 2024

Wie immer wurde der Blick zurück auch genutzt um die Ehrungen für das abgelaufene Jahr durchzuführen und die SiegerInnen der Vereinsmeisterschaften zu ehren.

Stadträtin Anna-Theres Teichgräber nahm die Ehrungen im Auftrag der Sportstadt Mödling vor. Eva Hipfinger wurde für ihre Teilnahme bei der Weltmeistschaft in Glasgow geehrt. Walter Kovarik erhielt ebenfalls eine Ehrung für seine Leistungen.

Sportlerehrung für Eva Hipfinger durch Sportstadträtin Anna-Theres Teichgräber
Ehrung für Walter Kovarik durch Stadträtin Anna-Theres Teichgräber
Vereinsmeister RR 2024: Michi Skoric vor Alex Stegbauer und Walter Langer
Vereinsmeisterin Damen RR 2024: Eva Hipfinger vor Anja Statt und Irmgard Handler
Vereinsmeister Herren 60+ RR 2024: Thomas Binder vor Engelbert Thalmeier
Vereinsmeister MTB 2024: Walter Marchl vor Alex Stegbauer und Michi Skoric
Vereinsmeisterin MTB 2024: Eva Hipfinger

Weiters wurde der Sieger im Marathon-Cup geehrt. In dieser Wertung setzt sich Walter Marchl äußerst knapp vor Daniel Ohr durch.

Sieger Marathon-Cup 2024: Walter Marchl vor Daniel Ohr und Walter Langer

Neuigkeiten im Vorstand und aktualiserte Statuten

Im Zuge der Generalversammlung wurde der neue Vorstand gewählt. Während Walter Langer und Walter Marchl als Obmann bzw. Stellvertreter und Simon Loretz als Schriftführer weiter im Vorstand verbleiben gibt es beim Finanzreferent eine Änderung. Thomas Fabian legte seine Aufgabe nach vieljähriger Tätigkeit im Vorstand zurück. Barbara Höchsmann wurde als seine Nachfolgerin gewählt.

Ebenso wie Thomas Fabian zieht auch Walter Kovarik nach jahr(zehnt)elanger Tätigkeit aus dem Vorstand zurück. Der Verein bedankt sich für den unermüdlichen Einsatz bei den beiden.

Vielen Dank an Thomas und Walter für den jahrelangen Einsatz für den RC Mödling

Darüber hinaus wurde auch den zahlreichen Helfern bei den Rennveranstaltungen gedankt, ohne die eine Austragung nicht möglich gewesen wäre.

PANNONIA-GRAVEL

Am 27.10. haben sich drei wackere Mitglieder unseres Vereins mit „Rennrädern“ ins Gelände gewagt, und zwar nicht gewonnen aber einen unglaublichen Tag verbracht.

Aber der Reihe nach …

Eine wundervolle gut organisierte Veranstaltung mit Ausgangspunkt in Breitenbrunn über das dortige sonst gesperrte Truppenübungsgelände. Danke an jene Menschen, die sich immer wieder hergeben, um so etwas möglich zu machen.

Die Strecke war auf zwei Runden ausgelegt mit einem kleinen Appendix zu Start und Ziel. Somit war es möglich 40 km mit 600 hm und 70 km mit 1100 km zu fahren.

Die Strecke hatte zwar einiges an hm parat und das vor allem am Ende der Runde war aber sonst tatsächlich zu 90% asphaltfrei und wunderschön abwechslungsreich.

Es war alles dabei von Singletrack, über Schotter, bis gepflasterte Panzerstraßen wirklich ein Erlebnis.

Der Rest ist schnell erzählt, denn Gravelrennen sind einfach. Es gibt keine Taktik! Es geht einfach Vollgas los, man will ja in der Einser-reihe eine gute Position, dann geht es Vollgas weiter und die Laktat-Party dauert dann bis ins Ziel.

Ich selbst wollte die 70 km fahren und konnte mich vorerst gut in den Top 15 platzieren.

Zwar sprudelte das Laktat bereits nach 3 km aus meinen Ohren, aber als Straßenfahrer geht man davon aus, dass, das Tempo sich beruhigen wird.

Bei KM 10 war klar hier wird nichts beruhigt und beim Gravel rollt auch nichts, denn auch auf Pflastersteinen rollt das Rad nicht von selbst und am einzigen Aspahltabschnitt gings mit 7-10% bergauf.

Kurze Reflexion bei KM 20, sofern das Gehirn noch funktioniert: Vor mir BMC-Fahrrad, helles Trikot, Oakley Helm, ist das eine Halluzination oder ist, dass der Hoogerland? Beim Wechsel wird klar es ist der Hoogerland! Erneute Reflexion: Wie lange soll das hier vorne gut gehen?

Gut wenn der Mensch zu unvernünftig ist, hilft das Material bei KM 27 oder so. Der rechte Hood rutscht 10 cm hinunter und es gehen nur noch 3 Gänge.

Es entsteht eine Mischung aus SCH… und GOTTSEIDANK ich muss/darf bei dem Wahnsinn nimmer dabei sein.

Gut System-Reset – was mache ich? Aussteigen? Nö, Aufgeben ist keine Option. Also, Bremsanker raus und umsatteln auf die kurze Distanz und mit normalem Tempo ins Ziel.

Unser Radclub konnte somit 3 von 3 Startern auf der kurzen Distanz ins Ziel bekommen und die Plätze 2, 7 und 21 in der AK 45-54 erreichen. In der Allgemeinen Klasse war ein Top 10 drinnen.

Zusammenfassend eine tolle Geschichte mit einigen Learnings im Material.


Allgemeine Klasse:

Altersklasse:

Il Club Ciclistico di Mödling nelle Dolomiti

Mach‘ die Augen zu! Atme ruhig! Genieße den Augenblick! Stell dir die Dolomiten vor. Dein Rennrad macht keinen Ton, Du hörst nur Dein Atmen, die Luft ist frisch, die Aussicht hier auf 2.000m, ein

Määäääääp!!!!!! Klar, das passiert auch. Ein holländischer Bus steht vor Dir quer in der Kehre (von oben), ein italienischer Bus (von unten) schiebt sicher nicht zurück! Geht auch nicht, mehrere deutsche Porschekorsos haben die „Ronda“ gebucht, stauen sich dahinter (oben wie unten)… Wie wir erlebt haben, hätten Dacias auch gereicht, die Porsches haben beim Runterfahren echt gestört (kann ich nun Bremsbackeln bei Porsche Deutschland einklagen?)! Autofahren können’s halt nicht, sicher nicht!

Also, lieber zurück zu Szene eins!

Auch heuer stand für den RCM (für ein paar Glückliche) Italia auf dem Programm. Corvara, Espresso, Spagetti,… dazu Passo Falzarego, Giau, Valparola, Sella, Pordoi, Gardena, Campo Longo,…

Die sportliche Ausbeute ist schnell erklärt, der lockere 3te Tag (=Ruhetag) war die Sellarunde, so schaut’s aus!

Wir sind am letzten Augustmittwoch angereist, mit allem, was die Mobilität so hergibt  (außer Flugzeug, glaub ich zumindest). Lukas mit der Bahn, Walter, Ludwig, Bianca, Barbara und ich mit dem PKW! Während Lukas dann über den Brennero mit dem Radl nach Corvara gefahren ist, inklusive Tragepassage über einen Felssturz (ja, auch in Italien gibt es einen (einzigen) Radweg, der so aussieht wie bei uns fast alle, grrr)! Wir haben uns dazu entschieden, zuerst Anreise, im Zimmer kurz „abkristeln“ (passend zur Ronda im Winter), rauf aufs Radl und eine Testfahrt auf den Passo Gardena (Grödnerjoch)! Ludwig und Bianca haben die brutale Tour vorgezogen, zuerst arbeiten und dann direkt danach anreisen!

„Obacht“ auf jeden Fall vor Lukas, beim Radfahren macht er zunächst „keine Gefangenen“, fährt zwar immer denselben Stiefel (aber die ganz Schnellen!!) Die Generalwarnung bezieht sich aber auf seinen permanenten Hunger, wenn man nicht aufpasst, ist die Hand weg, m i n d e s t e n s! Wenn er nicht gefühlt 2 kcal/hm bekommt, kommt sein Innerstes (ein Bullmastiff) zum Vorschein! War aber eh gut, während er pro Pass in einen zu bekämpfenden Hungerast gefahren ist, konnten wir wieder zu ihm hinfahren! Jedenfalls fahr‘ ich mit ihm nur, wenn ich weiß, dass es am jeweiligen Pass Futter gibt (oder ich genug Gels für ihn mithab)!

Sonst war es eigentlich „Riding as Usual“. Walter ist (wie immer?) kurz vor der Abreise draufgekommen, dass ein Pässeausflug mit glatzertem Hinterreifen eher suboptimal ist, bei Ludwig war eh nur wenig Luft (Ventil fest reindrehen kann da gut helfen), Lukas hat mit Luft (Reifen) und Bremsen kurz gekämpft (auch hier gilt, Belag ist gut), alles easy. Aja, Barbara hatte am Leih-E-RR einen Felgen/ Speichen Totalschaden, ist halt einmal per Autostopp (aber eh nur von Arabba) zurück. Bei mir ging der Selbsttest mit einem neuen Sprühwachs (Würth) eher voll in die Hose, ist ein totales Klumbat! Hat mich sicher 3W permanent gekostet, die laute Kette geht irre ans Gemüt. Natürlich noch schlimmer, wenn man hinter mir fährt, aber das ist mir dann ja egal 😉…

2 Fragen sind bis jetzt unbeantwortet geblieben: Wie konnte es passieren, dass Walter auf dem Nachhauseweg noch Kraft für 3!!! Seeumrundungen (Millstätter See, Ossiacher See, Wörthersee) hatte? Hat er uns in Italien etwas vorgespielt, evtl. sogar Kraft gespart?

UND:

Hat Bianca in Cortina den Glasgorilla gekauft? Ich werde es unbedingt recherchieren, die Spannung bleibt oben!

Sie wird es uns evtl. bei der Weihnachtsfeier verraten (oder ihn sogar mitnehmen)? (den Ludwig natürlich auch 😉)

Zurück in der Heimat kann ich nur sagen (und das auch im Namen von Walter (L)): 3 Tage Berge machen saustark (siehe Walter auf Strava in Saalbach)!!

Ihr habt uns gefehlt (eeehrlich)… Sehr schade auch, dass speziell Leo nicht mitkommen konnte, so hätten wir zu den 10.000hm auch mindestens gleich viele, spannende Radberggeschichten aus seinem unglaublichen „Pässefundus“ erfahren.

Aber, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Zeit verfliegt, die nächste Ausfahrt in den Dolomiten ist- zumindest bei mir schon- fix im Kopf!

„così presto ci rivedremo in Italia – Un rapporto di“ te walt